So wird das Tattoo-Jahr 2015


Ausblick auf das Tattoo-Jahr 2015.
Wie entwickelt sich die Tattoo-Kultur im neuen Jahr?
Welche Motive und welche Stile werden besonders kommen?
An welchen Körperstellen wird man vermehrt Tätowierungen sehen?
Welche Ausblicke wagen Tätowierer und andere Experten auf das Szenejahr 2015? Welche Events sind angesagt? Antworten auf all diese und weitere spannende Fragen geben wir auf den folgenden Seiten.
 
  • Motivtrend 2015: Mandalas
  • Motivtrend 2015: Bekenntnistattoos
  • Motivtrend 2015: Meeresbewohner
  • Platzierungstrend 2015: Hand, Hals, Gesicht
  • Stiltrends 2015: Blast-over
  • Tätowierer-Ausblicke
  • Experten-Ausblicke
  • Veranstaltungen

Aus dem Inhalt. Der komplette Jahresausblick ist in der Januar-Ausgabe 2015, 01/2015, des TätowierMagazins nachzulesen.

Motivtrends 2015
Motive wie Federn, Füchse und Unendlichkeitsschleifen beherrschen zurzeit den Studioalltag; von Szene-Insidern werden sie oft abschätzig kommentiert, im Studioalltag als Brot-und-Butter-Motiv mit einem Achselzucken akzeptiert. Sich über die Motivwahl anderer zu erheben, ist allerdings weder fair noch angebracht, denn ein Tattoo-Motiv sollte seinen Träger glücklich machen und niemanden sonst.
Wir haben drei Motivgruppen ausgewählt, die durch ihr Potential an Variationsmöglichkeiten eine Alternative zu stereotypen Tattoo-Motiven darstellen und sowohl persönliches Bekenntnis als auch zeitlos-dekoratives Schmuckstück sein können. Man wird sie im Jahr 2015 mit Sicherheit verstärkt sehen, ohne dass sie zur Routine werden müssen.
 

Mandalas
Zeitlose Ästhetik – Filigranes Blackwork mit Flair

Blackwork ist wieder angesagt. Weniger die fetten Designs, die sich an Stammestätowierungen orientieren, sondern leichte, filigrane und geometrisch oder floral aufgebaute Ornamente, die als reines Dotwork tätowiert sind oder auch als Kombination aus Linien und Punkten. 2015 wird das Jahr von Mandalas in allen Variationen!
 
Chaim Machlev von Dots To Lines in Berlin hat dieses geometrische Mandala gestochen.
Dieses Dotwork von Sonja aus dem Punktum in Köln baut sich von innen her nach außen auf.
Chaim Machlev von Dots To Lines in Berlin hat dieses geometrische Mandala gestochen. Kreisförmig angeordnetes Endlosmuster von Sonja aus dem Punktum in Köln. Mandala-Variation mit Farbe: Tattoo von Marco Galdo, Trafficanti d‘Arte, Mailand, IT.

Verspielt-floral ausgeführt, erinnern die Muster zum Teil an Mehndis, den temporären, mit Henna aufgemalten Hochzeitsschmuck der Frauen Nordwestindiens. Unverkennbar ist auch der Einfluss von hinduistischen und buddhistischen Mandalas. Als Tätowierung folgen die Designs eher der reinen Übersetzung des Wortes Mandala, das aus dem Sanskrit kommt und Kreis bedeutet. Nicht-spirituelle Mandala-Tattoos folgen im Aufbau dem Kreisschema; Objekte, Figuren und Schriftzeichen werden nach ästhetischen Gesichtspunkten kreisförmig um ein zentrales Element angeordnet.
Ihre Wirkung entfalten die unter dem  Begriff Mandala-Tätowierungen zusammenge­fassten Motive durch das Zusammenspiel von Schwarz und Haut und der Exaktheit der Ausführung;  Fehler in der Symmetrie und der Tätowiertechnik lassen das Bild sofort unharmonisch wirken. Eine echte Herausforderung für den Tätowierer.
 

Bekenntnistattoos
Zeig, wofür du stehst!

