Rock'n'Roll Is The Devil's Music


PLY: Rock'n'Roll Is The Devil's MusicPeople Like You Records tanzen mit dem Teufel und feiern den Jahresabschluss 2012 entsprechend: mit dem "Rock'n'Roll Is The Devil's Music"-Labelsampler. Am 31.12. kommt er in die Läden und kann dort für weniger als 5.- € erworben werden. Der 19-Songs-Sampler ist gleichzeitig Rückblick, Künstlerübersicht des Labels und Ausblick auf 2013.

Den Anfang machen "The Bones" mit "Smile Of The Cobra", einer Albumauskopplung ihres aktuellen Releases "Monkeys With Guns". Damit eröffnen sie die Compilation direkt mit einem sehr treibenden Song in typischer Bones-Punk'n'Roll-Manier.

In ähnlichem Tempo legt bei der zweiten Anspielstation "Deadline" nach mit "Serious", einem Song vom 2005er Album "Getting Serious" - klassischer Punkrock gemischt mit der recht dünnen - für meinen Geschmack zu dünnen - Stimme von Frontfrau Liz. Den einen - so wie mich - mag das irritieren, für den anderen kann gerade das der Reiz sein.

Song Nummer drei ist "Last Gang Standing" von "Mad Sin", die uns dieses Jahr vergleichsweise häufig über den Weg gelaufen sind (Matt Voodoo und The VoiceTM sei Dank). Die Meister des Psychobilly. Was soll man dazu sagen? "Mad Sin" sind lang genug dabei und wissen eben wie's geht - ob mit oder ohne Matt Voodoo, der an diesem Stück aber sehr wohl noch beteiligt war. Irgendwie ironisch, betrachtet man den Titel und die Entwicklung der durchgeknallten Sünder allein in diesem Jahr. Aber wie's der Teufel will... es ist the devil's music und es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn..., ja wenn...

... wenn da nicht die vierte Anspielstation in Form von rohem deutschsprachigen Punkrock von den "Rogers" (evtl. besser bekannt als "Jolly Roger") wäre. Nicht nur das erste deutsche Stück auf der Compilation, sondern auch eines, das erst noch released werden muss. Das Album der "Rogers" - "Flucht Nach Vorn" - kommt dann im nächsten Jahr, als Appetizer ist die Wahl auf "Alles Für Nichts" gefallen und er macht tatsächlich Lust auf mehr. Man darf sich auf das Album nächstes Jahr freuen.

Der fünfte Song ist "Reaky Deaky Boys & Girls" von "The Adicts". Nun, er klingt wie die Adicts eben klingen. Irgendwie post-pop-punkig, was einerseits natürlich Spaß macht zu hören, weil es quasi das Easy Listening des Punk ist, andererseits fehlt manchmal einfach das Rohe, das Punk für mich ausmacht. Allerdings ist das Geschmackssache und Fans - die den Song ohnehin schon kennen, weil er auf "Life Goes On" zu finden ist - werden daran sicher ihren Spaß haben.

Nummer sechs wurde beigesteuert von "Buster Shuffle" und heißt "Elvis Vs. Wag" und kommt vom aktuellen "Do Nothing"-Album. Schöner Rockabilly-Ska-Mix, der aber in anderen Songs der Band besser zur Geltung kommt, als in diesem Stück. In den Verlauf des Samplers reiht sich "Elvis Vs. Wag" aber gut ein.

Über den siebten Song auf dem Teufelssampler braucht man keine großen Worte zu verlieren: Die "Broilers" verstehen ihr Handwerk und haben eine Auskopplung aus der Live-Version ihres aktuellen Albums beigesteuert. "Meine Sache" kann man für sich sprechen lassen und weiß gleich wie und wer die "Broilers" sind - wer es nicht ohnehin schon wusste..

Wenn man von deutschsprachigem Punkrock spricht, muss dieser Name einfach früher oder später fallen: "Slime". Mit "Revoluzzer" liefern die Vertreter der Alten Schule des Deutschpunk handfeste Mucke und bandtypische Inhalte. "Slime" wie man sie kennt - und sie sind zurück!

