Convention Dortmund 2014


Dortmund steuert unaufhaltsam auf die 20 zu: Vom 13. bis 15. Juni fand die von Wildcat ausgerichtete Tattoo-Show nun bereits zum 19. Mal statt. Und ebenso wie die Conventions in Berlin und Frankfurt ist auch die Dortmunder Convention stetig gewachsen und gehört schon lange zu den »großen Drei« der deutschen Tattooveranstaltungen. Dass ein hochprofessioneller Veranstalter wie Wildcat eine einwandfreie und makellose Organisation hinlegt, setzt man ja schon beinahe voraus – aber deswegen ist ein reibungsloser Ablauf ja nicht weniger positiv und erfreulich.

Drei gute Gründe, um in Dortmund gewesen zu sein: Vicky Vamp, Ginga Loco und Alice la Douce.Wie immer ist die Convention in der Dortmunder Westfalenhalle sehr gut besucht.
(l) Drei gute Gründe, um in Dortmund gewesen zu sein: Vicky Vamp, Ginga Loco und Alice la Douce. (r) Wie immer ist die Convention in der Dortmunder Westfalenhalle sehr gut besucht.


Wildcat setzt auf Qualität aus Deutschland
Beim Line-up setzt Dortmund vor allem auf die deutsche Szene: Etablierte Tätowierer wie die der Eisenhauer Family aus Hameln, das Stechwerk aus Kempten, Jenny B’s aus Kassel oder Crazy Greg’s aus Heidelberg und Glaube Liebe Hoffnung aus Essen bieten hier Qualität und Stilvielfalt made in Germany; Japan-Style gab es bei Art of Pain aus Berlin, Traditional bei PMA Tattoo aus Hannover, Newschool bei Christin von Holy Diver Tattoo.

Da geht auch dem Monster ein Licht auf: Tattoo von Miriam Frank von Farbenpracht aus München. Dem TM-Leser Marc stach sie das Walter-White-Wanna-Do, das im über die TätowierMagazin-Instagram-Seite verlost wurde.Miriam Frank war Gastttätowiererin am Stand des TätowierMagazins.
(l) Miriam Frank war Gastttätowiererin am Stand des TätowierMagazins. (m) Dem TM-Leser Marc stach sie das Walter-White-Wanna-Do, das im über die TätowierMagazin-Instagram-Seite verlost wurde. (r) Da geht auch dem Monster ein Licht auf: Tattoo von Miriam Frank von Farbenpracht aus München.


Für die Experimentierfreudigen hatten wir als Gast am TätowierMagazin-Stand Miriam Frank aus München eingeladen, die – wie immer bei unseren Convention-Gasttätowierern – vorab keine Termine angenommen hatte und so jedem interessierten Conventionbesucher die Chance auf ein spontanes Convention-Tattoo bot. Obwohl Miriams Stil, der sich irgendwo zwischen Grafik-Kunst und Kinderzeichnungen bewegt, bestimmt nicht mainstreamtauglich ist, war sie praktisch rund um die Uhr beschäftigt und erhielt großen Zuspruch auf ihre Arbeiten.
 

Seepferd von Dmitriy Samohin aus Odessa in der Ukraine. Ulrich Krammer von Face the Fact aus Linz in Österreich stach diese tiefsinnige Eule.Nostalgisches Tattoo von Roberto Moreira von da Silva Tattoo aus Bielefeld.
(l) Ulrich Krammer von Face the Fact aus Linz in Österreich stach diese tiefsinnige Eule. (m) Seepferd von Dmitriy Samohin aus Odessa in der Ukraine. (r) Nostalgisches Tattoo von Roberto Moreira von da Silva Tattoo aus Bielefeld.


Aber natürlich ist die Dortmunder Show keine rein deutsche Veranstaltung: Aus dem Nachbarland Österreich waren Tattoo-Künstler wie Realistic-Experte Este aus Töging angereist oder auch Ulrich Krammer von Face the Fact, der sich einen ganz eigenen und unverwechselbaren Newschool-Stil erarbeitet hat. Tofi von Inkognito aus Polen oder auch Tattoo-Superstar George Mavridis aus Griechenland unterstrichen den internationalen Anspruch der Veranstaltung.

Mark Benecke ließ sich in Dortmund eine »blaue Banane« stechen; ganz klassisch aus dem Vorlagenalbum.Contraseptik waren aus Strasbourg in Frankreich angereist und stachen unter anderem das Eichhörnchen.Füchse-fressen-Herz-Hände von Jubbs von Contraseptik aus Strasbourg.
(l) Füchse-fressen-Herz-Hände von Jubbs von Contraseptik aus Strasbourg. (m) Contraseptik waren aus Strasbourg in Frankreich angereist und stachen unter anderem das Eichhörnchen. (r)  Mark Benecke ließ sich in Dortmund eine »blaue Banane« stechen; ganz klassisch aus dem Vorlagenalbum.


