Tattoo Ink Explosion 2014


Die fünfte Tattoo Ink Explosion in Mönchengladbach stand im Zeichen von Zirkus und Jahrmarkt. Location, Rahmenprogramm und Tätowierer-Line-up suchen in Deutschland ihresgleichen.

Kristin Schubert (Erste von links) vom Holy Diver in Essen und ihre Kundinnen gewannen gleich dreimal in der Kategorie »Best of Old-/New-School«. Passend zum Zirkusmotto kamen Sven Gnida vom Dark Concepts in Recklinghausen und sein Kunde mit diesem imposanten Piece um die Ecke.
(l) Kristin Schubert (Erste von links) vom Holy Diver in Essen und ihre Kundinnen gewannen gleich dreimal in der Kategorie »Best of Old-/New-School«. (r) Passend zum Zirkusmotto kamen Sven Gnida vom Dark Concepts in Recklinghausen und sein Kunde mit diesem imposanten Piece um die Ecke.


Ein süßlicher Duft von Popcorn und frischer Tattoo-Tinte liegt in der Luft, während die Menschenmenge, begleitet vom Geräusch arbeitender Tattoo-Maschinen, sich ihren Weg durch die einzelnen Gänge der Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach bahnt, vorbei an bärtigen Ladys und Stelzenläufern. Sie befinden sich auf der Tattoo Ink Explosion, die nun schon zum fünften Mal und dieses Jahr unter dem Motto »Sideshow Circus« stattfindet. Den Besuchern boten sich in einer ehrwürdigen und imponierenden Location diverse Artisten und Acts, die dieses Thema aufgriffen und das Gesamtbild perfektionierten.

Da erschreckt sich die Schnecke von  Alex Schwarz vom Studio Tokoa in Miehlen. Unter die Zirkusleute mischten sich auch blutdurstigere Gestalten.Modernes Wilhelm-Busch-Porträt von Alex Schwarz vom Studio Tokoa  in Miehlen.
(l) Modernes Wilhelm-Busch-Porträt von Alex Schwarz vom Studio Tokoa  in Miehlen. (m) Unter die Zirkusleute mischten sich auch blutdurstigere Gestalten. (r) Da erschreckt sich sogar die Schnecke von  Alex Schwarz vom Studio Tokoa in Miehlen.


Gemütlichkeit im Jugendstil
Ob Besucher, Tätowierer oder Veranstalter: Jedem zaubert die Frage nach der Atmosphäre der Convention ein überzeugtes Lächeln ins Gesicht, gefolgt von Aussagen über die entspannte Stimmung oder über die großartige Organisation, in der laut Veranstalter Andy eine Menge Herzblut steckt. Auch die Location selbst trägt einen großen Teil zur Atmosphäre bei: Die zwischen 1901 und 1903 erbaute Kaiser-Friedrich-Halle verleiht der Convention dank ihrer Jugendstilelemente eine gewisse Gemütlichkeit und lässt keinen kühlen Messecharakter aufkommen.
Im Gegensatz zum letzten Jahr wurde für die fünfte Tattoo Ink Explosion die Ausstellungsfläche mit dem zur Halle gehörigen Restaurant erweitert.
 
 
Alles abgeräumt!
 
Best Traditional: Tattoo von Kristin Schubert, Holy Diver (Essen)Best Traditional: Tattoo von Kristin Schubert, Holy Diver (Essen)Kristin Schubert vom Holy Diver in Essen gewinnt Platz 1, 2 und 3 beim Contest

