Vegan-Spezial: Jasper Older von A Traitor Like Judas


Die aktuelle Ausgabe unseres Schwestermagazines TätowierMagazin beschäftigt sich mit dem Thema "vegan und tätowiert". Redakteur Boris hat sich genau hierzu mit dem farbenfrohen Veganer Jasper Older, seines Zeichens Frontmann von A Traitor Like Judas, unterhalten.



    Foto ®© Benjamin Pohle
  • Wie kam es zum Veganismus?
Ich lebe inzwischen 12 Jahre vegetarisch und haben darauf geachtet, dass ich keine Leder- oder Pelzprodukte etc. am Körper trage oder irgendwie nutze. Ich habe schon etwas länger mit dem Gedanken gespielt es dann auch endlich konsequent durchzuziehen und habe dann vor etwa zwei Jahren angefangen, mich vegan zu ernähren.

Foto ®© Julia BaierDie Thematik war mir schon immer relativ klar, ich mag Fleisch, Milch, Käse super gern vom Geschmack - zumindest so, wie ich es mir inzwischen vorstelle - ich habe mich bewusst aus ethischen Gründen zum veganen Leben und gegen die Massentierhaltung entschieden. Durch Hardcore, die Punk- und Metalszene habe ich die ersten Kontakte und Berührungspunkte mit dem veganen und vegetarischen Leben gehabt.

Es ist einfach die logische und einzige Konsequenz, die es für mich gibt. Würde es eine gute Alternative geben, ohne dass Tiere leiden an Milch, Ei oder Käse zu kommen und das im Maßstab, so dass es jeder nutzen kann, würde ich das sicher machen! Gibt es aber nicht.

Stattdessen, schreitet die Industrie mit immer perverseren Methoden voran, Tiere als Rohstoff zu produzieren. Das ist keine Option!

  • Inwiefern hat die Lebenseinstellung auch Einfluss auf die Musik und auf die Tattoos?
Foto ®© Mad Scientist PhotographyNatürlich hat diese Einstellung auch einen großen Einfluss auf die Musik und wie eben schon angesprochen auch umgekehrt. Hätte ich damals nicht Bands und Shows erlebt, wo es um diese Lebenseinstellung ging, würde ich evtl. jeden Tag mein Schnitzel braten. Das heißt die Musik und diese Einstellung bedingen sich gegenseitig.

Meine bzw. unsere Texte sind weniger plakativ und wir schreiben eher in Metaphern. Zusammenfassend kann man aber sagen, dass unsere Texte und Einstellung schon sehr, sehr gesellschaftskritisch sind.

Wir sind dabei aber eher nicht politisch (außer bei Nazis) oder predigen irgendetwas. Wir zeigen eher Optionen auf, die wir gut für uns und den Rest der Welt finden. Was die Leute daraus machen, ist im Endeffekt ihnen überlassen.

Wir arbeiten mit ein paar wirklich wichtigen Organisationen wie z.B. unseren sehr engen Freunden von der „Hardcore Help Foundation“, den „Peta 2“-Jungs oder auch „Kein Bock auf Nazis“ zusammen. Ein ganzheitliches Nachdenken über die Lebensweise ist uns schon sehr wichtig.

  • Gibt es irgendwelche Tattoos zum Thema Vegan?
Foto ®© Markus SioIch habe zwar inzwischen echt einige Tattoos, aber unglaublicher Weise keine Tattoos, die direkt auf 'vegan' oder 'veggie' hinweisen. Ich bin auch seit 12 Jahren Straight Edge und habe kein Edge-Tattoo.

Es stellt sich hier auch eher in Metaphern dar. Zum Beispiel habe ich eine ziemlich böse Krake auf dem Unterarm, die eine Schnapsflasche in den Armen hält. Ich plane aber natürlich schon neue Projekte und denke auf jeden Fall oft darüber nach, wie ich das einbauen kann.

Ich bin nicht so der „Witz-Tattoo“-Typ, der sich 'ne Mohrrübe oder so irgendwo hinsäbeln lässt oder sich in riesigen Buchstaben VEGAN auf den Kehlkopf packt. Das muss ich schon irgendwie anders verpacken.

  • Hat sich das Leben durch den Veganismus verändert und wenn ja wie?
Foto ®© Mareen MeyerDefinitiv! Vegetarier sein ist heute so stark wie nie angekommen und man bekommt inzwischen so gut wie in jedem Laden irgendetwas Vegetarisches. Bei Vegan sieht das schon etwas anderes aus.

ABER die Industrie ist dran und es gibt in vielen Supermärkten echt eine Riesenauswahl an veganen Produkten. Meines Erachtens ist das auch die einzige Möglichkeit die Massentierhaltung abzuschaffen, indem man als Konsument den Markt und die Industrie dahinsteuert, dass sie vegane Produkte anbieten.

Ein Konzern verändert sich nicht, wenn Leute ein Schild hochhalten und sagen, dass das schlecht ist. Ein Konzern verändert sich, wenn sie Geld verlieren und ein Produkt finden, das Geld bringt. Darum ist dieser Vegan-Hype, der im Moment da ist, echt mal ein toller Hype, der bitte einfach bestehen bleibt.

Um auf die Frage zurückzukehren: Es hat sich viel verändert, weil man sich viel mehr mit seinem Essen auseinandersetzten muss. Fertigprodukte sind so gut wie ein No-Go geworden. Gesundes, frisch zubereitetes Essen ist angesagt.

Ich denke, dass Leute sich, egal ob Fleischesser oder nicht, viel zu wenig Gedanken darüber machen, was sie da in sich hineinstecken mit den ganzen Zusatzstoffen und Antibiotika. Das vegan-sein ändert das immens.

Na klar muss man auch hier gucken, dass man alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine, etc. bekommt, aber als Veganer beschäftigt man sich am Anfang so sehr damit, dass man 1000-mal gesünder und besser lebt und isst, als ein Mensch, der sich einfach nur das Essen aus dem Supermarkt reinfährt.
Coverbild ©Redfield Records
  • Warum sollte man vegan leben?
Die Frage ist Quatsch! Es sollte heißen: Wie kann man in der heutigen Zeit nicht vegan leben und Massentierhaltung, Gammelfleisch, Antibiotikamissbrauch, Regenwaldabholzung für Tierfutternahrung, unnötigen Rohstoffverbrauch und die Klimaveränderung durch Methan befürworten!?


Mehr zum Thema findet ihr im neuen TätowierMagazin, das ab 28. März 2014 im Handel ist! 

Interview: Boris Erbrecht
Bilder: © s.Bilder




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25.03.2014
Interview: Boris Erbrecht Bilder: © s.Bilder
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Stand:14 November 2019 00:11:27 Warning: fopen(cache/8c58adb610504170d69c4b4538d8c065.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 163 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 164 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 165