Crashdiet ? Take It Sleazy!



Crashdiet: (vlnr.) Simon Cruz (Vocals) und Eric Young (Drums)
Crashdiet: (vlnr.) Simon Cruz (Vocals) und Eric Young (Drums). 

In den 80er Jahren gab es ein musikalisches Phänomen, das sich Supergroup nannte. Bands, die ganze Stadien füllten und sogar ganze Tourneen in riesigen Größenordnungen absolvierten. Diese »Stadion-Rock« -
Bands hießen Guns ’n’ Roses, Scorpions, Mötley Crüe, Ratt, Warrant usw. Ihr Markenzeichen: langes und toupiertes Haar, Schminke, pompöse Shows und vor allen Dingen großartige Rock-Musik. Nirvana und die große Seattle-Grunge-Welle Anfang der 90er trugen allerdings zum Massensterben der sogenannten Hair- und Sleaze-Bands bei. Eine der wenigen Bands, die noch an die große Zeit der Rockmusik glaubt und die Hoffnung auf eine Renaissance dieser Epoche nicht aufgegeben hat, sind Crashdiet aus Stockholm.

Ihr seid seit einigen Wochen auf Tour, wie läuft es bisher?
Eric: Es läuft sehr gut, die meisten Shows waren bisher ausverkauft und wir hatten auch noch mal eine gute Woche Pause zwischen England und Deutschland, weil Martin, unser Gitarrist, heiratete.
Simon: Ja, die Hochzeit war super. Wir hatten quasi einen Party-Break nach der Tour-Party, bevor es dann zur nächsten Tour-Party weiterging (lacht).
Eric: Gestern waren wir in Berlin und feierten nach Show-Ende noch bis 6 Uhr morgens im White Trash, dieser Club mit dem Tattoo-Shop im Keller.
 
Simon ist auch klassischem Punkrock nicht abgeneigt, wie der Anarcho-Schädel mit Iro zeigt.

Simon ist auch klassischem Punkrock nicht abgeneigt, wie der Anarcho-Schädel mit Iro zeigt. 


Nach den Tourneen in den Staaten und Südamerika habt ihr sicherlich auch schon Pläne für andere Kontinente oder?
Eric: Es gibt Überlegungen für Asien und Australien, aber noch nichts Konkretes. Wir wollen erstmal die Europatour zu Ende spielen und werden dann weitersehen. Wir haben ja auch erst unser neues Album veröffentlicht und wollen dazu auch noch eine weitere Singleauskopplung mit Video an den Start bringen.

Wo habt ihr denn die größten Fans auf der Welt?

Eric: Ganz klar in Südamerika, die Leute dort sind total verrückt und rasten auf den Konzerten komplett aus. Allerdings wird die Fangemeinde gerade in England und Deutschland auch immer größer, was uns natürlich riesig freut.
Simon: Die Südamerikaner sind wirklich nicht mehr ganz dicht, die Konzerte dort eskalieren regelmäßig, so sind manchmal mehr Leute auf der Bühne, wie davor (lacht).

Ihr hattet ja auch schon die Ehre, in richtig großen Hallen die Shows für Ozzy Osbourne oder Mötley Crüe eröffnen zu dürfen, wie war das für euch?
Eric: Auf der einen Seite ist es toll, für die Bands zu eröffnen, mit denen man groß geworden ist, andererseits ist es auch so, dass man genaue Anweisungen kriegt, wo man sich auf der Bühne bewegen darf und gerade bei Ozzy war unser Slot gerade mal 20 Minuten lang, was natürlich wie im Flug vergeht.
Simon: Bei der Crüe-Tour war es besser, da hatten wir pro Show fast eine Stunde Spielzeit und das Publikum stand auch voll und ganz auf unsere Musik. Das hat schon Spaß gemacht.

 

Der biomechanische Sleeve von Eric.

Der biomechanische Sleeve von Eric.

Welche Bands beeinflussen euch denn beim Songwriting?

Eric: Ich höre gerne klassischen Heavy- und Thrash-Metal, aber auch Popmusik.

PopMusik? Also Sachen aus den Charts?
Eric: Ja, am liebsten »Lady Abba« (großes Gelächter im ganzen Backstage-Raum)
Simon: Ich bin sehr offen, was Musik angeht, ich liebe Lenny Kravitz, aber auch Led Zeppelin und natürlich auch Old-School-Punkrock wie die UK Subs.