Was sind deine persönlichen Ambitionen, um dich auf einer Convention zu präsentieren?
Unser Studio liegt ein wenig versteckt, deswegen ist die Tattoo Ink Explosion eine gute Sache, um zu werben, des Weiteren ist sie eine etwas andere Convention, auf die man gerne mit den Gedanken geht, dass nicht jeder hier eingeladen wird und auch immer ein gewisser Qualitätsstandard vorhanden sein muss.
Wie findest du die Convention?
Ich mag diese Convention sehr, die Aufmachung ist sehr liebevoll, die Location ist super und man merkt an jeder Ecke, dass sich hier sehr viel Mühe gegeben wird.
Du hast soeben beim Contest die ersten drei Plätze in der Kategorie »Best Old & New School«, unter anderem mit einem kompletten Zirkus-Sleeve belegt.
Dass der Sleeve meiner Kundin so gut zum Motto der diesjährigen Tattoo Ink Explosion passte, war reiner Zufall. Aber als ich das Motto erfahren habe, musste ich meine Kundin einfach fragen, ob sie für mich an dem Contest teilnehmen möchte.
Wohin bewegt sich deiner Meinung nach der Trend der Tattoo-Stile?
Die Menschen entwickeln wieder ein Bewusstsein für Tätowierungen, und sie achten darauf, dass eine Tätowierung in 20 Jahren nicht aussieht wie eine zerlaufene Scream-Maske und durch Outlines und viel Platz frisch gehalten wird. Deswegen denke ich, dass der Trend langsam, aber sicher zum Neo-Traditional oder Old School geht.
 


 

 

Convention der Newcomer
Neben den großen Namen der Tattoo-Szene waren auch talentierte Newcomer vertreten, die dank der zahlreichen Contests aus dem Schatten der anwesenden Elite traten, um ihre einzigartigen Arbeiten zu präsentieren. Eine herausragende Leistung erzielte Kristin Schubert von Holy Diver aus Essen, die in der Kategorie »Old & New School« die ersten drei Plätze sowie in der Klasse »Best Neo-Traditional« den ersten Platz belegte.

Passend zum Thema: Bärtige Bräute und Pokale im Zylinderformat, auch das gabs auf der Ink Ex. Glasklare Hannya von Lars von Art of Paint in Oranienburg. Die Welt, wie wir sie kennen, neigt sich dem Ende zu. Tattoo mit Message von  Kis Brigi vom Kis Brigi Tattoo in Ungarn.
(l) Passend zum Thema: Bärtige Bräute und Pokale im Zylinderformat, auch das gabs auf der Ink Ex. (m) Glasklare Hannya von Lars von Art of Paint in Oranienburg. (r) Die Welt, wie wir sie kennen, neigt sich dem Ende zu. Tattoo mit Message von  Kis Brigi vom Kis Brigi Tattoo in Ungarn.


Tattoos und ihre Geschichten
So individuell wie die Convention selbst waren auch die Besucher und ihre Tattoos: Hinter dem erstplatzierten Werk in der Kategorie Black-and-Grey, gestochen von Ceasar TheHun, steckt eine ganz besondere Geschichte, wie uns sein Träger Ole voller Leidenschaft bis ins Detail erklärt: Der in 77 Stunden entstandene Sleeve, mit dem Titel »The New World Order«, stellt chronologisch umstrittene Ereignisse der menschlichen Geschichte dar und bewegt zum Nachdenken.
 
Best of Colour
 
Tätowierer Sven Gnida BEst Colour: Marvel-Comic von Sven Gnida (Recklinghausen)
Sven Gnida von Dark Concepts in Recklinghausen ist eigentlich bekannt für schwarzgraue Tattoos, umso überraschender seine Erstplatzierung in der Kategorie »Best of Colour«.

Am Samstag hast du in einem eigentlich für dich unüblichen Metier mit einem Tattoo verschiedener Marvel-Charaktere den ersten Platz abgeräumt. Wie viel bedeutet dir so eine Auszeichnung?
Natürlich freut man sich über so eine Anerkennung, allerdings ist es auch sehr schön, zu sehen, wie sehr sich der Kunde mit meiner Arbeit über die Auszeichung freut, wenn er mit auf der Bühne steht.
Eigentlich bist du ja eher bekannt für düstere Black-and-Grey-Tattoos. Wie kann man dich auch für andere Projekte begeistern?
Es kommt immer auf die Motive an, egal ob schwarzweiß oder Farbe, ich mach beides sehr gerne, bei Farben spiele ich sehr gerne mit mehreren Tönen, ich versuche auch in allen meinen Bildern sehr detailreich zu arbeiten. Grade wenn man wie ich ein Fan von Marvel ist, freut man sich sehr, wenn man die Möglichkeit hat, so eine Arbeit zu stechen.
 
