Vegan Rebels in Love


Kim und Freddy verschicken vegane Leckereien

Eigentlich ist das eine Story über vegane Süßigkeiten – bei der »Rebel Cakery« kann man sie online bestellen. Doch zu erzählen gibt es erst einmal die süße Liebesgeschichte eines ungewöhnlichen Paares in einer hessischen Kleinstadt, die von Kim, 25, und Freddy, 30. Sie sind: Rebels in Love.
 

Noch verkaufen Kim und Freddy ihre ansehnlichen Süßigkeiten über die Bäckerei von Freddys Eltern. Doch eines Tages soll auch ihre eigene »Rebel Cakery« eröffnen. 
 Noch verkaufen Kim und Freddy ihre ansehnlichen Süßigkeiten über die Bäckerei von Freddys Eltern. Doch eines Tages soll auch ihre eigene »Rebel Cakery« eröffnen. 

Über den Ort Linsengericht östlich von Frankfurt am Main fahre ich mit dem Auto nach Freigericht. Linsengericht passt, das ist in der Regel etwas Veganes. Und Freigericht? Falls man sich da etwas frei aussuchen kann, wähle ich einen Cupcake zum Nachtisch, einen runden Mini-Kuchen (Cake), der in eine Tasse (Cup) passt. Was auch sonst, wo doch die »Rebel Cakery« in Freigericht ihren Sitz hat. Wohnt man nicht zufällig in der Gegend, kann man sie auch im Internet finden. Nichts einfacher als das: www.the-rebel-cakery.de. Um sie live und in Farbe kennenzulernen, betrete ich nun in der Hauptstraße von Freigericht-Somborn eine ganz normale Bäckerei. Nichts weist hier in der hessischen Provinz auf Rebellentum hin. Der Backwarenladen ist einer, wie es von seiner Art zehntausende in Deutschland gibt. Doch dann kommen Kim, 25, und ihr Freund Freddy, 30, aus der Backstube auf mich zu und ich sehe sofort: Hier sind – neben Veganern – auch Tattoofans an der richtigen Adresse.

Süß und vegan: Kim und Freddys Süßigkeiten ohne Tierprodukte..

Süß und vegan: Kim und Freddys Süßigkeiten ohne Tierprodukte


Typ mit Halstattoo: »Genau mein Fall« 
Ein interessantes Paar, die beiden. Kim stammt wie Freddy aus der Gegend, hat in den USA bis kurz vor  ihrem Diplom Psychologie studiert. Ihr Ex-Ehemann lebt »drüben«, der gemeinsame 6-jährige Sohn Sean bei ihr. Freddy lernte erst Koch, dann Bäcker bei seinen Eltern Gudrun und Emil. Ein Paar sind Kim und Freddy erst seit Herbst 2012. Kurz darauf gründeten sie ihre rebellische Bäckerei, rein juristisch betrachtet eine Vertriebsfirma, welche die Bäckerei von Freddys Eltern nutzt. So weit, so gut. Richtig spannend wird die Geschichte der beiden, wenn man sie ein wenig erlebt und kennenlernt. Kim ist sehr offen, forsch, redegewandt. Eine Powerfrau. Freddy dagegen wirkt ziemlich verschlossen und schüchtern, ist mir aber trotzdem sympathisch. Was hat die Beinahe-Psychologin, die sich als Profilerin bei der Kriminalpolizei mit den tiefsten Abgründen der menschlichen Seele beschäftigen wollte, und den stillen, auf Hals und Handrücken tätowierten Bäcker und TM-Leser zusammengebracht, was verbindet sie miteinander? »Schon als Kinder haben wir zusammen gespielt«, leitet Kim überraschend die Geschichte ihres Kennen- und Liebenlernens ein. Dann verloren sie sich aus den Augen – bis zum September 2012. Da heiratet ihre Cousine in der katholischen Kirche des Orts. Auch Freddy ist unter den Hochzeitsgästen. »Ich dachte, das ist doch der Frederik«, erinnert sich Kim, »der ist jetzt groß geworden und auf dem Hals tätowiert.« Und weil das ins Partnersuch-Profil der alleinerziehenden Mutter und Doch-nicht-Profilerin passt, schießt ihr als nächstes durch den Kopf: »Genau mein Fall!«

 Veganer und Tattoos hatten schon immer eine starke Verbindung zueinander.
Veganer und Tattoos hatten schon immer eine starke Verbindung zueinander.

