C3S: Eine Alternative zur GEMA


© Julien Christ  / pixelio.de"Die GEMA? Och nö, das sind doch die, die auf YouTube immer die ganzen Videos sperren..." Vorwürfe dieser Art hört man oft im Zusammenhang mit der Verwertungsgesellschaft. Dass der Aufgabenbereich der GEMA komplexer ist, versteht sich von selbst. Dennoch ist der Ruf der Gesellschaft nicht immer der beste. Eine Alternative zur GEMA könnte in der Cultural Commons Collecting Society (C3S) liegen, die sich momentan in der Gründung befindet und mit einer fetten Förderung finanzielle Unterstützung an Land ziehen könnte.

In Deutschland gibt es nur eine einzige Musikverwertungsgesellschaft, die GEMA. Bisher konnte sie konkurrenzlos als einzige Option für Musikschaffende ihre Monopolstellung halten. Nun sieht sie sich Konkurrenz ausgesetzt, denn C3S versucht sich, als faire Alternative zu dieser zu etablieren. Bisher ist sie noch eine Initiative ohne juristische Form, möchte sich jedoch Ende September 2013, während des Reeperbahn-Festivals in Hamburg, als Organisation gründen.

Langfristig soll C3S als eine europäische Verwertungsgesellschaft etabliert werden, die auf die Anforderungen des digitalen Zeitalters eingeht: „Die C3S wird einen neuen, internationalen und vorwiegend am Online-Segment orientierten Markt öffnen. Sie richtet sich an MusikerInnen, die traditionellen Verwertungsgesellschaften nicht beitreten möchten oder können, ohne ihren bevorzugten Weg der Lizenzierung aufzugeben und dennoch Umsätze mit ihren Werken erzielen möchten.“

Denn anders als bei der GEMA, die eine exklusive Vertretung des Gesamtwerkes eines Urhebers durch die GEMA vorsieht, soll die C3S auch die Vertretung einzelner Werke erlauben. Als Europäische Genossenschaft konzipiert, möchte sie zudem jedem nutzenden Mitglied gleiches Stimmrecht einräumen. Ziel sei es, „durch Verwendung moderner Kommunikationstechnologie eine unkomplizierte Abwicklung bei optimaler Verteilungsgerechtigkeit zu ermöglichen.“.

Auch Creative-Commons-Lizenzverträge sollen neben Urheberrecht Unterstützung finden, um so „erstmals Marktgleichheit auch für alternative Lizenzierungskonzepte" zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass Urheber in Absprachen mit der C3S entscheiden können, ob ihr Werk bzw. Teile daraus eventuell auch kostenfrei zur Verfügung gestellt werden können. Gerade für (noch) unbekannte Künstler und Newcomer stellt dies in Zeiten des Internets eine lukrative Möglichkeit dar, auf sich aufmerksam zu machen.

C3S-LogoEine Möglichkeit, die häufig an der Regularien der GEMA flöten geht. Denn sind die Künstler GEMA-Mitglied, unterliegt ihr Werk auch den Lizenzrichtlinien der Verwertungsgesellschaft. Und dies führt uns nur allzu oft zu der berühmten YouTube-Tafel: „Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar...“

Um eine Gründung als Organisation (in Form einer juristischen Person) zu ermöglichen, wird Gründungskapital benötigt, welches die Verantwortlichen seit Mitte Juli über Crowdfunding versuchen, heranzuschaffen. Einen ersten Meilenstein haben die C3S-Verantwortlichen mit einem Fundingbetrag über 50.000 Euro erreicht. Momentan (Stand: Ende August 2013) steht der Fundingbetrag bei knapp über 79.000 Euro.

Auch kann sich die Cultural Commons Collecting Society über eine 200.000 Euro schwere Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen freuen, sollte sie den gleichen Betrag als Eigenkapital vorweisen können. Nur in diesem Fall wird das Geld, das aus einem Innovationswettbewerb aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung stammt, ausbezahlt.

© Julien Christ  / pixelio.deMan darf also gespannt sein, wie sich das Konzept weiterentwickelt und ob bis zum Ende des Crowdfunding-Zeitraumes eine ausreichende Summe zusammengekehrt wird. Fakt ist, dass die GEMA sich in Form eines FAQs zu C3S geäußert hat:

„Vor einer Konkurrenz durch die C3S fürchten wir uns nicht. Da die weit überwiegende Zahl unserer Rechteinhaber eine Vergütung für die Nutzung ihrer Werke bevorzugt, gehen wir nicht davon aus, dass die Vergabe von CC-Lizenzen zum Standard wird. Da die C3S im Grundsatz auf dem Konzept der CC-Lizenzen beruht, sehen wir die C3S auch nicht als echte Alternative zur GEMA.“

Diese vereinfachte Darstellung liest sich so, als würde jeder Künstler, der eine Vereinbarung mit C3S eingeht, sein Werk kostenfrei abgeben und auf ihm zustehende Vergütungen verzichten. Dazu äußert sich C3S-Initator Meik Michalke wie folgt: “Wir gehen davon aus, dass die GEMA in den nächsten Jahren auch noch die letzten vorhandenen Fehleinschätzungen gegenüber Creative Commons ablegen wird. Dazu zählt etwa das nach wie vor kolportierte Missverständnis, Creative-Commons-Lizenzen seien gleich bedeutend mit einem Verzicht auf Einnahmen.”


Text: C3S/RNR
Bilder: © Julien Christ / pixelio.de / C3S




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03.09.2013
Text: C3S/RNR Bilder: © Julien Christ / pixelio.de / C3S
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