Die "Meteors" steuerten den neunten Song des Samplers bei, ebenfalls eine Albumauskopplung, "Strange Times (Are Coming)". Nun, es sind die "Meteors". Ein Urgestein des Psychobilly. Das ist das, was sie können und machen. Und sie machen es gut.


Halbzeit

Anspielstation Nummer 10 ist vom aktuellen "Peacocks"-Album "Don't Ask". Eine gute Wahl, die PLY mit "What I Want" getroffen haben. Ein sehr schön nach vorne gehendes Stück mit ordentlich Bass-Geslappe und schön punkigen Drums und Gitarren. Man ist versucht, aufzustehen und sich 'nen Wolf zu tanzen.

"Bob Wayne's" Uptempo-Countrynummer "Fuck The Law" wurde als elfter Song als German Version auf die Compilation gepackt. Grundsätzlich eine schöne Nummer, die aber als Originalnummer besser kommt.

"Gone" von den "Demented Are Go" hat dank der Fiddler von Anfang an Tempo und Sparkys kratzend-raue Stimme kommt auf diesem sehr countrylastigen Stück der Psychobillys sehr authentisch.

Der dreizehnte Song heißt "Creatures Of The Night" und klingt auch so. Frontsängerin Kenda beweist ihr stimmliches Repertoire - wenngleich man die Stimmlage zu den eher durch tiefe, basslastige Töne geprägten Sound mögen muss. Insgesamt aber ein gewohnt solides Stück "Creepshow".

"Pipes And Pints" sind mit "Runaway" von ihrem "Found And Lost"-Album vertreten. Ich bin ja persönlich großer Fan von dreckig kratzigen Stimmen, daher ist mein Urteil über "Runaway" eigentlich klar. Wenngleich ich mich in den ersten Takten zunächst an Vojtas Stimme über die anfangs recht prominenten Dudelsacktöne gewöhnen musste. Schöner, treibender Celtic-Folk-Punk-Rock aus der Tschechei!

Song Nummer 15 kommt vom gleichnamigen "Gotta Get Up Now"-Album von "Roger Miret And The Disasters". Ungewohnt unaggressive Töne vom "Agnostic Front"-Sänger, aber dennoch genug Druck und treibende Instrumentalisierung machen "Gotta Get Up" zu einem schönen Street-Punk-Track, den man sich genauso gut entspannt anhören kann, wie man dazu abgehen kann. Reißt mich zwar nicht vom Hocker, aber man kann ja auch im Sitzen mit der Musik mitgehen, nicht wahr!?

Meteors, die Zwote: "P. Paul Fenech" steuert seinen "Legions Song" vom Album "International Super Bastard" bei. Ein wenig punklastiger in der Gesamtausführung als man es von "Meteors"-Songs vielleicht kennt, Fenechs Stimme kommt besser zur Geltung und der Song klingt entsprechend nach einem durchgeknallten Mastermind, aber grundsätzlich kein Song mit Überraschungseffekt.

"The Brains" nehmen sich - laut Song Nummer 17 - was sie wollen und hoffen, dadurch in Erinnerung behalten zu werden. Nun, mir persönlich wird eher der Albumtitel "Drunk Not Dead" in Erinnerung bleiben, als dieses spezifische Stück ("Take What I Want"), denke ich.

Der vorletzte Titel, "Major Tom (Coming Home)" von "Face To Face" ist genau der Song, an den man beim Lesen des Titels denken muss. Nur besser! Weil als Punkversion! Man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden, um ein geiles Stück Musik abzuliefern, oder!?

Den Abschluss des Devil's-Music-Samplers machen "The Generators" mit "Somewhere In The Rain". Für mich hätte diesen Song auch Everlast singen können. Dessen Stimme hätte mir wahrscheinlich sogar noch besser gefallen, als die von Frontmann Doug Dagger. So ganz will "Somewhere In The Rain" mir nicht ganz den roten Faden weiterführen, den "Rock'n'Roll Is The Devil's Music" bislang geboten hatte. Aber vielleicht deshalb als letzter Song doch ganz gut geeignet..., oder so...!?!


Rock'n'Road-Anspieltipps




Text: J. Fähndrich
Bilder: © PLY Rec.




18.12.2012
Text: J. Fähndrich Bilder: © PLY Rec.
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