EYES SET TO KILL ? Masks


EYES SET TO KILL - Masks (VÖ: 20. September 2013)Die US-amerikanischen EYES SET TO KILL um die zwei attraktiven Schwestern Alexia und Anissa Rodriguez sind keine Newbies in der Szene. Seit 2004 machen die Jungs und Mädels Musik, wenn auch nicht immer in der aktuellen Besetzung. Mit "Masks" haben sie nun ihr fünftes Studioalbum veröffentlicht. Wir haben für euch reingehört und Alexia zum neuen Album befragt.

Wer über eine Million Fans auf seiner Facebook-Page hat, laut amerikanischem Musikmagazin "Alternative Press" zu den "100 Bands, die man kennen sollte" gehört und schon von der "USA Today" portraitiert wurde, ist entweder wahnsinnig gut – oder wird wahnsinnig gehypt.


Hype oder wirklich gut?


Bei EYES SET TO KILL aus Phoenix, Arizona, war ich mir zu Beginn nicht so sicher und war zugegebenermaßen erstmal auch nicht übermäßig begeistert, als "Masks" auf meinem Schreibtisch landete.

Na gut, dann geben wir dem Baby mal eine Chance. Zack und play. Das Intro "Masks" kommt zuerst sehr sanft daher. Sängerin, Gitarristin und Songwriterin Alexia säuselt zuckersüß "Just like a mask..." während sich langsam ein bedrohlicher Klangteppich ausbreitet und harte Riffs sich ihren Weg durch die Gehörgänge hacken. Ja, okay.

Die ersten Takte des nächsten Songs haben mich dann erstmal umgewälzt. "Killing In Your Name" haut mit einem lupenreinen Heavy-Metal-Riffing rein. Das ist geil! Und hat erstmal mit dem meisten modernen Whatever-Core-Geschwurbel relativ wenig zu tun.

Ich hätte es selber kaum für möglich gehalten, aber EYES SET TO KILL fangen an, mich zu interessieren.


Lasst die Masken fallen



EYES SET TO KILL - Masks (VÖ: 20. September 2013) Alexias Stimme ist sehr straight und melodisch, die Gute kann aber auch ganz schön wütend werden.

Weiter geht es mit "Lost And Forgotten", bei dem Cisko Miranda erstmals seine Screams zum Besten gibt.

Eine konsequente Weiterentwicklung, die dem fünften ESTK-Album eine neue Härtedefinition mit auf den Weg gibt.

Insgesamt ist das neue Album kantig, aber von einer fast schon unverschämten Eingängigkeit.

Auch Sängerin Alexia ist sich der Macht der melodischen Arrangements bewusst: "Melodien machen Musik zugänglicher. Ich möchte, dass Menschen einen einfachen Zugang zu unserer Musik bekommen und sich so leichter an sie erinnern."

Der Titel des Albums repräsentiert nach Angaben der Band den Prozess der Identitätsfindung. Im vergangenen Jahr waren die Musiker hauptsächlich damit beschäftigt, ein neues Label zu finden, nachdem sie ihr vorheriges Album in Eigenregie veröffentlicht haben.

"Ein eigenes Label zu führen, war sehr gut. Alle Verpflichtungen die wir hatten, hatten wir nur gegenüber uns selbst. Zu der Zeit respektierten wir niemanden, der uns unter Vertrag nehmen wollte, also lag der Schluss nahe, es selbst in die Hand zu nehmen."

Der Prozess der Labelsuche entpuppte sich als kräftezehrend und frustrierend. Dabei wurde viel diskutiert, welche Band EYES SET TO KILL eigentlich sein sollte: "Bei all den Meetings fühlte ich mich, als müsste ich verschiedene Masken tragen, um die Leute zu beeindrucken", sagt Alexia.

Mit Century Media wurde nun ein Label gefunden, dass ESTK in ihrem kreativen Schaffen unterstützt.

