Zombies From Outer Space


Science-Fiction-B-Movie und der gute alte Heimatfilm. Zwei Filmgenres, die auf den ersten Blick so gut zusammen passen wie die von Rosamunde Pilcher und Vivian Schmitt. Regisseur Martin Faltermeier hat es trotzdem probiert und lässt in „Zombies From Outer Space“ untote Aliens im Bayern der Fünfzigerjahre ihr Unwesen treiben. Wir konnten den Film als erste sehen und sprachen mit den Machern.

DYNAMITE: Zu viel wollen wir nicht über den Film an sich reden, sonst bekommen es die Leser noch mit der Angst zu tun. Erzählt doch mal, wie ihr auf diese Idee gekommen seid!

Faltermeier: Die Idee ist sehr alt, die hatte ich so 2001 oder 2002. Es begann eigentlich so, dass ich den Film „Plan 9 From Outer Space“ von Ed Wood gesehen habe. Dann ist mir zuerst der Titel „Zombies From Outer Space“ eingefallen und die Geschichte habe ich erst danach drumherum gestrickt. Erst ging die Handlung mehr in die Richtung Teenie-Horror. Fünf Jahre habe ich am Drehbuch gesessen, es immer wieder in der Ecke gelegt und irgendwann sind wir dann bei einem Treffen beim fünften Bier drauf gekommen, das Ganze im Bayern der Fünfziger spielen zu lassen. Die Kernhandlung stammt zwar von mir, viele Anregungen kamen aber aus dem Team.

DYNAMITE: Warum Bayern? Viele der Dialoge sind auf bayrisch – werden das die Zuschauer verstehen?
Faltermeier: Ich wollte gerne einen Film mit Dialekt machen, ich finde das Hochdeutsche langweilig und auch unnatürlich. Das Kernteam kommt eben aus Bayern, ich hätte aber auch mit anderen Dialekten kein Problem gehabt. Das Interessante war, dass es nicht mit dem Science-Fiktion zusammenpasst.
Hager: Einige werden manches nicht verstehen, das ist uns klar – so arrogant sind wir nicht. (lacht) Es sind aber noch Untertitel geplant.

DYNAMITE: Die Sprache ist nicht nur bayrisch, sondern auch „alt“. Begriffe wie Lichtspielhaus kennt man heute ja kaum noch. Musstet ihr dafür recherchieren?
Hager: Ja, das musste recherchiert werden, unter anderem durch Bücher. Wir mussten uns mit der Sprache und den Gepflogenheiten der Zeit vertraut machen. Ein paar Schnitzer sind natürlich trotzdem drin. Zum Beispiel fällt im Film der Begriff Weißbier, obwohl das erst in den Sechzigern populär wurde. Das hat einer der Schauspieler so improvisiert, weil er meinte, das Wort klinge besser – und uns ist es dann zu spät aufgefallen.

DYNAMITE: Zum Thema Improvisieren: Wächst so ein Film noch während des Drehs oder geht nichts ohne strikte Planung?
Faltermeier: In der Vorbereitung wurde noch etwas gekürzt, ja. Ich bin aber ein Organisationsfreak. Am Set ändern sich manchmal noch Kleinigkeiten, z.B. wenn super Ideen von Schauspielern kommen – was auch explizit erwünscht war. Aber die Szenen standen schon alle fest.


Ein Film voller Filmklischees


DYNAMITE: Schauspieler, Techniker und und und. Hinter einem Film steht auch und vor allem personell ein enormer Aufwand. Wie habt ihr die Crew zusammenbekommen?
Faltermeier: Die Schauspieler sind gecastete Profis aus ganz Deutschland, das Kernteam kommt aus unserem Freundeskreis. Das Schöne an der Produktion war, dass alle sich austoben konnten. Im modernen Film versucht man normalerweise, alles neutral zu halten. Die Schauspieler kamen mehrheitlich aus der Filmbranche, sollten aber „overacten“, also eher so spielen, wie es im Theater gemacht wird. Insgesamt waren mehr als 100 Personen beteiligt, denen ich an dieser Stelle auch noch einmal für alles danken will. Es ist nicht nur das Kernteam, das so einen Film macht, sondern ein großer Haufen, wo alle an einem Strang ziehen.

DYNAMITE: Der dicke, vertrottelte Dorfpolizist, die weibliche Hauptrolle als unschuldiges Aschenputtel … Erklärt das noch mal mit dem Overacten! Habt ihr euch auch an Charakteren und Stereotypen orientiert, die man im echten Leben trifft?
Hager: Wir haben schon kein Klischee ausgelassen. Das war alles Absicht und ein Zitieren von Filmgeschehen. (lacht) Der alte, grummelige Bauer, den gibt’s bei uns allerdings zuhauf. (lacht) Sowas gibt es besonders bei den Bayern. Wir haben Charaktere mitspielen lassen, die mussten sich gar nicht verstellen! An allen Ecken wurde übertrieben, wir wollten ursprünglich alle Körperflüssigkeiten drin vorkommen lassen. Naja, das Sperma haben wir dann doch nur angedeutet. (lacht)

Das komplette Interview könnt ihr in der DYNAMITE 06/11 nachlesen ...

Text: Tilmann Ziegenhain
Bilder: fear4you


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DYNAMITE 23.09.2011
Text: Tilmann Ziegenhain Bilder: fear4you
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