The Bones


The Bones aus Karlskrona, Schweden, gehören schon seit Langem zu den besten Bands, wenn es um leidenschaftlichen Punk’n’Roll geht. Nachdem es lange still um die Band war, kommen sie nun mit Studioalbum Nummer fünf um die Ecke, um wieder Vollgas zu geben. Gitarrist und Sänger Beef Bonanza hat uns ein bisschen hinter die Hitmaschine blicken lassen.


Mit dem neuen Album im Gepäck kommen die Bones nun wieder auch für einige Shows nach DeutschlandEs ist kurz nach zehn, als ein müder und erschöpfter Kopf sich im kleinen Skype-Fensterchen meines Computers zeigt. Beef Bonanza, Sänger und Gitarrist der Band The Bones, hat gerade eben seine beiden Söhne ins Bett gebracht und ist nun bereit, über das neue Album „Monkeys With Guns“ seiner Band zu sprechen. Erst vor ein paar Wochen ist er zum zweiten Mal Vater geworden und daher etwas übermüdet von langen Nächten und vielen gewechselten Windeln. Das sei aber überhaupt kein Problem, sondern vielmehr eine tolle Sache, versichert der sympathische Schwede lachend.

Affen mit Knarren?

Die Bones gehören seit mittlerweile mehr als fünfzehn Jahren zu den besten Punk’n’Roll-Bands Europas. Als die Jungs anfingen, gab es einige Bands aus Schweden, die in diesem Genre für Furore sorgten. Hier wären vor allem The Hellacopters und die Backyard Babies zu nennen. Heutzutage gibt es die meisten dieser Bands nicht mehr – die Bones aber sind immer noch da! Auch wenn es die letzten Jahre eher ruhig um die Schweden war, so seien sie doch immer aktiv gewesen, versichert Beef. Jetzt also endlich wieder Nachschub in Form eines neuen Albums. Es ist immerhin schon fünf Jahre her, seit mit „Burnout Boulevard“ das letzte Bones-Album erschienen ist. Auf die scherzhafte Nachfrage, ob sie sich beim Albumtitel auf ein Youtube-Video beziehen, in dem afrikanische Soldaten einem Schimpansen eine Kalaschnikov geben, dieser daraufhin mehrmals um sich schießt und sich alle Soldaten in Deckung bringen müssen, lacht Beef und sagt: „Nein, damit hat der Titel nichts zu tun. Ich weiß, welches Video du meinst und ich finde das auch sehr lustig, aber das hat uns bei der Titelsuche nicht beeinflusst.“ Was es mit dem Titel aber genau auf sich hat, damit will er nicht rausrücken. „Ich will keine Interpretation vorgeben. Es ist viel witziger, die ganzen verrückten Interpretationen der Leute zu hören. Da soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen“, so Beef.

„Was guckt ihr?“, scheint Beef Bonanza zu fragen. Ihr wolltet The Bones, ihr bekommt The Bones!Das Interpretieren möchte er auch bei den Songs zum Großteil seinen Fans überlassen. Auf Nachfragen zum Sound der Platte oder zu einzelnen Songs sagt er nur immer wieder: „Weißt du, wir hören einfach alle sehr viel unterschiedliche Musik und aus all diesen Einflüssen werden dann Bones-Songs. Aber wenn wir zusammen Musik machen, planen wir das nicht wirklich. Wir wollen bei einem Lied nicht wie diese oder jene Band klingen, sondern spielen einfach drauf los. Das klingt dann eben immer nach The Bones.“ Und dieser typische Sound hat die Band schon immer ausgemacht. Dabei haben die Bones aus ihrer Liebe zu Country, Rock’n’Roll und Elvis nie einen Hehl gemacht, aber auch Bands wie Motörhead oder den Ramones wird auf „Monkeys With Guns“ wieder einmal Tribut gezollt. Das Album reiht sich soundtechnisch also nahtlos ein in die anderen tollen Releases der Band aus Karlskrona und Songs wie „Concrete Cowboys“ oder „State Of Rock’n’Roll“ dürften schon bald zu den neuen Fan-Favorites gehören.