Auf "Masks" haben sie diesen Frust verarbeitet, jedoch auch politische Themen in den Songs verbaut: "Es gibt sehr unterschiedliche Themen auf dem Album, wie den Sturz von Autoritäten ("Killing In Your Name"), den Fall der Jodi Arias (ein Mordfall, der vor allem in den USA für großes Aufsehen sorgte - Anm. d. Red.) in "Little Liar" oder auch die Frage danach, was richtig und falsch ist, auch wenn das Falsche sich manchmal so verdammt richtig anfühlt."


Frauen im Metal und der Poltik



EYES SET TO KILL - Masks (VÖ: 20. September 2013)Und auch Geschlechterrepräsentation ist ein Thema, das Alexia umtreibt. Auf unsere Frage hin, ob sie das Gefühl hat, als Frau in der Metal-Szene mit Männern gleichwertig behandelt zu werden, holt die junge Musikerin weit aus.

"Frauen werden bisweilen gleich behandelt, doch ich habe das Gefühl, dass Frauen strenger beurteilt werden, von Männern als auch von Frauen.

Die Vereinigten Staaten stellen die schlimmste Repräsentation der Demokratie dar, weil im Kongress lediglich 18 Prozent Frauen sitzen.

In einer Bevölkerung, die zu 51 Prozent aus Frauen und 49 Prozent aus Männern besteht. Unsere Gesetze werden von einer Mehrheit männlicher Stimmen verabschiedet, obwohl Frauen in diesem Land die tatsächliche Mehrheit darstellen.

Als weibliche Musikerin habe ich das Bedürfnis, diese Statistik anzuheben und die erwarteten Standars für die jüngere Generation zu verändern. Ich fände es großartig, mehr weibliche Frontfrauen zu sehen, anstatt nur Sängerinnen, die auf der Bühne herumhüpfen und sich um ihr Image Sorgen machen."

Alexia, Anissa, Cisko und Caleb haben auf "Masks" vieles richtig gemacht. Das Songwriting findet auf einem hohen Niveau statt, die Arrangements sind fett und es bläst einem ordentlich um die Geheimratsecken.

"Das neue Album unterscheidet sich von unseren bisherigen Album vor allem im Hinblick auf die Richtung, die wir mit unserer Musik einschlagen," sagt Alexia. Es ist das erste Mal, dass wir ein Full-Length-Album in dieser Vierer-Konstellation aufgenommen haben. Ich habe alle Gitarrenparts geschrieben und Cisko hat auch einen Teil der Vocals auf dem Album übernommen."

Fans von Post-Hardcore, der mehr auf Eingängigkeit als auf Progressivität setzt, machen mit diesem Silberling nichts falsch.

Und auch wenn sich EYES SET TO KILL im Studio wohler fühlen, als auf der Bühne, wie uns Alexia verraten hat ("Ich habe auch nach zehn Jahren immer noch Lampenfieber."), hoffen wir, dass wir sie dennoch bald wieder in Deutschland live sehen können.

Kürzlich haben ESTK ihre Videopremiere zu "Infected" gefeiert und wir präsentieren euch hier den gruseligen Clip im "Silent Hill"-Look.



Text: ST/RNR
Bilder: © Century Media




T-Shirt BW Original weiß
T-Shirt BW Original weiß
14,90€
12,90€
T-Shirt Hippy Killer grau
T-Shirt Hippy Killer grau
39,90€
4,90€
Cargohose Squad woodland
Cargohose Squad woodland
79,90€
54,90€
Zip-Hoodie Rockabilly Rules grau
Zip-Hoodie Rockabilly Rules grau
69,90€
24,90€
30.09.2013
Text: ST/RNR Bilder: © Century Media
auf Facebook teilen

musik hard und heavy

Verwandte Artikel

EYES SET TO KILL –
Masks

Die US-amerikanischen EYES SET TO KILL um die zwei attraktiven Schwestern Alexia und Anissa Rodriguez sind keine Newbies in der Szene. Seit 2004 machen die Jungs und Mädels Musik, wenn auch nicht immer in der aktuellen Besetzung. Mit "Masks" haben sie nun ihr fünftes Studioalbum veröffentlicht. Wir haben für euch reingehört und Alexia zum neuen Album befragt.