Es wird immer mehr kleine Tattoos als Ausdruck großer Überzeugungen geben. Ein kleines Tierschutzsymbol auf den Fingern, eine schnelle Charity-Tätowierung am Bein oder ein »Vegan«-Schriftzug über dem Handgelenk – 2015 wird ein Jahr der Bekenntnistattoos.
 
Tinte statt Nerz: Drea von Demon Art in Bitburg hat dieses Tattoo als Tierschutzbekenntnis gestochen.
Die Gedanken sind frei, weil kugelsicher: Tattoo von Danny Garcia von Inkstanbul Artcore.
Ein Tattoo für Tier- oder  Menschenrechte von Felix aus dem Bubblegum Art Tattoo in Hamburg.
Tinte statt Nerz: Drea von Demon Art in Bitburg hat dieses Tattoo als Tierschutzbekenntnis gestochen. Die Gedanken sind frei, weil kugelsicher: Tattoo von Danny Garcia von Inkstanbul Artcore. Ein Tattoo für Tier- oder  Menschenrechte von Felix aus dem Bubblegum Art Tattoo in Hamburg.

Dafür gibt es drei Gründe: Zum einen sind kleine Tätowierungen selbst an sichtbaren Stellen sogar im Mainstream heute kein Drama mehr und manchmal so etwas wie die Hardcore-Version eines Patches an der Jacke oder eines Stickers am Kofferraum. Man will zeigen, wofür man steht. Zweitens stechen immer häufiger Tätowierer bei Aktionen zum guten Zweck ein Bildchen to go und der spontane Walk-in zwischen Shopping und Kaffeetrinken ist dabei auch für viele Tattooneulinge längst keine große Sache mehr. Und drittens sind humanistische Tugenden, die in solchen Tattoos oft Ausdruck finden, seit Ewigkeiten nicht mehr so angesagt gewesen wie heute.
Hinter etlichen kleinen Tattoos steckt die große Botschaft von Toleranz, Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Kein Wunder, dass das Frankfurter Zukunftsinstitut die Stichworte Individualisierung, Neo-Ökologie und Gesundheit zu den kollektiven Megatrends zählt, um die sich unser Leben in den kommenden Jahren maßgeblich drehen soll. Trotz des scheinbar irreführenden Begriffes sind Megatrends gerade das Gegenteil flüchtiger Modeerscheinungen – nämlich sich verstärkende Überzeugungen. Und die waren schon immer für Tattoos gut.
 

Meeresbewohner
Bizarre Unterwasserwelt

 
Eine farbenprächtige Unterwasserwelt lässt Leonidas aus dem Athener Studio Lonis Tattoo auf dem Unterschenkel entstehen.
Viel Raum für Spielereien nimmt sich Dan Sinnes von DiaboloTattoo in Luxemburg für den Krebs im Asia-Style.
 
Farbenprächtige Unterwasserwelt von Leonidas aus dem Athener Studio Lonis Tattoo. Viel Raum für Spielereien nimmt sich Dan Sinnes von DiaboloTattoo in Luxemburg für den Krebs im Asia-Style.
 
 
Mit Tiefseefischen als Vorlage braucht der Tätowierer gar nicht mal so viel Fantasie, damit der Kunde ein krasses Tattoomotiv bekommt. Anglerfisch von Filip Henningsson aus dem schwedischen Umeå.
 
Mit Tiefseefischen als Vorlage braucht der Tätowierer gar nicht mal so viel Fantasie, damit der Kunde ein krasses Tattoomotiv bekommt. Anglerfisch von Filip Henningsson aus dem schwedischen Umeå.  
Diese Welt, die sich unter der Meeresoberfläche abspielt, fasziniert und inspiriert Tätowierer und Fans gleichermaßen: Das Meer und seine Bewohner zeigen eine geheimnisvolle und bunte Vielfalt, die durch den oberflächlichen Blick auf das Meer verschlossen bleibt und sich erst offenbart, wenn man darin eintaucht.
  Und bizarr ist das sich fern unserer täglichen Sehgewohnheiten abspielende Leben allemal: Krebse, Hummer und Quallen sind in ihrer Erscheinung schon fast alltäglich, richtig bizarr wird es, wenn man auf unter 500 Meter geht: Tiefseefische wie der mit Leuchtorganen ausgestattete Barten-Drachenfisch, der Fangzahnfisch mit seinen riesigen Reißzähnen oder der fast nur aus Kopf bestehende Pelikanaal.  Schon mal was vom Axolotl gehört, einem Schwanzlurch, der über die Fähigkeit verfügt, Gliedmaßen, Organe und Teile des Gehirns und Herzens wiederherzustellen? Dabei wird er nie erwachsen und verbleibt im kiemenatmenden Larvenstadium. Als Tattoo kommt diese bunte, aufregende und bezaubernde Welt ein ganzes Stück näher – und das sehr dekorativ.
Krebs, Hummer, Hai, als Einzelmotiv oder eingebettet in eine bunte Unterwasserwelt mit Korallenriffen und versunkenen Schätzen, die Variationsmöglichkeiten sind unendlich und lassen viel Raum für kreative Interpretationen in allen Stilrichtungen.