Zieht immer noch: Miami Ink
Dass Wildcat in erster Linie für Piercing steht, wirkte sich natürlich auch auf die Convention-?gestaltung aus: Mitten in der Halle war ein großer Bereich mit mehreren Einzelkabinen abgeteilt, in denen hygienisch einwandfrei gepierct wurde. Direkt dahinter: Das Tattoo-Museum von Willy Robinson mit sehr vielen hochinteressanten Vorlagenzeichnungen, Fotos und Utensilien aus vergangenen Jahrzehnten.

Ami James gab unermüdlich Autogramme, die Schlange der Fans reichte quer durch die Halle.Party-People in der Westfalenhalle.
(l) Ami James gab unermüdlich Autogramme, die Schlange der Fans reichte quer durch die Halle. (r) Judith van Hel überzeugte mit ihrer Stimme auch Nicht-Voice-of-Germany-Gucker.


Zentral gelegen war auch der Tattoo-Stand, der für einen Großteil der Besucher wohl die Hauptattraktion darstellte: Wie schon in den letzten Jahren hatte Wildcat Protagonisten der US-Tattoo-Fernsehserie »Miami Ink« eingeladen, diesmal waren Darren Brass und Ami James in Dortmund zu Gast. Es ist schon unglaublich, wie Darsteller einer Fernsehserie, die 2008 zum letzten Mal im Fernsehen lief, immer noch die Massen begeistern können: Als Ami James Samstag und Sonntag auf der Bühne Autogramme gab, bildete sich durch die Gänge der Convention eine Schlange, als gäbe es Freibier.

Nicht zu klein geraten ist diese Indianer-Lady von Ivo vom Jaztattoo aus Montabaur. Schöner Kontrast zwischen Käfig und Vogel von Trine von Coco Colours aus Jena. Dieses Tattoo vom geschundenen Jesus stammt  von Dmitriy Samohin aus Odessa in der Ukraine.
(l) Dieses Tattoo vom geschundenen Jesus stammt  von Dmitriy Samohin aus Odessa in der Ukraine.  (m) Schöner Kontrast zwischen Käfig und Vogel  von Trine von Coco Colours aus Jena. (r) Nicht zu klein geraten ist diese Indianer-Lady von Ivo vom Jaztattoo aus Montabaur.


Ein El Dorado für Autogrammjäger
Ebenfalls beliebtes »Opfer« von Autogrammjägern: Daniel Krause vom Classic Tattoo Berlin, bekannt auch aus der TV-Serie »Berlin Tag & Nacht«, die Sängerin Judith van Hel, die mit ihrer umwerfenden Stimme das Dortmunder Publikum an allen drei Tagen in ihren Bann zog und begeisterte, und am Sonntag noch die deutsche Metalcore-Band »Callejon«, die das Publikum wirklich zum Kochen brachte. Da konnte man das halbe Autogrammalbum schon vollbekommen! Wenn man dann noch die zahlreich vertretenen Tattoo-Models wie Makani Terror, Alice la Douce, Jess Daniels, Ginga Loco oder Evilla D’Ark und Vicky Vamp mitrechnete, kam Dortmund auf eine Szene-Promi-Dichte, mit der andere Veranstaltungen nur schwer mithalten können.

exi Hell stellte ihr soeben erschienenes Buch vor.Party-People in der Westfalenhalle.Cheese, please! Fotografen-Tattoo von Cira Las Vegas, Holy Diver, Recklinghausen.
(l) Lexi Hell stellte ihr soeben erschienenes Buch vor. (m) Party-People in der Westfalenhalle. (r) Cheese, please! Fotografen-Tattoo von Cira Las Vegas, Holy Diver, Recklinghausen.


Bestens vorbereitet fürs große Jubiläum
Der Andrang der Besucher bestätigte das Konzept der Veranstalter. Während der Freitag – erwartungsgemäß, wie eigentlich bei allen dreitägigen Tattoo-Conventions – sehr, sehr ruhig anlief, waren die Gänge am Sams- und Sonntag richtig rappelvoll. Und Sonntag war – im Gegensatz zu vielen anderen Tattoo-Messen, wo manche Aussteller am letzten Tag schon ab 16 Uhr zusammenpacken – wirklich noch bis 19 Uhr volles Programm.
Fazit: Dortmund ist bestens gerüstet für das 20-Jahres-Jubiläum, zu dem jetzt schon die ersten Vorbereitungen laufen. In puncto Organisation, Bühnenprogramm und Location gibt es nichts zu beanstanden. Es fehlen nur noch etwas mehr internationale Spitzenkünstler, und Dortmund kann sich auf eine wirklich großartige Party im Jahr 2015 freuen!
 