Lanfear: X The Power
Of Ten

Freunde anspruchsvollerer Musik, denen Progressiver Metal mit komplexen Songs gefällt, werden mit Lanfear sicher glücklich.

The New Black: The
News Black

Rockmusik und Metal aus Deutschland klingt meist teutonisch. Die neue Band "The New Black" umgeht dieses Problem geschickt.

Guns Of Moropolis:
In Dynamite We Trust

Ein neuer Musikstil wurde geboren. Die Band nennt ihre Musik, die einen Mix aus Rockabilly und Heavy Metal darstellt, treffsicher Metalbilly. Als deutsche Antwort auf Volbeat sollte das Trio nun durchstarten.

Blackshine:
Lifeblood

Die schwedische Band Blackshine hat ihr drittes Album bereits vor zwei Jahren eingespielt. Mit Dockyard1 haben sie nun auch ein passendes Label gefunden.

Warrior Soul:
Destroy The War
Machine

Der schon immer eigenwillige Kory Clark hat sich eine neue Mannschaft gesucht und mit dieser nach vielen Jahren ein neues Album eingespielt.

Blue Cheer: What
Doesn´t Kill You...

Blue Cheer wurden 1967 gegründet. in den vergangenen 40 Jahren hat sich die Band mehrmals aufgelöst und wieder gegründet.

Epicurean: A
Consequence Of
Design

Ursprünglich erschien das Album bereits 2006 in der Heimat des Sextetts, Amerika.

Past M.D.: Circles

In den Achziger Jahren gab es die Band Midnight Darkness. Da zwei der Member nach vielen Jahren wieder gemeinsam Musik machten, bezogen sie den neuen Bandnamen auf die Vergangenheit. Entstanden sind Past M.D..

Ruffians: Desert Of
Tears

Die amerikanische Band Ruffians wurde 1983 gegründet, löste sich 1989 aber leider auf. Erst 2004 konnten die Mitglieder zu einer Reunion überredet werden.

The Devil's Blood:
The Time Of No Time
Evermore

Vor wenigen Jahren gründeten die Geschwister Selim und Farida die Band als reines Projekt. Die sehr positiven Reaktionen auf ihr Demo, das sie mit Hilfe befreundeter Musiker einspielten, führte zu einer festen Band, die nun ihren ersten Longplayer vorlegt.

Epitaph: Outside The
Law

Die Plattenfirma MIG-Music konzentriert sich bei ihren Veröffentlichungen auf deutsche Bands oder Produktionen. Das vorliegende Album wurde 1973 von der deutschen Band Epitaph in den USA aufgenommen und wurde nun mit Bonusmaterial neu aufgelegt.

Ronny Munroe: The
Fire Within

Bekannt wurde Ronny in den letzten Jahren als Sänger von Metal Church, mit denen er drei CDs aufnahm. Doch auch schon vor dieser Zeit war er musikalisch aktiv. Nach einer EP vor zwei Jahren kommt nun sein erster Solo-Longplayer.

Crescent Shield: The
Stars Of Never Seen

Die Amerikaner setzen mit ihrer zweiten Scheibe, zwei Jahre nach dem Erstling "The Last Of My Kind" ihre Erfolgsstory in der Undergroundszene fort. Die begann eigentlich als Projekt zweier Musiker. Doch die guten Resonanzen bewogen sie dazu noch zwei Mitstreiter zu suchen um eine echte Band zu gründen.
Newsletter bestellen
weiter
Welche Themen interessiern dich?
Bike Auto Tattoo Musik
Stand:22 May 2019 23:08:44