20 Jahre CMC Bad Seed


Hört man Allgäu, denkt man zwangsläufig an saftige Wiesen, Milchkühe, die Berge und schönes Wetter. Aber neben dem, was uns die Werbung verspricht, gibt es noch viel mehr – den Bad Seed Classic Motorcycle Club zum Beispiel. Ein Club von Rockers für Rockers. Und der feierte im Juni sein 20-jähriges Bestehen mit einer ordentlichen Party.

Fürs Gruppenfoto zeigten die Bad Seeds sich von ihrer besten SeiteWas unterscheidet die Rockers von anderen Motorrad-Clubs und woher kommt das Ganze überhaupt? Jeder, der sich nicht mit der Szene befasst, denkt bei Motorrad-Club erst mal an die Klischees von Typen, die alles kurz und klein schlagen oder an Rentner im dritten Frühling. Dass es aber auch noch was dazwischen gibt, beweisen die Jungs des Bad Seed CMC, die sich stark am Vorbild der englischen Rockers der späten Fünfziger und frühen Sechziger orientieren.

Die Geschichte der Rockers

Die englischen Rockers von einst entstanden in den späten Fünfzigerjahren aus den damaligen Teddy Boys. Sie waren die jungen Wilden, die Individualisten jener Zeit, die sich abgrenzen und anders sein wollten. Damals war man mit 16 Jahren bereits ein echter Kerl, der eine Maschine bis 250 ccm fahren durfte – mit dem entscheidenden Nachteil, dass der Besuch einer Kneipe erst mit 21 Jahren möglich war. So traf man sich in Gruppen an anderen Orten oder vor Cafés, stets mit Jeans, weißem Schal und Lederjacke bekleidet und einer ordentlichen Welle auf dem Kopf. Meist waren es junge Menschen aus der Arbeiterschicht, die sich in den Vororten der englischen Großstädte in Kneipen wie dem Ace Cafe (London), Chelsea Bridge tea stall, Ace of Spades, Busy Bee und Johnsons trafen. Das bevorzugte Fortbewegungsmittel war der eigene, gestrippte Cafe Racer mit individuellem Stummellenker, kleinen Schutzblechen, kleinem Sitzhöcker und großem Tank – stark angelehnt an die damaligen Rennmotorräder.

Die Entstehung des Clubs

Cafe Racer, Rock’n’Roll und authentischer StyleDer Bad Seed CMC hat diesen Spirit von damals verinnerlicht und bis in die heutige Zeit getragen. Ein Besuch bei Club- und Gründungsmitglied Olli lässt nicht den geringsten Zweifel daran, dass es diese Jungs ernst meinen. Hier geht es nicht einfach darum, den Beitrag zu zahlen und ein bisschen mitzumachen. Es geht um eine Lebenseinstellung und ein Lebensgefühl. Den Mitgliedern geht es um Qualität, Loyalität und Authentizität und nicht um die schiere Masse an Mitgliedern, um einen Präsi bezahlen zu können. Wie es so oft der Fall ist, ist der Bad Seed CMC aus einer Bierlaune heraus entstanden. Damals vor 20 Jahren gab es in Kaufbeuren einen großen Club, die Street Cats, der aber schon nach einem Jahr wieder zerfiel. Nach Ollis Meinung „... zu viele Leute, zu viele Richtungen, zu viel Ärger. Damals haben wir uns dann abends im Spektakulum getroffen und uns darüber geärgert. Und dann haben wir gesagt, wir machen jetzt keinen Club, wo es wichtig ist, dass du ’ne riesen Tolle am Kopf hast, sondern wo das Herzblut darauf liegt, dass du eine Maschine fährst.“ Und so wurde kurzerhand ein Club für klassische Motorräder im Stil des legendären 59 Club gegründet.

Werte, Hierarchien und Grundsätze

Kleine Ausfahrt .. Der Bad Seed CMC ist dann über die Jahre mehrfach gewachsen und wieder geschrumpft. Von  ursprünglich vier ist die Mitgliederzahl am Anfang schnell auf 8-9 angewachsen. „Da kamen dann auch mal zwei normale Rocker dazu und haben versucht, das Ganze in Richtung MC zu trimmen, so mit Präsi, Vize, Secretary, Road Captain. Wir haben aber sehr schnell gemerkt, dass wir nur noch auf Rocker-Events gefahren sind, wo man laufend blöd angemacht wurde wegen der Tolle und so weiter … War nicht meins.“

Im Wesentlichen ging es damals darum, aus dem Spaß heraus einen Club für Gleichgesinnte zu gründen, bei dem man nicht an die üblichen Gepflogenheiten gebunden ist. Auf diese Weise haben es die Bad Seeds nun geschafft, 20 Jahre erfolgreich zu bestehen. Wahrscheinlich nicht zuletzt, weil schon immer Wert auf Beständigkeit und Freundschaft gelegt wurde. Fast jeder Bad Seed trägt seine Zugehörigkeit deshalb nicht nur durch die Kutte und die Maschine nach außen, sondern hat das Clublogo für immer in die eigene Haut gestochen. „Mir ist die Sache sehr wichtig, sie hat schon einen sehr großen Teil in meinem Leben eingenommen. Bad Seed stichste dir nicht, wenn du denkst, morgen ist der ganze Scheiß vorbei. Diese Auffassung dürften alle Bad Seed-Mitglieder vertreten.“

Die komplette Story könnt ihr im aktuellen DYNAMITE #78 nachlesen …

Text: Marc Pankow
Bilder: Marc Pankow


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DYNAMITE 27.07.2012
Text: Marc Pankow Bilder: Marc Pankow
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