Tattoos und TV


Pia Tillmann wurde als Tätowiererin Meike aus den Scripted-Reality-Dokus »Berlin Tag und Nacht«und »Köln 50667« bekannt. Seit Mitte September moderiert sie das RTL2-Magazin »Columbus«.
 
Das TätowierMagazin sprach mit Pia Tillmann über ihre Arbeit mit Tattoos in einem Café in Köln, der Stadt in der sie lebt.
Das TätowierMagazin sprach mit Pia Tillmann über ihre Arbeit mit Tattoos in einem Café in Köln, der Stadt in der sie lebt.


Quasi über Nacht wurde Pia Tillmann vor gut drei Jahren deutschlandweit bekannt. Als Meike Weber verkörperte sie die Powerfrau in der RTL2-Serie »Berlin Tag und Nacht« und zog damit im Vergleich zu ihren Drehkollegen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit auf sich. Das Scripted-Reality-Format entwickelte sich zu einem echten Erfolgsschlager und machte aus der damals 25-jährigen Studentin aus Westfalen einen Star. Nicht ganz unschuldig an diesem Erfolg: ihre erkennbare Liebe zu Tätowierungen. Die begann mit 17 und dauert bis heute an.
Mit einiger Körperkunst verziert, ging die damals 23-Jährige zu diversen TV-Castings, um ihr Studentenleben zu finanzieren, und sammelte erste Erfahrungen vor der Kamera. Dabei waren ein Fullsleeve und ein tätowierter oberer Rücken nicht immer von Vorteil.
 
 
Statement tätowiert von Daniel Krause, Classic Tattoo, Berlin.Pia begann ihre TV-Laufbahn in der Rolle einer Tätowierer-Azubine bei RTL2, seit September ist sie Moderatorin. (l) Eindeutiges Statement tätowiert von Daniel Krause, Classic Tattoo, Berlin. (r) Pia begann ihre TV-Laufbahn in der Rolle einer Tätowierer-Azubine bei RTL2, seit September ist sie Moderatorin.

TV-Rolle wegen der Tattoos
Über ein Casting gelangte sie dann 2011 zum neu initiierten Soap-Format »Berlin Tag und Nacht« und ergatterte die Rolle der Meike Weber, einer angehenden Tätowiererin. Aus Gründen der Authentizität und des von
RTL2 erdachten Bildes des ausgeflippten und verrückten Hauptstadtcharakters waren
die Tätowierungen in der Haut der sympathischen Jungschauspielerin ein klarer Vorteil. In Zusammenarbeit mit Krause von Classic Tattoo in Berlin entwickelte sich die Figur vom Tätowiererlehrling weiter. Nach mehr als dreihundert Folgen in Berlin wechselte Pia schließlich zur neu ins Programm genommenen Schwestersendung »Köln 50667« und konnte auch in der rheinischen Ausgabe des Erfolgsformates mit Charme und Körperkunst auftrumpfen. Mitte 2014 war dann vorerst Schluss mit der Rolle der Meike Weber und so konzentriert sich Pia Tillmann aktuell auf ihre Karriere im Bereich Mode und Moderation – nun mit einem von Sender RTL2 als »Columbus« betitelten Magazin.

 
 
 Pia Tillmann
 
Pia Tillmann wurde 1985 im beschaulich-westfälischen Ort Emsdetten geboren und studierte später in Münster Soziale Arbeit. Bekannt wurde sie in der Rolle der Meike Weber in der Scripted-Reality-Serie »Berlin Tag und Nacht«. Nach 329 Folgen wechselte sie zum Spin-Off »Köln 50667« und drehte dort bis zum Juli 2014. Mit mehr als einer halben Million Facebook-Fans und einer eigenen Modemarke arbeitet sie aktuell an neuen Projekten im Bereich Moderation und Schauspiel. Sie hat zwei Hunde, verehrt Brody Dalle und Travis Barker und lebt glücklich in Köln.
 
Pia, du orientierst dich beruflich neu, nun als Moderatorin. Denkst du, dass dich deine Tattoos dabei einschränken?
Ich strebe ja nun keinen klassischen In-diesem-Job-sind-Tattoos-schwierig-Beruf an, sondern will weiterhin vor der Kamera agieren. Daher bleibt es eine Rollenfrage, wie es zuvor eben auch der Fall war. Ich habe nicht für andere damit begonnen, mich tätowieren zu lassen, und werde daher auch nicht für andere damit aufhören.

Welches war denn dein erstes Tattoo?
Das war ein Tribal mit Rose zwischen den Schulterblättern, das ich mir mit 17 Jahren habe stechen lassen. Eigentlich wollte ich mich piercen lassen, was mir meine Mutter aber verboten hat. Ein Tattoo hingegen wollte sie mir aber zum Geburtstag schenken, was ich auch bis heute nicht verstehen kann (lacht). Somit habe ich mich tätowieren lassen. Das Motiv hat auch gar keine tiefere Bedeutung, ich fand es zur damaligen Zeit einfach schön. Heute würde ich mir das nicht mehr auf die Art stechen lassen, dennoch gehört es natürlich zu mir. Mir war damals auch schon klar, dass ich mich äußerlich verändern will. Es gab auch eine Zeit, in der ich noch einige Piercings im Gesicht getragen habe.

Du hast klassische Motive, aber auch Huldigungen einiger Bands auf deiner Haut. Welche Rolle spielt Musik für dich?

Musik ist wichtig für mich daher trage ich die Textzeile »When I got the music, I got a place to go« aus dem Rancid-Song »Radio« auf meinem Fuß. Außerdem trage ich noch eine Textzeile aus einem für mich sehr wichtigen Lied des Künstlers Dallas Green, auch bekannt als City & Colour, auf meiner Haut.
 
 
»Omnia mea mecum porto« bedeutet »All meinen Besitz trage ich bei mir«. Ob Pia auch immer einen Lippenstift dabei hat?»Someone come and save my life« ist eine Textzeile des Akustik-Soloprojektes »City and Colour«.
(l) »Someone come and save my life« ist eine Textzeile des Akustik-Soloprojektes »City and Colour«. (r) »Omnia mea mecum porto« bedeutet »All meinen Besitz trage ich bei mir«. Ob Pia auch immer einen Lippenstift dabei hat?
Die Liebe zu deinen Hunden hast du ebenfalls auf deiner Haut verewigt.
Richtig. Ich habe auf meinem Arm sehr viele verschiedene Dinge untergebracht, die mir extrem viel bedeuten. Außerdem habe ich noch einige richtige Mädchentattoos (lacht). Eigentlich ist der Arm ein fröhliches Sammelsurium an Tattoos, die mir stilistisch gut gefallen. Nicht jede Tätowierung muss eine tiefe Bedeutung haben, sondern kann auch einfach mal nur schön aussehen.

Was planst du als Nächstes?
Ich lasse mir meinen Rücken fertig machen. Das Motiv ist sehr klassisch und nautisch angelegt, das Segelschiff ist auch bereits so gut wie fertig. Aber bis der Rücken komplett ist, wird es sicherlich noch ein paar Sitzungen brauchen. Ansonsten konzipiere ich gerade meinen anderen Arm. Aber ich mache mir da keinen Druck. Warum auch? Tattoo-Entscheidungen sollte man nicht übers Knie brechen.

Text: Amadeus Thüner
Bilder: Phillip P. Wülfing




27.11.2014
Text: Amadeus Thüner Bilder: Phillip P. Wülfing
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