Rebellische Liebe
Zu tun hat diese Wahl vielleicht auch damit, dass in Orten wie Linsengericht, Freigericht und Co. sonst so wenig Rebellisches zuhause ist. »Für mich besteht der Reiz an anderen stark tätowierten Menschen darin, dass ich sozusagen sehen kann: Es gibt gewisse Parallelen zu mir«, erklärt Kim. »Ich wusste, Freddy tickt auch anders als der Durchschnitt.« Gerade 18 geworden, hatte er sich als erstes Tattoo ein Tribal  stechen lassen – auf den Hals. Er lacht: »Ich habe da angefangen, wo andere aufhören.« Die beiden Handrücken sind viel jüngeren Datums, 2012/13 entstanden. Auch Freddys Entscheidung für den Veganismus ist noch nicht sehr alt. Genau genommen ist sie so alt wie seine Liebe zu Kim. Die ernährt sich bereits seit drei Jahren ohne alle Produkte, die in irgendeiner Form von Tieren stammen, also auch z. B. ohne Milchprodukte. »Am Anfang stand bei mir der gesundheitliche Aspekt«, erzählt sie, »erst später kamen tierrechtliche Überlegungen dazu.« Zuvor nie Vegetarierin, führte sie die Beschäftigung mit dem Thema Tierproduktion von heute auf morgen zum Entschluss, auf alles Tierische beim Essen zu verzichten. Und dann paarten sich das Veganer-»Rebellentum« von Kim mit der rebellischen Seite in Sachen Körperschmuck von Freddy – die beiden wurden »Rebels in Love«. Kim erinnert sich und schmunzelt: »Auf der Hochzeit meiner Cousine haben wir kein Wort miteinander gewechselt.« Social Media sei Dank, ergab sich für sie über die Suche in Facebook-Freundeslisten endlich die Möglichkeit, Freddy anzusprechen. Der Rest ist Geschichte

 

Vegans at work: Kims und Freddys krönender Cupcake-Abschluss ist ein Traum in Türkis.
Vegans at work: Kims und Freddys krönender Cupcake-Abschluss ist ein Traum in Türkis.


Lecker, süß und vegan   
Und süß geht es nun auf anderer Ebene weiter: mit ihrer »Rebel Cakery«. Schon seit langem fabrizierte Kim Cupcakes, auch für größere Events. »Beim dritten oder vierten Treffen mit Freddy musste ich für eine Veranstaltung welche machen. Freddy wollte mir helfen und hat sie natürlich besser hinbekommen als ich.« Das war die Geburtsstunde ihrer Geschäfts-idee: Sein backtechnisches Knowhow mit ihrer unternehmerischen Kreativität zu verknüpfen und einen Online-Versand plus Pick-up und Event-Catering für vegane Cupcakes, Muffins und Donuts zu starten. Tattoos, Liebe und ein ausgeklügeltes Businesskonzept – wenn das keine starke Verbindung schafft.Vegan liegt sehr im Trend. Aber schmecken denn Mini-Kuchen ohne Milch, Eier und andere Produkte vom Tier genauso gut wie herkömmliche Bäckerei- und Konditorei-Erzeugnisse? »Ja, davon sind wir überzeugt«, sagt Freddy. »Milch wird ersetzt durch Mandel- oder Sojamilch, Butter durch pflanzliche Margarine.« Begeistert sind die beiden, wie stark die Resonanz auf ihr Angebot schon nach wenigen Monaten ist. »Catering-Aufträge bestimmen inzwischen einen großen Teil unseres Geschäfts«, berichtet Kim im späten Frühjahr. »Inzwischen hat die vegane Supermarktkette ›Veganz‹ angefragt, ob sie unsere Donuts regelmäßig beziehen kann. Die ersten Rebel-Donuts wird es dort voraussichtlich ab Juli zu kaufen geben. Wir sind glücklich.« So scheint es, dass der Traum von Kim und Freddy eines Tages wirklich wahr werden könnte: »Irgendwann soll die ›Rebel Cakery‹ aus Stein und Mörtel ihre Türen öffnen.«

Text: Volker Müller-Veith
Bilder: Volker Müller-Veith




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17.09.2013
Text: Volker Müller-Veith Bilder: Volker Müller-Veith
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Stand:15 November 2019 11:45:10 Warning: fopen(cache/c7a0b431b02ff4a8d936d2613bb4f89c.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 163 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 164 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 165