Minitattoos von Sebastian


Sebastian aus Salzburg in Österreich wird am TätowierMagazin-Stand auf der Convention Frankfurt kleine Tattoos im Walk-in-Verfahren stechen. Sein Motto ist: Wer zuerst kommt, wird zuerst bemalt! 

Sebastian tätowiert auf der Convention in Frankfurt am TätowierMagazin-Stand nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, wird zuerst bemalt!
Sebastian tätowiert auf der Convention in Frankfurt am TätowierMagazin-Stand nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, wird zuerst bemalt!


Du arbeitest viel mit Punktierung und Schraffierung. Welche künstlerische Ausbildung hast du genossen?
Im schulischen Sinn keine. Ich habe zwar schon in meiner Jugend viel gezeichnet und wollte auch an eine Akademie mit kreativem Schwerpunkt, aber damals hat mir in der Schule einfach noch die Motivation gefehlt. Schade eigentlich. Ich kann Tage damit verbringen, nur Punkte zu zeichnen.  

Deine Tattoos sind entweder sehr klein oder sehr filigran, oder beides. Gibt es einen Grund aus dem du dich in eher kleineren Dimensionen bewegst?
Ich finde es toll, mit Einfachheit etwas darzustellen und Motive stark zu reduzieren. Ich konzentriere mich absichtlich auf kleinere oder mittelgroße Tattoos, da es für mich herausfordernder ist, das Motiv komplex und an den Körper angepasst zu entwerfen, sodass es eine Einheit mit dem Körper ergibt. Kleine Tattoos finde ich auch persönlich cool. Und ich habe ein »Sammelbein« und einen »Sammelarm« von verschiedenen Künstlern.

Origami-Tierchen.Wale sind die neuen Eulen, trendmäßig gesehen. Dieser Pottwal ist schwer von Narben gezeichnet.

(l) Wale sind die neuen Eulen, trendmäßig gesehen.   Dieser Pottwal ist schwer von Narben gezeichnet. (r) Origami-Tierchen.


Zum Beispiel trägst du einen abgehackten Schädel im Japan-Style von Pino Cafaro auf dem Unterarm.
Der ist nicht nur abgehackt, sondern auch noch mit einer japanischen Schere durchstochen! Namakubi haben mir schon immer sehr gefallen. Ich finde die Arbeiten von Pino saucool und ich wollte schon immer eine Tätowierung von ihm, weil mir sein Stil sehr gut gefällt. Wobei, wenn ich meine Tätowierungen so betrachte, sind auffallend viele Motive durchstochen, zerschnitten oder angeschossen. Also eher weniger lebendig.

Aus Papier gefaltete und tätowierte Maus.
Einfach nur Blüten; das geht auch.

(l) Aus Papier gefaltete und tätowierte Maus. (r) Einfach nur Blüten; das geht auch.


Wohingegen die Motive, die du tätowierst, oft eine fröhliche, verspielte Stimmung ausstrahlen. Ist es dir wichtig, angenehme Emotionen mit Tattoos zu erzeugen?
Auf jeden Fall, wobei manchmal ja auch düstere Motive angenehme Stimmung erzeugen können – bei mir zumindest. Ich will aber nicht so ganz in die verspielte Ecke geschoben werden.

 
Möchtegerns
 
Diese Motive würde dir Sebastian auf der Tattoo-Convention in Frankfurt gerne stechen. Frag ihn einfach am TätowierMagazin-Stand danach.

Taschenmesser/Feitl
Kleine Mandalas
Graphische Blumen
Origami-Tiere
Flugzeug
Pizza
Abstrakte Schädel
Jojo
Schwarzer Regenbogen
Planeten
Fische
Kaktus
Zahn
Käfer
Wie kam es zu eurem Studionamen Mint Club?
Wir wollten einen Begriff, der quasi alles bedeuten könnte. Und etwas, was man sich leicht merkt. Eine Gemeinschaft, ein Club wo man zusammen den Dingen frönt, die Spaß machen, also zeichnen und tätowieren – und manchmal auch ein Bier trinken. In unserer Branche hat sich die Namensfindung als unglaublich schwierig herausgestellt. Irgendwie gibt’s ja nichts, was es noch nicht gibt. Dann waren wir 2008 zufällig bei einer Lesung von Rocko Shamoni, der wollte damals mint als neues Modewort einführen, also statt fresh einfach mint. Und da wir einen Namen wollten, der so gut wie keine Aussagekraft oder Sinn hat, haben wir uns daran erinnert und uns für Mint Club entschieden. Wir erzählen aber jedem, der danach fragt, eine andere Geschichte.
 
Geometrische Formen, die bei längerem Hinsehen alles Mögliche ergeben könnten. Zum Beispiel ein Hasengesicht.
Ein kleines Zeichen, das wie zufällig auf der Schulter sitzt.

(l) Geometrische Formen, die bei längerem Hinsehen alles Mögliche ergeben könnten. Zum Beispiel ein Hasengesicht.  (r) Ein kleines Zeichen, das wie zufällig auf der Schulter sitzt.