 

Text: Dirk-Boris Rödel, Boris Glatthaar, Heide Heim, Fabienne Anthes
Bilder: TM-Archiv




30.01.2015
Text: Dirk-Boris Rödel, Boris Glatthaar, Heide Heim, Fabienne Anthes Bilder: TM-Archiv
auf Facebook teilen

tattoo szene

Verwandte Artikel

Motive März-April
2010

In jeder Ausgabe die angesagtesten Motive in den unterschiedlichsten Stilrichtungen: von Oldschool bis Realistik, von Biomechanik bis Tribal! In TattooStyle 2/2010 stellen wir euch Motive aus dem Bereich Japanische Blüten, Film, Tattoos auf Tattoos, Horror und Schmetterlinge vor; in einer Extra-Rubrik »Small Stuff« finden all jene Anregung, die nicht gleich ein ganzes Backpiece wollen.

Christliche Motive
(TS 6_08)

Lassen sich Christentum und Tattoos vereinbaren? Aber sicher! Denn keineswegs besteht ein Verbot der Hautzeichen, können sie doch ewiges Zeugnis ablegen über die absolute Hingabe zum Glauben. Das zeigen schon die teilweise Jahrtausende alten Traditionen der christlichen Bosnier, Kopten und Äthiopier, der Pilgerfahrer in Jerusalem.

Motiv-Lexikon, Teil
15 (TS 5_08)

Von Sensenmann wie Stier – wir erklären euch die Bedeutung der Tattoo-Motive.

Motive Sept./Okt.
2009

In jeder Ausgabe die angesagtesten Motive in den unterschiedlichsten Stilrichtungen: von Oldschool bis Realistik, von Biomechanik bis Tribal! In TattooStyke 5/2009 stellen wir euch Clowns, Blüten, Piraten, Schlüssel/Schloss und Waffen vor; in einer Extra-Rubrik »Small Stuff« für alle, die nicht gleich ein ganzes Backpiece wollen.

Motiv-Lexikon, Teil
19 (TS 3_09)

Von Tintenfisch bis Tribal – wir erklären euch die Bedeutung der Tattoo-Motive.

Motive Nov./Dez.
2009

In jeder Ausgabe die angesagtesten Motive in den unterschiedlichsten Stilrichtungen: von Oldschool bis Realistik, von Biomechanik bis Tribal! In TattooStyle 6/2009 stellen wir euch Motive aus dem Bereich Maritim, Wildlife, Avantgarde, Girlie- und Japan-Style vor; in einer Extra-Rubrik »Small Stuff« für alle, die nicht gleich ein ganzes Backpiece wollen.

Motiv-Lexikon, Teil
17 (TS 1_09)

Von Tara bis Teufel – wir erklären euch die Bedeutung der Tattoo-Motive.

Motiv-Lexikon, Teil
18 (TS 2_09)

Von Thor bis Tiki – wir erklären euch die Bedeutung der Tattoo-Motive.

Motive Jan.-Febr.
2010

In jeder Ausgabe die angesagtesten Motive in den unterschiedlichsten Stilrichtungen: von Oldschool bis Realistik, von Biomechanik bis Tribal! In TattooStyle 1/2010 stellen wir euch Motive aus dem Bereich Schädel, Hund & Katz,Oldschool-Ladies, Ornamente und Engel vor; in einer Extra-Rubrik »Small Stuff« finden all jene Anregung, die nicht gleich ein ganzes Backpiece wollen.

