The Puppini Sisters


Einem echten Rock’n’Roller fiel es nicht schwer, sich dem Hype um die drei englischen Mädels zu entziehen, als damals das Debütalbum „Betcha Bottom Dollar“ erschien. Swing war damals noch nicht ganz so dick angesagt und eigentlich hatte man mit dem Thema nur am Rande zu tun. Anlässlich ihres stetigen Erfolgs und des neuen Albums „Hollywood“, das sie im November mit einer Deutschlandtour präsentierten, sprachen wir nun mit Marcella, dem kreativen Kopf des Trios.

Der Titel des Debüts, der übersetzt in etwa „darauf kannst du deinen Arsch verwetten“ lautet, ließ aufhorchen. Ganz schön frech für eine Girlgroup, die sich ganz dem von Popmusik geprägten Sound der Dreißiger- und Vierzigerjahre verschrieben hat. Und ein paar Nummern des Albums, die einem immer wieder aus dem Radio entgegenträllerten und auf Partys aus irgendeiner Ecke summten, hatten zumindest Charme.

Für alle, die die Puppini Sisters nicht kennen, erst einmal ein bisschen Bandinfo: Einer der wirklich positiven Aspekte der Puppini Sisters ist die Tatsache, dass es sich hierbei in keinster Weise um eine gecastete „Girlgroup“ handelt (im Sinne des mittlerweile zum Schimpfwort avancierten Begriffs „Boygroup“). Die drei Mädels haben alle das Trinity College of Music absolviert, damals ihren Hang zum Swing-Sound entdeckt und wollten ganz einfach ihr eigenes Ding durchziehen. Und das konsequent. Bestand „Betcha Bottom Dollar“ noch komplett aus Coverversionen, enthielt das Folgealbum „The Rise And Fall of Ruby Woo“ schon diverse Eigenkompositionen. So etwa die Hip-Hop-Nummer „It’s Not Over (Death Or The Toy Piano)“ und das an lateinamerikanische Tanzmusik aus den Vierzigerjahren erinnernde „Soho Nights“. Aber auch Coverversionen wie das Remake des Barry Manilow-Hits „Could It Be Magic“, der Bangles-Hit „Walk Like An Egyptian“ (mit Shuffle-Groove und Jodeleinlage), oder Dusty Springfields „Spooky“, das hier als energiegeladener Drum’n’Bass-Song im Vierzigerjahre-Flair daherkommt, zeugen von musikalischem Know-how. Denn alle Arrangements haben die drei Sisters selbst ausgearbeitet. Daneben gibt es Versionen von den Smiths („Panic“), den Andrew Sisters („Boogie Woogie Buggle Boy“) oder Kate Bushs „Wuthering Heights“ zu hören. Mit diesen Zutaten wurde „Betcha Bottom Dollar“ zum am schnellsten verkauften Jazzdebütalbum in Großbritannien und schoss in den USA gleich nach Veröffentlichung auf Platz zwei der Billboard-Jazzcharts.

Aber auch für ihre Liveauftritte heimsten die Puppini Sisters immer wieder jede Menge Lob ein. Das Publikum zeigte sich von den ausdrucksstarken, mit frechen humoristischen Einlagen gespickten Shows, den perfekt harmonisierten Arrangements und dem unwiderstehlich frischen Charme der drei perfekt gestylten Grazien und ihrer jungen Begleitband begeistert. Die Presse überschlug sich in Superlativen, die von „Entertainment in Perfektion“ (TZ) bis zur „atemberaubenden Nummernshow“ (Süddeutsche Zeitung) reichten.

DYNAMITE: Marcella, du bist Italienerin. Wie bist du ausgerechnet mit zwei britischen Girls zusammengekommen?
Marcella: Ich habe ziemlich lange in London gelebt und auch meinen Abschluss in Modedesign an der Central Saint Martins habe ich hier gemacht. Ich war immer in der Londoner Musikszene involviert – 2001 hatte ich sogar mal einen Tanzhit! Nachdem ich mich entschlossen hatte, Musik zu studieren, ging ich ans Trinity College of Music, dort habe ich dann auch Kate und Stephanie kennengelernt.

DYNAMITE: Wer von euch hatte die Idee, eine Band zu gründen – die mit dem Geist irgendwo zurück in den Vierzigern steckt, aber doch auch ganz bodenständig im eher modernen Sound?
Marcella: Es war meine Idee. Nachdem ich meine Ausbildung 2003 abgeschlossen hatte, habe ich jede Menge unterschiedliche Solo-Arbeiten gemacht. Aber das harmonische Singen, wie vorher mit dem Jazz-Chor am Music College, habe ich total vermisst. Ich dachte immer mehr darüber nach, eine Vocal Harmony Group zu gründen. Und dann, 2004, habe ich den Film „Belleville Rendez-Vous“ gesehen und war völlig hin und weg von den modernen Aufnahmen, mit denen der Film die sehr nahe an die Andrew Sisters angelehnten Vokalharmonien rüberbrachte. Das war dann der entscheidende Kick, die Band zu gründen. Und das war auch der Anlass, wegen dem ich zum ersten Mal mit Kate und Stephanie Kontakt aufnahm.

Das komplette Interview könnt ihr in der DYNAMITE 01/12 nachlesen ...

Text: Pierre La Qua
Bilder: UNIVERSAL, Peter Zownir, Magnus Hastings


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DYNAMITE 25.11.2011
Text: Pierre La Qua Bilder: UNIVERSAL, Peter Zownir, Magnus Hastings
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