Ein neues Leben mit THE CREEPSHOW


THE CREEPSHOW - Life After Death (VÖ: 21. Oktober 2013)Turbolent ging es in den letzten Monaten zu im THE CREEPSHOW-Lager. Besetzungwechsel gleich in mehrfacher Ausführung sowie ein neues Album, das in den Startlöchern steht. Man darf also gespannt sein, was der Rest des Jahres für die Kanadier bereithält. Wir haben uns die Horrorbilly-Sensation mal zur Brust genommen und sie mit Fragen gelöchert.

Piep. Piep. Piep. Das kontinuierliche Piepsen eines Herzmonitors ist das erste, was man auf dem neuen Album von THE CREEPSHOW hört. It's alive! Und wie lebendig das ist, was die Kanadier uns auf ihrem neuen Silberling präsentieren!

Denn mit "Life After Death" ist dem Quintett ein herausragender Streich geglückt. Allen Zweiflern zum Trotz liefern THE CREEPSHOW ein abwechslungsreich-launiges Album heraus.

Die Neue am Mikro, Kendalyn "Kenda" Legaspi, macht sich ziemlich gut und kann Sarah Blackwood gesanglich locker die Stirn bieten. Optisch übrigens auch. Mit "Life After Death" ist die Band wieder etwas näher an den Punk Rock gerückt, doch auch die klassischen Horrorbilly-Klänge sind nach wie vor vertreten.

Wir haben mit Kenda (Gesang/Gitarre), Sean "Sickboy" McNab (Bass), Kristian "The Reverend McGinty" Rowles (Keyboard), Sandro Sanchioni (Drums) und Daniel Flamm (Gitarre) ein Kurzinterview zu den Neuerungen im Line-up, dem neuen Album und zukünftigen Plänen geführt.

RNR: Kürzlich seid ihr durch Europa und Kanada getourt. Kenda, als die neue Sängerin - wie sind deine Erfahrungen mit der Band bisher und wie reagieren die Fans auf dich?

Kenda: "Meine Erfahrungen mit der Band waren bisher absolut wunderbar. Die Jungs behandeln mich wie ein Familienmitglied und sind immer für mich da. Ich werde oft krank und sie kümmern sich sofort um mich und vergewissern sich, dass ich alles habe was ich brauche, um gesund zu werden. Da gab es diese eine Situation - wir tourten gerade durch Europa - als Sean mich nachts um 3 Uhr geweckt hat, um mir meine Medizin zu geben und mich aufforderte, Salzwasser zu gurgeln. Er blieb dann bei mir im Van und sorgte dafür, dass mein Fieber nicht weiter anstieg.

THE CREEPSHOW - Life After Death (VÖ: 21. Oktober 2013)Und auch die Fans sind großartig. Es wird Menschen geben, die den Line-up-Wechsel nicht mögen und das ist in Ordnung. Wir spielen weil es das ist, was wir lieben und wenn es da draußen Menschen gibt, die das mit uns teilen möchten, sind wir mehr als dankbar!"

RNR: Kenda, Hast du vor THE CREEPSHOW in anderen Bands gespielt? Welchen musikalischen Background hast Du?

Kenda: "Ich habe damit angefangen, solo mit Akustikkram aufzutreten. Ich habe viel auf der Straße gespielt und bin umsonst für Bars aufgetreten, die Programm für einen Abend gesucht haben. Später habe ich ein Akustikduo mit meinem besten Freund Danielle gegründet, das sich dann zu einer richtigen Southern-Rock-Band entwickelt hat. Ich bin mit Musik aufgewachsen, mein Vater hat sie mir näher gebracht. Also habe ich früh mit Schlagzeug und Klavier experimentiert, bis ich meine Liebe für die Gitarre entdeckte. Als mein Vater verstarb, habe ich angefangen, eigene Songs zu schreiben und zu spielen."

RNR: Ihr habt auch ein weiteres Bandmitglied rekrutiert - Daniel Flamm (aus Deutschland, u.a. tätig bei Ski's Country Trash - Anm. d. Red.). Er ist noch für andere Projekte und Bands tätig. Wie schafft ihr es, euch zu koordinieren - auch über Kontinente und Zeitzonen hinweg?

 
Ginty: "Das Internet ist schon eine tolle Sache, nicht wahr? (lacht) Ohne würden wir das nie schaffen. Hinzu kommt, dass Daniel sehr organisiert ist. Und ich meine, SEHR organisiert. Wenn er nicht so "am Ball" wäre, wären wir nicht in der Lage, das zu schaffen."