Alfons
 
Krysia
Auf der Dortmund-Convention auf der Suche nach der deutschen Kultur: Der fränzösische Comedian Alfons.
Auf der Suche nach der deutschen Kultur: Der fränzösische Comedian Alfons fand auf der Dortmund-Convention unter anderen TM-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel.

Der französische Comedian Alfons, bekannt aus der NDR-Sendung »Extra 3« sowie aus »Alfons und Gäste« im SWR, der mit orangefarbener Trainingsjacke und Puschelmikro der deutschen Kultur nachspürt, war ebenfalls in Dortmund auf der Convention unterwegs. Wir fragten ihn, was er von den Tätowierern wissen wollte.

Was ist Ihr Eindruck von der Tattoo-Convention?

Ich dachte, es gibt hier mehr extreme Leute, aber ich habe nur ein oder zwei gesehen. Aber alle sind sehr freundlich. Die Musik ist zu laut … Aber das kennt man ja. Es ist alles sehr normal geworden. Ihr seid gar keine Rebellen mehr. Ihr habt ja sogar einen Bundesverband! Das fand ich sehr lustig.
Sind Sie tätowiert? Oder haben Sie hier Lust auf ein Tattoo bekommen?
Oh nein, die sehen hier alle so aus, als hätten sie totale Schmerzen. Das will ich nicht ?machen.
Und was fragen Sie hier die Tätowierer?
Alles Mögliche … Ob jemand schon mal die Nummer von der EC-Karte hat tätowieren lassen, damit er sie nicht vergisst, oder warum man das nicht auch auf Kindern macht, aber da ist wahrscheinlich einfach zu wenig Platz …
Und Ihr schönster Eindruck von der Veranstaltung?
Eine junge Frau hat sich ein Intimtattoo stechen lassen und hatte vergessen, sich zu verstecken. Das war sehr angenehm.
  »Tattoo-Fest«-Redakteurin Krysia
»Tattoo Fest«-Redakteurin Krysia

Krysia ist Redakteurin beim polnischen Tattoo-Magazin »Tattoo Fest«. Wir haben sie gebeten, uns ihre Eindrücke zu schildern.

Du warst schon ein paar Mal hier in Dortmund?
Ja, vor zwei und vor vier Jahren.
Und wie gefällt es dir in diesem Jahr?
Tolle Organisation, gutes Essen und es sind sehr viele Besucher hier. Der Zeitplan für die Contests wurde immer eingehalten, das ist für meine Arbeit natürlich sehr wichtig, dass es da keine Verspätungen und Verzögerungen gibt. Aber es gab bei den Contests leider eine Menge wirklich schlechter Arbeiten. Das war sozusagen ein Wermutstropfen.
Als ich das erste Mal hier war, war es noch wirklich aufregend, hier zu sein, inzwischen ist es eher normal, es ist eben nicht mehr so besonders.
Du hast ja auch viele Ausgaben eurer Zeitschrift »Tattoo Fest« mit dabei. Kommen die beim deutschen Publikum gut an?
Irgendwie nicht so – wir werden nur ständig nach Vorlagen für Schriftzüge und Schmetterlinge gefragt …

 
 

 

Text: Dirk-Boris
Bilder: Travelingmic




Bauchtasche Strasburg braun
Bauchtasche Strasburg braun
24,90€
19,90€
T-Shirt Originals schwarz
T-Shirt Originals schwarz
29,90€
19,90€
Sweatshirt Graphic oliv
Sweatshirt Graphic oliv
49,90€
39,90€
T-Shirt Moto Culture beige
T-Shirt Moto Culture beige
49,90€
29,90€
30.08.2014
Text: Dirk-Boris Bilder: Travelingmic
auf Facebook teilen

tattoo events

Verwandte Artikel

18. Tattoo Show
Dortmund

Am Wochenende vom 14. bis 16. Juni haben wir unser Videoteam einmal mehr auf Reise geschickt. Dieses Mal ging es nach Dortmund zur 18. Internationale Tattoo und Piercing Convention in der Westfalenhalle.

Dortmund Convention
2013

33.000 Besucher und 500 Tätowierer auf 9.000 Quadratmetern. Die Dortmund-Convention war der reinste Publikumsmagnet.

Nadelwerk Konstanz

»Respekt ist uns wichtig. Der Schlüssel für die Zusammenarbeit mit dem Kunden ist Kommunikation!« So lauter das Credo des Teams vom Nadelwerk Konstanz.