Motive Mai-JUNI 2010

In jeder Ausgabe die angesagtesten Motive in den unterschiedlichsten Stilrichtungen: von Oldschool bis Realistik, von Biomechanik bis Tribal! In TattooStyle 3/2010 stellen wir euch Motive aus dem Bereich Koi-Karpfen, Oldschool, Alice im Wunderland, Schrift und Vögel vor; in einer Extra-Rubrik »Small Stuff« finden all jene Anregung, die nicht gleich ein ganzes Backpiece wollen.

Evil Fantasies

Teuflische Fantasien? Bei Tom Lennert von Evil Fantasies ist eigentlich gar nichts teuflisch. Seine Tätowierungen sind knallbunt, die Motive lustig-liebenswert und Tom selbst ein netter Kerl, der viel Enthusiasmus und Kreativität in seine Arbeit legt.

Motiv-Lexikon, Teil
12 (TS 2_08)

Von Ra wie Raijin bis Sa wie Sanduhr – wir erklären euch die Bedeutung der Tattoo-Motive. In dieser Ausgabe geht es um den Donnergott Raijin, der immer zusammen mit dem Gott des Windes Fijin häufig in traditionellen japanischen Tätowierungen gezeigt wird.

Tattoo-Fans
berichten...

...was hinter ihrer Tätowierung steckt In unserer Rubrik »Tattoo-Stories« wollen wir auch zeigen, was hinter diesen Tattoos steckt. Wir lassen einige Tattoo-Fans zu Wort kommen, die uns etwas über die persönliche Bedeutung ihrer Tätowierungen erzählen

Tattoos sexy
platziert!

Tattoos können sehr sexy sein – wenn man das richtige Bild an die richtige Stelle setzt! Tätowierungen sind Hingucker, und wer ein Tattoo anschaut, schaut unweigerlich auf den Körper des Trägers bzw. der Trägerin. Dadurch bieten sich Tattoos sozusagen als »Wegweiser« an, wenn man den Blick des Betrachters auf bestimmte Körperpartien lenken möchte!

Verbundenheit mit
Berufen durch
Tattoos darstellen

»Ich arbeite gern« oder »Ich liebe meinen Beruf!«. Wer das sagen kann, kann sich glücklich schätzen – und ist es wahrscheinlich auch in hohem Maße. Schließlich verbringen wir in der Regel an fünf Tagen in der Woche mehr als ein Drittel unserer Zeit auf der Arbeit.

Platzierung: Tattoos
auf den Händen

Krass! Tattoos auf Händen und Fingern trugen vor fünf Jahren allenfalls Tätowierer oder solche Hardcore-Tattoo-Fans, die auf ihrem übrigen Körper keinen Platz mehr für neue Hautbilder hatten. Tätowierungen an Körperstellen, die nicht durch Kleidung zu bedecken sind, waren tabu, ein absolutes No-Go! Das hat sich gewaltig geändert.

Zeit

Das Tattoo-Motiv einer Uhr erscheint auf den ersten Blick ganz offensichtlich: meist als Taschenuhr oder nostalgisch als Stundenglas dargestellt, ist sie ein Symbol für Zeit. Mit diesem Instrument können die Menschen diese messen, aber fassbar ist der Begriff der Zeit damit dennoch nicht.

Todesmotive

Der Sensenmann, die abbrennende Kerze, eine Sanduhr, der Totenschädel, der Rabe, Sinnsprüche wie »Memento mori« (Gedenke, dass du sterben musst) oder »Carpe Diem« (Nutze den Tag) … zahlreiche Motive erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens. Die so genannten Vanitas-Motive sollen nicht die Angst vor dem Tod schüren, sondern die Menschen zu einem gottgefälligen Leben erziehen.
Newsletter bestellen
weiter
Welche Themen interessiern dich?
Bike Auto Tattoo Musik
Stand:28 May 2020 03:38:44 Warning: fopen(cache/5091f426e92752b6df1eecdf00be72e1.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 163 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 164 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 165