Daniel: "Es ist echt 'ne große Ehre für mich in einer „Übersee-Band“ zu spielen. Es ist leider nicht vielen Deutschen vergönnt so oft durch Nordamerika oder viele andere Kontinente der Welt zu touren. Ich bin sehr sehr dankbar dafür, dass ich das mit den Jungs und dem Mädel machen kann. Es ist definitiv viel Organisation, da ich ein Musik-Junkie bin. Aber ich gebe mein Bestes, um alles unter einen Hut zu bekommen und es klappt tierisch! Immer weiter und weiter und weiter!"
 
RNR: Im Oktober kommt euer neues Album "Life After Death" in die Läden. Was bedeutet der Titel für Euch persönlich? Und welche Veränderungen sind mit diesem "neuen Leben" verbunden?

Ginty: "Nachdem wir zwei alte Bandmitglieder ersetzt haben und einen neuen Gitarristen hinzugenommen haben, sagte jemand, dass wir "Karriere-Selbstmord" begehen würden, der Titel ist also eine lustige Anspielung darauf. Egal, was passiert, wir wollen die Fans wissen lassen, dass wir immer für sie unterwegs sein werden und unsere Musik spielen und dabei einfach Spaß haben."

THE CREEPSHOW - Life After Death (VÖ: 21. Oktober 2013) RNR: Wie gefällt Euch die Psychobilly-Szene in Europa und speziell in Deutschland? Wie schneidet sie im Vergleich zu der Szene in Kanada oder den Staaten ab?


Ginty: "Nichts kommt an die Psychobilly-Szene in Europa ran. Europa ist die Geburtsstätte dieser Musik und die Szene ist hier am größten und stärksten. Doch selbst wenn die Szene in Kanada kleiner ist, so ist sie doch voll mit unseren größten Unterstützern und Fans. In Kanada und den USA gibt es eine Menge Leute die zu unseren Show kommen und gar nicht wissen, was Psychobilly ist. Sie lieben einfach unsere Musik und wollen uns unterstützen."

Kenda: "Die Szene in Europa ist auf jeden Fall größer. Menschen sind eher gewillt, unsere Shows zu besuchen, selbst wenn der Termin mitten in der Woche liegt. Sowohl Kanada als auch Europa sind überwältigend, was das Publikum angeht. Jeder der zu unseren Gigs kommt, gibt alles und hat Bock auf eine gute Zeit mit uns!"

RNR: Die Reaktionen auf Eure neue Single "Saints and Sinners" waren recht unterschiedlich. Auf YouTube habe ich auch negative Kommentare gelesen, in denen Fans Euch vorwerfen, immer mehr Eure Horrorbilly-Wurzeln zu verlassen. Wie würdet ihr selbst die Entwicklung der Band bezeichnen?


Ginty: ""Sinners And Saints" ist definitiv der punk-rockigste Song auf dem Album, der am wenigsten 'Billy ist. Aber der Rest des Albums klingt ganz klassisch nach THE CREEPSHOW. Ein bisschen 'Billy, ein bisschen Punk, ein bisschen Goth, ein bisschen Swing... Der zweite Song auf dem Album "Devil's Son" wurde von Kenda geschrieben und ich denke, es ist der Song auf der Platte, der am stärksten nach THE CREEPSHOW klingt!"

Sean: "Es macht Spaß, die Reaktionen der Fans zu sehen, ob positiv oder negativ. Die Hauptverantwortlichen für's Songwriting der bisherigen Scheiben (Sean und Ginty) sind immer noch in der Band, also werden wir immer unseren THE CREEPSHOW-Sound haben. Aber mit ein paar neuen Bandmitgliedern, die auch Songs schreiben, kommt eine ganz neue Dimension zu unserem Sound dazu."
 
RNR: Was sind Eure nächsten Schritte und welche Pläne habt ihr für 2014?


Ginty: "Die Weltherrschaft! (lacht) Unser Tour-Van hat gerade die 300.000 km-Marke geknacht, das würden wir bis zum nächsten Album gerne verdoppeln."

Sean: "Unser neues Album "Life After Death" kommt am 18. Oktober raus, also werden wir im kommenden Jahr viel unterwegs sein. Und natürlich werden wir weiterschreiben und neue Musik veröffentlichen!"

Kenda: "Wir hoffen, dass wir weiter neue Musik veröffentlichen können. Und hoffentlich werden wir noch mehr touren!"

Als Einstimmung auf zukünftige Shows der Kanadier sei euch hier die neueste Single-Auskopplung "Sinners And Saints" inkl. Videoclip ans Herz gelegt:



Text: ST/RNR
Bilder: © Starkult Promotion




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25.09.2013
Text: ST/RNR Bilder: © Starkult Promotion
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musik psycho

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Stand:19 January 2019 21:45:13