Foerdl aus Wien macht dir gerade deinen Rücken. Wie weit seid ihr damit und wieso hast du dich für ihn als Tätowierer und für dieses Motiv entschieden?
Wir kennen Foerdl ziemlich gut und sind schon lange mit ihm befreundet. Er ist ein extrem guter Künstler und gewissermaßen ein heimliches Vorbild von mir. Ich steh sehr auf seine Tätowierungen. Was blieb mir da anderes über, als ihm meinen Rücken anzuvertrauen? Das Filetstück des Körpers! Ich muss ihm sehr danken, denn er ist derjenige, der so einen saugeilen Entwurf eines Kappa (jap. Wassergeist) gemalt hat, der von einem japanischen Kurzschwert und Pfeilen durchstochen wurde, und es wieder mal geschafft hat mich sprachlos zu machen. Er hat auch meine komplette Brust schon tätowiert. Ich hatte keinen konkreten Plan, eine japanische Kreatur aus der Mythologie sollte es sein, natürlich wieder mit Messer oder Schwert, denn ich sammle leidenschaftlich gerne schöne Messer. Ich hab ihn drauf los zeichnen lassen und mich hat seine Skizze von Anfang an von den Socken gehauen. Kurze Zeit später haben wir angefangen.  
 
Ganz frischer Fisch am Unterarm. Dieses Schädel könnten auch vom Künstler M.C. Escher stammen.

(l) Dieses Schädel könnten auch vom Künstler M.C. Escher stammen. (r) Frischer Fisch am Unterarm.


»Über Dotwork und geometrische Tattoos freut Sebastian sich am meisten« schreibt ihr auf eurer Facebook-Seite. Woher kommt dieses Faible?
Stimmt, das stand da, aber ich freue mich auch über Sachen unterschiedlichster Richtungen. Klar gehen viele in die geometrische, aber alles, was irgendwie etwas verrückt ist, gefällt mir. Etwas das sehr polarisiert und manche vielleicht schrecklich finden, finde ich spannend. Natürlich steche ich andere Tattoos auch, keine Frage, nur, solche verrückten Tattoos freuen mich am meisten und verschönern mir den Tag! Glücklicherweise hab ich sehr viele tolle Kunden, die genau das wollen. Ich freu mich schon auf die spannenden Ideen, die noch kommen.

Stechbrief
 
Der 32-jährige Österreicher Sebastian tätowiert zusammen mit Freundin und TM-Nachwuchscontest-Siegerin 2009 Eva Schatz im gemeinsamen Mint Club-Tattoo Atelier in Salzburg. Seit sechs Jahren besucht er Conventions. Vor drei Jahren begann er Designs zu zeichnen, um diese seinen Freunden zu stechen. Seinen Job als Abteilungsleiter in einer Autolackiererei gab er im Januar 2013 auf, um Vollzeittätowierer zu werden. Das meiste über Technik und Komposition hat er von Eva gelernt, durch die er mit der Szene erstmals in Kontakt kam. Die zwei sind jeweils auch ihre größten Kritiker, was beide stets auf das nächste Level pusht. Dabei helfen ihnen aber auch die zahlreichen Gasttätowierer (siehe www.mintclubtattoo.com). Sebastian liebt es kleine Tattoos zu stechen. Du findest ihn vom 11. bis zum 13. April auf der Convention Frankfurt, wo du am TätowierMagazin-Stand ein Tattoo von ihm bekommen kannst. Es gilt: Wer zuerst kommt, wird zuerst bemalt! 
 
Wie erarbeitest du deine geometrischen Designs?
Geometrie war schon immer eine Leidenschaft von mir. Viele meiner geometrischen Arbeiten entstehen ganz klassisch mit Lineal und Zirkel am Zeichenbrett, natürlich kommt immer wieder der Computer zu Hilfe, aber am liebsten erarbeite ich die Grundkonstruktionen am Papier. Ich zeichne auch alle am Computer entstandenen Motive händisch nochmals nach, Eva schmunzelt da zwar immer, weil es ja enorm zeitaufwändig ist, aber nur so bekomme ich ein Gefühl fürs Motiv und kann noch letzte Anpassungen vornehmen.
 
Deutschland hat vielerorts zahlreiche und sehr fähige Tätowierer. Wie steht es um die Szene in Österreich, wie entwickelt sie sich zur Zeit?
Ich glaube keinesfalls, dass wir uns in Österreich verstecken müssen. Es gibt zahlreiche sehr bekannte Tätowierer, die die heutige Szene maßgeblich geprägt haben.
In Österreich gibt es zwar viel, viel weniger Tätowierer als in Deutschland, zu erkennen ist aber, dass es in den letzten Jahren einen Aufschwung gab und ganz viele hervorragende Tätowierer zum Vorschein kamen. Ein Grund dafür ist, dass auch bei uns die Medien dem Thema mehr Aufmerksamkeit gewidmet haben.


KONTAKT

Sebastian
Mint Club – Tattoo Atelier
Salzburg, Österreich

www.mintclubtattoo.com
bob@mintclubtattoo.com
instagram.com/bob_fizzz
facebook.com/sebastian.mintclub
facebook.com/mintclubtattoo


Text: Jan Burger
Bilder: Sebastian




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28.03.2014
Text: Jan Burger Bilder: Sebastian
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