The BossHoss


The BossHoss sitzen mit Vorliebe zwischen den Stühlen: Den Country-Puristen sind sie zu rockig, den Rock’n’Rollern zu kommerziell, den Popfans zu dreckig. Dennoch – oder gerade deswegen – haben sie mit ihrer Musik ungeahnte Erfolge. Gerade ist ihr sechstes Studioalbum „Liberty Of Action“ erschienen.

DYNAMITE: Zur Albumpräsentation spielt ihr heute die neuen Songs zum ersten Mal live vor Publikum. Hat sich bei euch so viel verändert, dass es sich auch auf der Bühne jetzt anders anfühlen wird?
Hoss: Es ist schon eine ganze Menge Neues hinzugekommen, auch wenn wir uns natürlich stilistisch im Groben treu geblieben sind. Aber dazu gehört eben auch, dass wir immer versuchen, uns weiterzuentwickeln, andere Einflüsse dazu zu bringen oder mal Beats auszuprobieren, die wir noch nicht hatten. Zum ersten Mal arbeiten wir jetzt auch live mit einem Sampler. Aber alles das, für das BossHoss immer standen, ist noch dabei: Rock, Country, Rock’n’Roll.

DYNAMITE: Ihr habt zusammen mit der CD auch eine DVD veröffentlicht, die eure Texas-Reise dokumentiert. Was habt ihr dort erlebt?
Boss: Es waren ja bloß zehn Tage, die ganze Aktion war ziemlich spontan aus dem Boden gestampft worden. Es war immer unser Traum, einmal als BossHoss nach Texas zu gehen. Wir wollten einfach mal zu den „real Cowboys“, den Country sozusagen nach Hause tragen. Wir haben dort eine kleine Tour gemacht und die Shows gefilmt, aber auch, wie wir durch die Gegend fahren und versuchen, die Klischees, die Texas so in unseren Köpfen ausmacht, zu ergründen. Wir haben versucht, eine Wumme zu kaufen, sind schießen gegangen oder haben ein Barbecue veranstaltet.

Mit der Knarre durch Texas

DYNAMITE: Hat man euch eine Waffe verkauft?
Boss: Nee, wir hatten natürlich Connections und konnten uns dann ganz viele Knarren ausleihen. Die Schwester von unserem Tormanager Andi lebt in Texas und die haben zu Hause ein ganzes Waffenarsenal – da geht schon gut was ab! Das ist da eben normal. So wie wir am Sonntag vielleicht mit den Kindern ein Eis essen geht, gehen die halt ballern.

DYNAMITE: Was sagen die Yankees, wenn da so ein paar durchgeknallte Krauts kommen, die ihnen erzählen wollen, wie Country oder Rock’n’Roll geht?
Hoss: Wir wollten denen ja nichts erzählen, wir wollten das ja bloß spielen – auf unsere Art. Wir sind nun mal nicht in Amerika groß geworden, wir haben eben nur viele musikalische Einflüsse von dort. Im Endeffekt spielen wir das so, wie wir uns das hier zurechtgelegt haben. Die Reaktionen darauf waren sehr positiv, die Texaner sind uns freundlich, interessiert und aufgeschlossen begegnet. Wir dachten auch, vielleicht fühlen die sich verarscht, wie wir so daherkommen mit unserem Zeug und erst mal „Howdy“ und „Yee Haw“ schreien, aber sie haben uns ernst genommen. Sicher fanden die uns skurril.

Jeder Song ist eine BossHoss-Nummer

DYNAMITE: Ihr habt ja im Laufe eurer Karriere den Anteil an Coverversionen immer weiter runtergeschraubt. Gibt es auf „Liberty Of Action“ überhaupt noch übernommene Songs?
Hoss: Ja, ein paar schon. Irgendwie steht dieses sehr spezielle Covern ja auch für uns, aber wir haben das schon zurückgefahren. Das verlangt zum einen unser Anspruch, zum anderen wollen wir als Musiker und als Band natürlich auch unser eigenes Repertoire einbringen. Das haben wir in anderen Konstellationen vor BossHoss ja auch schon gemacht und auch bei den drei Alben davor lag der Fokus auf eigenen Songs.

DYNAMITE: Kann man sagen, dass eigentlich jeder Song ein Countrysong ist, manche das aber nur noch nicht wissen? Oder gibt es Stücke, an denen ihr gescheitert seid, wenn ihr sie auf eure Art zu interpretieren versucht habt?
Hoss: Das ist noch nie vorgekommen. Wir können grundsätzlich aus jedem Song eine BossHoss-Nummer machen, wenn wir das wollen. In der Vergangenheit war es immer nur eine Frage der Zeit, bis es passte. An dem einen Stück schraubst du halt etwas länger, beim anderen geht es schneller. Entscheidend ist eher, wie schnell man sich selber einlassen kann und seinen Zugang findet. Man muss den Dreh rausbekommen, dass ein neuer Song daraus wird. Wir wollen ja nicht nachspielen im eigentlichen Sinne, sondern haben dabei schon einen kreativen Anspruch.

Das komplette Interview könnt ihr in der DYNAMITE 02/12 nachlesen ...

Text: Lars Fischer
Bilder: Lars Fischer, Universal


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DYNAMITE 27.01.2012
Text: Lars Fischer Bilder: Lars Fischer, Universal
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musik country

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Stand:08 December 2019 18:46:27 Warning: fopen(cache/50f429e898f5bcef90bd8fa629eaa1a7.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 163 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 164 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 165