Frank Seidel: Ich
will leben

Keine Sorge, wir nerven euch nicht mit Schlagergesäusel. Frank "Der Tank" kennt ihr aus dem Werbefernsehen und der BIKERS NEWS. Nun hat der Schauspieler und Musiker ein Soloalbum fertig gestellt.

27. ADAC Supercross
Dortmund

Großes Finale des ADAC SX-Cup in Dortmund: Chrisholm und Chatfield rocken die Westfalenhalle, Thomas und Maillard heißen die ersten Sieger der wieder ausgeschriebene Serie...

Frank Zander:
F.B.I./Donnerwetter

Nachdem vor zwei Jahren bereits die ersten zwei LPs des Berliners auf Doppel-CD erschinen sind, liefert Sony nun den Nachschlag mit den Scheiben drei und vier.

Tattoo Convention
Special

Tattoo-Conventions sind die Meeting Points der Szene; hier trifft man sich um sich auszutauschen, Party zu machen und natürlich um die eigene Tattoo-Sammlung zu erweitern. Doch das Angebot der Tattoo-Messen unterscheidet sich untereinander oft deutlich. TattooStyle zeigt, auf was es zu achten gilt, um das Optimum aus dem Convention-Besuch rauszuholen!

Frank Zander:
Wahnsinn / Zanders
Zorn

Ja, dies ist das April-Heft. Dennoch ist diese Rezension nicht der Aprilscherz. Frank Zander gilt als der Erfinder des deutschen Rap sowie des Gothic-Schlagers.

Art Faktors Tattoo
Studio

Moni Marino versucht den Tattoos Seele zu geben. Dafür gehen dem Tätowierprozess lange Gspräche mit dem Kunden voraus.

Sugar Skulls

Mit Blüten und Ornamenten verzierte Schädelchen aus Zucker sind die Vorlage für ein Tattoo-Motiv, das momentan die Kreativität der New School-Tätowierer herausfordert: Sugar Skulls! Die kleinen Zuckerschädelchen sind eigentlich als Dekoration und süßes Naschwerk für den in Lateinamerika gefeierten Días de los Muertos gedacht, dem Gedenktag für die Toten.

Veranstaltung
abgesagt!

Zagreb ist gecancelt! Zum ersten Mal in der Geschichte der Night of the Jumps muss eine Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden.

Epitaph: Outside The
Law

Die Plattenfirma MIG-Music konzentriert sich bei ihren Veröffentlichungen auf deutsche Bands oder Produktionen. Das vorliegende Album wurde 1973 von der deutschen Band Epitaph in den USA aufgenommen und wurde nun mit Bonusmaterial neu aufgelegt.

Herman Frank: Loyal
To None

Die meisten von euch werden Herman Frank mit Bands wie Accept, Victory oder Moon’Doc verbinden. Nun bringt er ein Solo-Album heraus.

Sustainability

Jetzt kommt die Öko-Harley! Harley-Davidson hat verstanden und produziert nachhaltig Es ist eine uns längst vertraute Tradition: Zum Ende des Sommers stellt Harley-Davidson die neue Modell-Palette für die kommende Saison vor. Im vergangenen August …

Sieben Jahre
Bandidos MC Germany

Der Bandidos MC Germany feierte sein Jubiläum mit einer stressfreien Party. Über den Großeinsatz der Polizei in Cottbus in der Woche zuvor wurde nur am Rande gesprochen Nein, das erste europäische Bandidos Chapter wurde nicht in Skandinavien gegründet. Es war vielmehr der MC Clichy, der am 22. Juni 1989 in Marseille die rotgoldenen Farben anlegte.

Buick Wildcat

Einst sah man den Buick Wildcat als gut ausgestatteten „Bankers Hot Rod“ in den gediegenen Vorstädten der USA. Stevens aufgehübschtes 65er-Modell ist heute allerdings alles andere als bürgerlich

Frösche

Frösche, Kröten und Unken, die allesamt zu den Froschlurchen gehören, waren nicht immer Sympathieträger. Früher wurden sie von den Menschen als ekelerregend und abstoßend empfunden.

Lotus

Der Lotus wächst und gedeiht in den schmutzigsten Tümpeln und trotzdem sind seine Blätter und Blüten stets sauber. Und genau diese Eigenschaft macht den Lotus in vielen Teilen Asiens zu einer symbolträchtigen Pflanze.
Newsletter bestellen
weiter
Welche Themen interessiern dich?
Bike Auto Tattoo Musik
Stand:22 May 2019 23:41:52