Lagwagon's Joey Cape im Interview


Neun Jahre hat es gebraucht bis Lagwagon endlich (und ich betone: ENDLICH) ein neues Album rausgehauen haben. Jetzt ist „Hang“ da und es ist gut! Wir haben das neue Release zum Anlass genommen, mit Lagwagon-Frontmann (und dem auch sonst musikalisch mehr als gut beschäftigten) Joey Cape zu sprechen: über Punk heute und damals, über Labelpolitik und natürlich über „Hang“.

Dass ein Mensch wie Joey neun Jahre musikabstinent lebt, ist eher unwahrscheinlich. Stattdessen hat er sich in einer Vielzahl anderer Projekte ausgelebt, ausgetobt und engangiert. (Ehem. Bad Astronaut, Afterburner, Me First and the Gimme Gimmes, The Playing Favorites, Joey Cape's Bad Loud, One Week Records und natürlich auf Solopfaden.)

Mit Lagwagon's Skatepunk-Stil haben die diversen Projekte nicht immer unbedingt viel zu tun. Eins ist Joey aber immer wichtig: dass es rockt. Das ergibt sich schon aus seiner persönlichen musikalischen Entwicklung. „Ich hab Hardrock und Metal gehört. Punk zwar auch ein bisschen, aber richtig Fan war ich lange Zeit nicht,“ erzählt er.

Joey CapeUm Punkrocker zu werden brauchte es den Anstoß eines – wie Joey es nennt – Mentors. 1981 wurde ein 15-jähriger Joey Cape also in die Punkszene seiner Heimatstadt Santa Barbara eingeführt. Eine willkommene Alternative zu den körper- und fitnessfixierten Hampelmännern und der grundsätzlichen, sozialen Oberflächlichkeit, der der Teenager so überhaupt nichts abgewinnen konnte. „Es ging um Musik und darum Autoritäten in Frage zu stellen. Perfekt für einen verwirrten Jugendlichen.“

Man muss sich dazu auch wohl vor Augen halten, dass wir hier von der Reagan-Ära sprechen.

„Die meisten Leute, von den Punks mal abgesehen, hatten irgendwie nur oberflächliche Ziele. Die Szene dagegen war eine großartige Gemeinschaft. Eine Minderheit von freidenkenden Rebellen und Revoluzzern.“

Die Anti-Establishment-Haltung schwingt auch heute noch mit. (Gut so!, Anm.d.Red.) Wundert nun auch nicht allzu sehr, wenn man betrachtet, welches die prägenden Jahre des Joey Cape waren. „Ich erinnere mich noch, als '81 'The Decline Of Western Civilization' im Mission Theater in Santa Barbara gezeigt wurde. Da waren vielleicht grade mal 100 Leute da, alle Punks aus meiner Stadt waren da. Die Kids haben gepogt während Circle Jerks, Black Flag, The Germs, Fear, usw. performt haben. War einfach geil. Das ist eine meiner besten Erinnerungen und irgendwie meine Definition von Punk. Er gehört der Jugend.“

Die Jugend geht zwar auch an den Besten irgendwann vorbei. Mit 48 Jahren kann man sich aber dennoch einen rebellischen und jugendlichen Geist bewahrt haben. Das beweist Joey nicht zuletzt auf „Hang“. „Ich maße mir auf keinen Fall an, aufgrund meines Alters eine klarere Definition von Punkrock zu haben. Das hat mit der Zeit zu tun, in der man aufwächst und wo. Aber eins ist klar: Punk hat und wird immer eine Stimme haben.“

Irgendwie wird genau dies an der momentanen Entwicklung ja auch nochmal deutlich. Sei es der Zeitgeist, die weltweit bisweilen fragwürdige politische Entwicklung, Punkrock kommt wieder. Und viele Gesichter, Stimmen und Sounds kennt man von früher. „Definitiv. Man ist schneller fertig, die Bands aufzuzählen, die sich nicht wieder vereint haben, als die, die es getan haben,“ stimmt Joey zu.

 



Text: RNR
Bilder: @ Uncle M. / Lagwagon




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21.10.2014
Text: RNR Bilder: @ Uncle M. / Lagwagon
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musik hard und heavy

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Stand:12 December 2019 18:22:34 Warning: fopen(cache/1d0510b6ce7706264783eefba7def954.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 163 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 164 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 165