Erinnert ihr euch noch an euere erste CD oder Schallplatte?

Eric: Oh ja, aber das ist nicht cool. Bevor ich Rock hörte, war ich großer Mariah-Carey-Fan und kaufte mir all ihre Alben. Erst mit 10 oder 11 Jahren entdeckte ich Bands wie Sepultura oder Pantera für mich.
Simon: Ich kann mich nicht daran erinnern, was meine erste Platte war, meistens kopierte ich mir von meinen Freunden alles auf Kassette. Selbst Sachen gekauft habe ich dann erst später.
 
Crashdiet live: Auch in Deutschland wird die Fangemeinde stetig größer.

Crashdiet live: Auch in Deutschland wird die Fangemeinde stetig größer. 


Euer erst kürzlich erschienenes Album »The Savage Playground« wurde Live im Studio eingespielt. Was hat euch bewogen, diesen ungewöhnlichen Schritt zu gehen?

Eric: In der heutigen Zeit klingen die meisten Aufnahmen sehr überproduziert und durch die digitalen Möglichkeiten auch sehr glatt gebügelt. Wir wollten einfach roher klingen und gingen deshalb ganz Old School zur Sache. Wir benutzten zwar keine Tonbänder und spielten schon auf die Harddisk ein, aber dadurch, dass alle zusammen spielten, entstand so eine Art Live-Spirit und damit haben wir uns einfach sehr wohl gefühlt.
Simon: Wir bekamen so einfach den puren und ungefilterten Crashdiet-Sound, wie er sein soll.

Auf eurem zweiten Album gab es auch ein paar Gitarren-Tracks mit Mick Mars von Mötley Crüe zu hören, besteht der Kontakt noch?
Eric: Nein, der ging leider verloren. Aber wir denken, wenn er wieder Bock darauf hätte, würde er sich sicherlich melden. Er hat wahrscheinlich genug mit der Crüe zur Zeit zu tun, die wollen noch mal ein Album aufnehmen und dann eine Welt-Tour spielen.

Lasst uns mal über euere Tattoos sprechen …
Simon: Ja, sehr gerne. Mein neuestes ist dieser Schriftzug hier (Snakes in Paradise), das ist der Titel meines Lieblingssongs von der neuen Platte.
Das eiserne Kreuz mit dem lachenden Schädel steht für meine Kindheit, das Motiv mit dem Schriftzug »born to die free« bedeutet für mich Freiheit, wenn ich auf meinem Motorrad durch Stockholm fahre. Die Schlange mit der Rose ist ein Partner-Tattoo, das ich mit meiner Ex-Freundin aus Frankreich habe stechen lassen, sie auf schwedisch und ich auf französisch. Außerdem trage ich das Stadtwappen von Stockholm als Tattoo auf dem Herzen, was auch meinen Patriotismus zu Schweden symbolisieren soll, aber ich möchte mich jetzt nicht mehr ausziehen, um es euch zu zeigen, weil es sehr lange gedauert hat, meine Haare so hoch an die Decke zu stylen (lacht).
Eric: Mein Sleeve wurde hauptsächlich vom H.R.- Giger-Alien-Style inspiriert. Ich stehe sehr auf dessen Kunst. Unten siehst du unser Band-Logo und der Schädel oben jetzt eingebunden ist, war mein erstes Tattoo – es ist das Cover der Sepultura-Platte »Beneath the Remains«. Ich war damals 17 als ich mir es habe stechen lassen und mächtig stolz darauf. Mein letztes Tattoo habe ich mir mit meinem besten Freund aus Deutschland stechen lassen. Ich habe den Roadrunner und er den Kojoten, wenn wir unsere Arme übereinander legen, sieht es nach der typischen Verfolgungsjagd wie im Zeichentrick aus.

Möchtet ihr eueren deutschen Fans noch was mitteilen?
Eric: Ja, unbedingt – wir danken euch für euren unermüdlichen Support und es ist für uns die größte Freude zu sehen, wie das Publikum 
von Tour zu Tour hier immer größer wird. 
Danke!   
 


Text: Boris Erbrecht
Bilder: Markus Mantei




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08.10.2013
Text: Boris Erbrecht Bilder: Markus Mantei
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Stand:14 November 2019 00:11:47 Warning: fopen(cache/78df6a978a064867e8ccabc2586f34e9.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 163 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 164 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 165