Marcus "Boner" PeterssonDer Song „Concrete Cowboys“ ist eine Hommage an ihre eigene Jugend. „Eigentlich ist es sogar ein Tribute an uns selbst“, so Beef. „Wir sind halt mit Musik und Vinyl aufgewachsen. In dem Song geht es um die Erinnerungen an unsere Jugend, als wir einfach zusammen rumgehangen, Musik gehört und einfach riesen Spaß gehabt haben. Es ging eigentlich immer nur darum, eine gute Zeit zu haben.“ Die Bones geben sich natürlich typisch Punk’n’Roll als richtige Gang aus, die durch die Straßen zieht und einen drauf macht. „Da waren eben noch mehr Leute dabei, als nur die, die in der Band spielten. Es war eine coole Gruppe“, erklärt Beef. „Der Titel des Songs ist halt ,Concrete Cowboys‘, dabei könnte es aber genau so gut auch Concrete Indians oder Concrete Hockeyplayers heißen“, fügt er hinzu und lacht wie ein kleines Kind. Schön, wenn man an seinen eigenen Songs so viel Spaß hat.

Rock’n’Roll, Country und Elvis – die Einflüsse der Bones

Neben dem alten Sound bleibt auch eine weitere Kontinuität erhalten. So ist es nach alter Bones-Tradition auch dieses Mal wieder so, dass der Titeltrack des vergangenen Albums auf dem Nachfolger präsentiert wird. Auf „Monkeys With Guns“ befindet sich also der Track „Burnout Boulevard“, den der geneigte Musikfan wohl eher auf dem gleichnamigen Vorgängeralbum vermutet hätte. „Das ist einfach meine eigene Art von verrücktem Humor“, so Beef dazu. „Es gefällt uns einfach, mit den Erwartungen der Leute zu spielen. Wir wollen einfach nicht in ein Schema passen, in das die Fans uns packen wollen. Wir wollen da nicht mitmachen. Die Leute sollen stattdessen unsere Musik nicht zu sehr analysieren, sondern einfach nur anhören und genießen.“

Das komplette Interview könnt ihr in der aktuellen DYNAMITE #78 nachlesen …

Text: Martin Weber
Bilder: Thomas Klement (live), People Like You Records


DYNAMITE 05/12 bestellen
DYNAMITE Abonnieren
auf Facebook teilen

DYNAMITE 27.07.2012
Text: Martin Weber Bilder: Thomas Klement (live), People Like You Records
DYNAMITE 05/12 bestellen
DYNAMITE Abonnieren
auf Facebook teilen

musik rock-and-roll

Verwandte Artikel

H.E.A.T.: Freedom
Rock

Melodic Metal ist vor allem in Scandinavien noch immer eine große Nummer. Kein Wunder dass von dort immer wieder neue Bands auftauchen.

The Man from the
Moon: Rocket Attack

Der Schwede Micke Moberg macht seit 30 Jahren Musik und hat mit diesem Soloprojekt seiner Liebe zu sinfonischem Rock Leben eingehaucht.

Beef Barons
Punk'n'Roll aus
Franken

Seit über fünf Jahren spielen die Fleischbarone schon ihren whiskygetränkten, bluesigen Rock auf Deutschlands Bühnen. Die Musiker kannten sich schon seit Jahren aus diversen Bands und fanden nach einer durchzechten Nacht endlich als gemeinsame Truppe zusammen. Schon nach kurzer Zeit hatten die Jungs ein Demo am Start, das treffend „Rock’n’Roll“ betitelt wurde.

Wicked Temptation:
Seein’ Ain’t
Believin’

Die „Verdorbene Versuchung“ ist eine noch relativ junge Band aus deutschen Landen. Die Beteiligten haben allerdings schon reichlich Szeneerfahrung.

SuperCharger:
Handgranade Blues

Aus Skandinavien sind ja in den letzten Jahren die herausragenden Bands im Bereich Rotzrock/Rock‘n‘Roll gekommen. Hier erscheint die nächste.

Epitaph: Outside The
Law

Die Plattenfirma MIG-Music konzentriert sich bei ihren Veröffentlichungen auf deutsche Bands oder Produktionen. Das vorliegende Album wurde 1973 von der deutschen Band Epitaph in den USA aufgenommen und wurde nun mit Bonusmaterial neu aufgelegt.

Skyforger: Kurbads

Skyforger stammen aus Lettland und zählen zum Pagan Metal-Genre. Das hat in den letzten Jahren viele Freunde gefunden, Zeit also für die Balten sich nach sieben Jahren mit einer neuen Scheibe zu melden.

Helloween: 7 Sinners

Nach ihrem Ausflug in die eigene Geschichte, als sie mit dem letzten Album ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert haben, legen die Hanseaten nun ein neues Werk vor.
Newsletter bestellen
weiter
Welche Themen interessiern dich?
Bike Auto Tattoo Musik
Stand:13 July 2020 06:45:43 Warning: fopen(cache/acdebbc5a150c054e44864d81c23117c.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 163 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 164 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 165