Special: Tattoo-Klassiker (TS 3_08)


Tattoo-KlassikerTattoo-Klassiker
Bilder von Glaube, Liebe und Hoffnung

In der Südsee begann es.
Zuerst kam das Wort »tatau«, was »Wunde schlagen« bedeutet, und erstmals in James Cooks Bericht über seinen Aufenthalt in der Südsee 1769 zu lesen war. Auf den Inseln Polynesiens, Melanesiens und Mikronesiens sahen die Seeleute ganz besonders schöne Tätowierungen und brachten Beispiele davon mit in die Heimat – sei es auf der eigenen Haut oder durch mitgebrachte Südsee-Insulaner, die nach anfänglichem Hofiert-werden später auf den Rummelplätzen Europas zu Objekten der Schaulustigen wurden. Die Südsee war das verklärte Paradies, sei es bei den Daheimgebliebenen, die nur die faszinierenden Berichte lesen konnten, oder bei den Seeleuten, die dort nach Monaten der Entbehrung und Ernie­dri­gung auf den Walfängern, Kriegs- und Handelschiffen vor Anker gingen. Ließen sich die Seeleute anfänglich noch die Zeichen der Südseeinsulaner stechen, änderte sich mit der Zeit die Motivwahl. So erkannte man die Meuterer der Bounty später an den Tätowierungen wieder – mit einer Ausnahme trugen die Meuterer keine speziellen Südseemotive, sondern Motive der Heimat. 1791 fasste man 14 der 25 ehemaligen Besatzungsmitglieder – identifiziert auch über ihre Tätowierungen.

Da die Seeleute auf ihren langen Reisen viel Zeit hatten, tätowierten sie sich gegenseitig und bald tätowierten ehemalige Seeleute in den Hinterzimmern der Kneipen oder beim Friseur. Vor allem natürlich in den Hafenstädten: von St. Pauli bis Shanghai stellten die Tätowierer ihre Dienste zur Verfügung.

Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts gab es fast keinen Matrosen der deutschen Marine, der nicht tätowiert war. Die Gründe dafür lagen – neben Prahlsucht und Trunkenheit – vor allem im Aberglauben der Seeleute. Die Ungewißheit ihres Schicksals auf See, welches der einzelne nur in sehr geringem Maße selbst beeinflussen konnte, ließ sie an das Glück, die Hoffnung und kameradschaftliche Verbundenheit glauben. Glücksbringer, Talismane, Zeichen des christlichen Glaubens und profane Motive der Liebe und des Hasses vermischten sich zu einem Bildgut, das bis heute nichts von seinem Reiz verloren hat. In allem lag eine Widerspiegelung des Seemannslebens, sei es auf hoher See oder im schützenden Hafen. Ihre Wünsche, Freuden und Sehnsüchte führten sie zum Tätowierer: die ewigwährende Seemansliebe, aber auch Motive des Abschieds, Wiedersehens, der Hoffnung …
Noch nie haben sich Landratten so zahlreich die Motive der Matrosen stechen lassen wie heute. Die Liste der Motive ist lang und sicherlich auch nicht vollständig. So fehlt beispielsweise das Sacred Heart-Motiv, nautische Sterne, Drachen, Geishas und so weiter – ausgespart, weil ihre Bedeutung schon sehr oft beschrieben und erklärt wurde. Seltener zu sehen ist heutzutage das Rock-of-Ages-Motiv und »Mein Feld ist die Welt« – Motive, deren Charme sich sicherlich vielen Traditionalisten erschließt – und sicherlich nicht nur Seeleuten sondern auch waschechten Landratten.  

Tattoo-Klassiker – eine Auswahl
Tattoo Klassiker Rock of Ages Bugs Tattoo Lounge Tattoo Klassiker Schwalbe Drew Horner Lidköping S Tattoo Klassiker Mans Ruin Matt Tattoo Tradition (Birmersdorf, CH)    
Rock of Ages
Bugs
Tattoo Lounge
Los Angeles, USA
Schwalbe
Drew Horner
Living Art Tattoo
Lidköping, S
Mans Ruin
Matt
Tattoo Tradition
Birmersdorf, CH
Homeward Bound
Angelique Houtkamp
Amsterdam, NL)
Death before Dishonour
Filip
Satattoo
Aprilia, I




Bluse Retro
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Buch Vornamen in Japanischer Schrift als Tattoo-Designs
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17.06.2008
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tattoo motive

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Stand:17 December 2018 17:51:04