Platzierung: Bis über die Halskrause


Tattoos auf dem Hals und Kehlkopf sind keine Erfindung unserer Zeit. Doch unter den Stämmen und Ethnien rund um den Erdball finden sich nur relativ wenige Beispiele für diese Platzierung. Tribal-Tätowierungen am Hals konnten Teil eines Gesamtkonzeptes sein, beispielsweise einer Gesichtstätowierung, die beeindruckende Wirkung ging aber dann eher vom Gesicht als vom Hals aus. Bei den Dayak, den Stämmen Borneos, ließen und lassen sich die jungen Männer ein Kehlkopf-Tattoo tätowieren, den Ukir Rekong; ein Symbol für den starken tapferen Krieger. Entgegen der allgemeinen Auffassung steht dieses Motiv nicht im Zusammenhang mit der Kopfjagd, sondern es stilisiert ein »Tier, das einen Baumstamm hochklettert«. Wobei der kräftige Hals des Mannes mit dem Baumstamm gleichgesetzt wird: kräftig und langlebig sollte er sein. Bei dem Tier kann es sich um einen Frosch, Skorpion, eine Echse oder Schlange handeln.

Mit der Punkbewegung in den 80er Jahren traten bei uns erstmals Tattoos auf dem Hals auf. Punker ließen sich den Schriftzug »Cut here«, Spinnennetze oder eine sich herabseilende Spinne tätowieren. Ein um den Hals gelegter Strick ist dagegen typisch für ein Chicano-Knasttattoo. Die provokante Wirkung dieser Tattoos war gewollt, gesellschaftliche Tabus sollten gebrochen werden: »Seht her, wir gehören nicht zu euch, und wir wollen es auch gar nicht!« war die Botschaft.

Heute geht es bei den Halstätowierungen nicht mehr ums Provozieren,
sondern ihre Träger wollen ganz bewusst ihre Tätowierungen zeigen und nicht mehr unter der Kleidung verstecken. Und auch das Motivspektrum hat sich verändert. Eigentlich geht jedes Motiv. Und wenn das Porträt eines Kindes, eine Rose oder ein Schmetterling die Blicke auf den Hals des Trägers ziehen, dann bringen diese als positiv angesehenen Motive so manch gepflegtes Vorurteil zumindest zum Wackeln.


Die Zeit ist vorbei, in der nur toughe Jungs Tattoos am Hals trugen. Tattoo von Hakan Handgranat, Lugnet efter Stormen in Helsingborg (SE). Klare Strukturen wie bei diesem Traditional-Tattoo eignen sich für ein Tattoo auf dem Hals. Gestochen von Jan, Hayd Tattoo, Schramberg. Die jungen Dayak-Männer auf Borneo lassen sich auch heute wieder den Borneo-Frosch, den Ukir Rekong, auf den Kehlkopf tätowieren. In stilisierter Form stellt er ein Tier (Frosch, Skorpion, Echse, Schlange) dar, das einen Baumstamm hinaufklettert. Es symbolisiert den starken tapferen Krieger und gehört damit zu den seltenen Fällen, dass Tribal-Tattoos auf dem Hals getragen wurden.  
Tattoo von Hakan Handgranat, Lugnet efter Stormen, Helsingborg (SE). Tattoo von Jan, Hayd Tattoo, Schramberg.
 
Die jungen Dayak-Männer auf Borneo lassen sich auch heute wieder den Borneo-Frosch, den Ukir Rekong, auf den Kehlkopf tätowieren.  



Text: Heide
Bilder: TattooStyle Archiv




12.10.2013
Text: Heide Bilder: TattooStyle Archiv
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tattoo motive

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