Walldorf Weekender 2010


Walldorf Weekender – Klappe, die elfte!

Los ging es wie immer: Schon Tage vorher musste akribisch geplant werden, was klamottentechnisch eingepackt wird – erschwert durch die Tatsache, dass die Auswahl im eigenen Kleiderschrank durch eine nicht unerhebliche Kugel an meiner Front stark geschrumpft ist. Nachdem dieses schwerwiegende Problem geklärt war, stellte ich meinem Herzallerliebsten also meinen Koffer, meine Schuhtasche und den Proviant mit der Bitte vor die Wohnungstür, alles im Auto zu verstauen... und erntete dabei nicht mehr als ein verwundertes Augenbrauen-Hochziehen. Erste Hürde geschafft! Da er und unser Gast –Pinstriper Jesper Bram aus Dänemark – aber noch äußerst wichtige Dinge im örtlichen Baumarkt zu erledigen hatten, fuhr ich schon mal fein rausgeputzt ins Holiday Inn, denn dort wartete das Kamerateam inklusive dem ersten zu interviewenden Musiker auf mich. Ja, auch dieses Jahr wird es wieder eine Walldorf Weekender-DVD geben, mit noch mehr Interviews und vielen lustigen Statements von Besuchern!

Wie schon angekündigt, war ich dieses Mal privater dort als zuvor. Erst habe ich mehrere Jahre bei Andy direkt im Team mitgearbeitet und dann jedes Jahr als rasende Reporterin und Organisatorin einiger Programmpunkte fürs Dynamite Dieses Jahr jedoch sollte das anders sein, denn außer einigen Interviews für die Festival-DVD war ich frei wie ein Vogel und so startete ich nach getaner Arbeit am Freitag auch direkt mit dem obligatorischen Essen beim Italiener um die Ecke mit guten Freunden. Völlig gesättigt zogen wir, das heißt meine Wenigkeit mit Herrn und Frau Body Electric, Jetzt-komm-mir-ma-nich-so-Ruddi, Pinstriper Jesper, Tätowierer-und-Mr-High-Life-Pomade-Adam, den Paderbillys und -bellas, Fisters-Ralph und dem Herrn Pixeleye in Richtung Session. Nun kam der Schock für diejenigen, die nicht vorbereitet waren. Da das Session verkauft wurde und sich im Umbau befindet, sah es dort richtig gruselig aus: Parkplätze fielen weg, ein strandähnlicher Außenbereich wie im letzten Jahr undenkbar, Campinggelegenheiten auf dem Parkplatz eingeschränkt und überall große klaffende Baugruben und -zäune. Keine wirklich gute Atmosphäre, doch überhaupt Glück, dass der Weekender nach einigen Absprachen dort stattfinden konnte, denn eigentlich müssen alle Mieter aus dem Kulturwerk raus. Mehr Charme war laut Bauvorschrift nicht drin und der Cateringbereich hinter dem Broadway war auch nur möglich, da die Baufirma kurzfristig umdisponierte und die „Terrasse“ noch zwei Tage vor Pfingsten betonierte!

Das Ambiente war dadurch zwar etwas beeinträchtigt, aber der Feierwut tat dies keinen Abbruch: Also los ins Kulturwerk und gleich mal die vielen anderen Nasen begrüßt. Im Number One hatten schon Hot Wire angefangen zu trällern und das musste natürlich erst mal begossen werden. Nach großem Hallo und dem Genuss weiterer großartiger Musik verzogen wir uns auf den Oldtimer-Parkplatz hinter dem Haus, wo auch das Künstlerzelt stand, in dem wir uns den restlichen Abend – immer unterbrochen von Besuchen im Konzertsaal – aufhielten. Ich denke zur Qualität der Auftritte der Good Fellas und Whip Crackin’ muss ich nichts explizit erwähnen, denn wo Profis am Werk sind, gibt es nichts zu meckern.

Fast ausgeschlafen – viereinhalb Stunden müssen reichen – ging es dann für mich am Samstag um 11 Uhr mit Mikro bewaffnet weiter. Das Billy Bros Jumpin’ Orchestra aus Italien versüßte mir den Einstieg in den Tag und nach dem Interview mit Jim Jeffries wurde ich in Baströckchen und Bikini-Oberteil auf die Massen am Pool losgelassen. Zu den soliden Klängen der Honky Tonk Pounders wurde bei strahlendem Sonnenschein (ob der Herr Widder einen Pakt mit irgendwem geschlossen hat?) getanzt, getrunken, geschnackt, gebadet und manch einer lebte seine exhibitionistische Ader aus. Konkret spreche ich hier von den Paderbillys inklusive The Pixeleye, die sich schon Wochen vorher abgesprochen hatten und nun in Borat-Anzügen am Pool aufliefen. Das sorgte für Aufsehen: Von erstaunt aufgerissenen Augen über angeekelte Blicke bis zu schallendem Gelächter war die komplette Bandbreite dabei.

Umgezogen und mit nachgelegtem Make-up ging es dann wieder ins Session, um die letzten Klänge von Wheels Fargo mitzubekommen, eine Runde über den 50s-Markt zu drehen und dann wieder auf den Oldtimer-Parkplatz zu entschwinden. Ich wollte es ja nie glauben, aber man kann sich tatsächlich ein ganzes Wochenende auf dem Parkplatz aufhalten ohne sich zu langweilen. Inzwischen hatten wir es uns dort gemütlich eingerichtet und begrüßten immer wieder Besucher, denen es im Session zu stickig war. Komischerweise fand ich es auch in den heiligen Hallen dieses Jahr etwas leerer als sonst, obwohl der Weekender komplett ausverkauft war. Das lag aber wohl daran, dass viele der Gäste es uns gleich taten und lieber bei dem schönen Wetter draußen campierten, flanierten und mit Bekannten hier und da ein Schwätzchen hielten, um dann zu gegebener Stunde in den Saal zu huschen und sich die Bands anzuschauen.

Den kompletten Erfahrungsbericht kannst du im DYNAMITE! Magazine 5/10.


Text: Jessica Hierschbiel
Bilder: Dirk 'The Pixeleye' Behlau / Laszlo Haschka


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DYNAMITE 30.07.2010
Text: Jessica Hierschbiel Bilder: Dirk 'The Pixeleye' Behlau / Laszlo Haschka
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musik rock-and-roll

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