Best Colour: Marvel-Comic von Sven Gnida (Recklinghausen) Best Colour: Marvel-Comic von Sven Gnida (Recklinghausen)  
 


 
Wie im echten Zirkus
Die Acts auf der Main Stage und in der Monster-Area, wie die sensationelle BMX-Show, versorgten die Besucher mit einer gehörigen Portion Action. Jederzeit wurde ein abwechslungsreiches Programm auf der Hauptbühne geboten, neben den Tattoo-Contests zu verschiedenen Kategorien fand auch eine Fashion-Show präsentiert durch bärtige Ladys und Clowns von Hellmade Corsets, eine Messer-Show von Micha Messermann und Live-Musik von The Legendary Kid Combo und Rooster Burns & the Stetson Revolting statt.
In der an die Bühne angrenzenden Photo-Area gab Samstag und Sonntag Daniel »Tattoo-Krause«, bekannt durch »Berlin Tag und Nacht«, eine Autogrammstunde, kurz nachdem er als Jurymitglied die Contest-Sieger kürte. Wem der Trubel in der Halle zu viel wurde, konnte auf dem Balkon der Location oder im angrenzenden Park Energie tanken und abends den Anblick einer Feuershow genießen, oder sich in der ersten Etage einen neuen Haarschnitt an dem Stand der Schorem Haarsnijder en Barbier mit 20er-Jahre-Feeling verpassen lassen.
 
Gekommen, um zu bleiben!
 
TM-Autorin Katharina Schäffer interviewt Veranstalter Andy. Veranstalter und Tätowierer Andy vom Studio Andys Body Electric in Willich-Neersen

Wie bist du darauf gekommen, eine Convention zu veranstalten?
Ich habe in den letzten zwanzig Jahren sehr viele Conventions im In- und Ausland besucht, und an fast jeder Convention hat mich etwas gestört. Seien es schlechte Arbeitsmaterialien oder eine schlechte Verpflegung. Daraufhin habe ich beschlossen, eine eigene Convention so zu gestalten, wie ich sie gerne hätte. Ich finde es auch schade, wenn Conventions ohne Rahmen und mit einfachem Messecharakter stattfinden, deswegen haben wir uns überlegt, die Tattoo Ink Explosion immer unter einem Motto laufen zu lassen.
Was sind hier die Highlights der Tätowierer?
Wir haben bei uns unter anderem Joe Capobianco, Jime Litwalk, Ceasar TheHun, Benjamin Moss, James von Celtic Moon und Moro aus Italien zu Gast, wir versuchen also, dem Publikum Top-Leute zu bieten. Von den Top 100 haben wir immer einige hier.
Sollte man sein erstes Tattoo auf einer Convention stechen lassen?
Wenn ich ehrlich bin, würde ich sagen, dass man das auf unserer Convention problemlos machen könnte, da wir einen sehr hohen Standard haben. Wenn man weiß, bei wem man sich tätowieren lässt und die Hygiene zu 100 Prozent besteht, ist es in meinen Augen gar kein Problem, sich auf einer Convention sein erstes Tattoo stechen zu lassen.
Werden Tätowierer, die im D.O.T. vertreten sind, bei der Standvergabe bevorzugt?
Klar sind das Kollegen, die ich gerne einlade, aber es gibt auch Fälle, wo ich einem Tätowierer aus dem D.O.T. absagen musste, da sein Stil zu häufig vertreten war.
Wie geht es nun mit der Tattoo Ink Explosion weiter?
Wir bleiben hier. Lieber klein und fein, anstatt sich irgendwohin zu vergrößern und dann den Spirit zu verlieren.
 
Der Vorhang schließt sich
Am Ende der Convention kam jeder auf seine Kosten, egal ob Realistic-Fan oder Black-and-Grey-Befürworter, die große Vielfalt der Tattoo Ink Explosion bot dem generationsübergreifenden Publikum alles, was das Tattoo-Herz begehrt. Durch ein perfektes Zusammenspiel aus familiärer Atmosphäre, wohliger Location, Kreativität und einer Menge Herzblut wurde eine Convention zum Wohlfühlen geschaffen. Veranstalter Andy ist überzeugt: seine Convention ist einzigartig. Er hat Recht!



 
 


Text: Katharina Schäffer
Bilder: Chris Lührmann




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21.05.2014
Text: Katharina Schäffer Bilder: Chris Lührmann
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