Shelton Hank Williams III


Der Outlaw zeigt gerne seine Liebe zu härteren TönenShelton Hank Williams der Dritte ist der Enkel des Country-Kings Hank Williams, der Sohn von Country-Star Hank Williams Jr. und ein Mann mit zwei Seelen in der Brust. Er lebt Tradition und Moderne zugleich, liebt den Country und rebelliert gleichzeitig gegen seine Stumpfheit, kurz: Hank 3 ist ein geradezu „faustischer“ Charakter, Country-Musiker und Metal-Rocker zugleich.


DYNAMITE: Du stammst aus einer legendären „Country-Familie“, vielleicht sogar aus „der“ Country-Familie überhaupt. Wie belastend ist es, mit dem Namen Williams aufzuwachsen, noch dazu, wenn man sich entschließt, selbst Musiker zu werden und zunächst sogar das gleiche Genre zu beackern?
Hank3: Die Entscheidung, Musiker zu werden, war ja meine eigene, ohne Zwang von außen. Und dass ich selbst Country mache und auch liebe, hat natürlich etwas mit meiner musikalischen Sozialisation zu tun. Bewusst eine andere Art von Sound zu machen, nur um aus dem Schatten des Familienstammbaumes herauszutreten, hätte nichts gebracht. Dafür sind diese Wurzeln zu stark und mir diese Musik zu lieb. Aber als Jugendlicher bin ich eben dann selbst mit anderer Musik in Berührung gekommen, vor allem übers Radio. Punkbands wie Black Flag und Dead Kennedys waren der Sound meiner Jugend, auch Trash-Metal-Bands wie die Suicidal Tendencies oder Slayer. Seit damals ist meine Seele genaugenommen in zwei Teile gespalten, die nach den ersten Gehversuchen jetzt langsam auch wieder zusammenwachsen. Ich liebe Iggy Pop, die Ramones, aber eben auch den klassischen Country, von Cash, Merle Haggard oder David Allan Coe. Ein Freund von mir, Bob Wayne, ist auch so ein grandioser Anti-Nashville-Outlaw-Cowboy-Punk. Hört seine Alben und ihr werdet feststellen, wie genial er ist.


Konflikte mit dem Label


„Ich habe kaum Energie für Promo-Termine während der Tournee. Ich spiele jeden Abend so, als ginge die Welt unter, du hast es ja mitbekommen“, kommentiert Hank den Umstand, dass er bei seiner letzten Tour nicht für Interviews zur Verfügung standDYNAMITE: Deine ersten offiziellen kommerziellen Gehversuche haben zusammen mit dem Curb-Label stattgefunden. Und dieses Verhältnis war Gerüchten zufolge schon sehr früh nicht ganz konfliktfrei, fand dann auch ein sehr unschönes Ende. Hatte das auch etwas mit deiner „gespaltenen“ musikalischen Persönlichkeit zu tun?
Hank3: Klar! Inzwischen haben wir einen Modus Vivendi gefunden, um die Restabwicklung unserer Geschäftsbeziehung durchzuziehen, darum werde ich hier nicht schmutzige Wäsche waschen. Aber es stimmt, dass es bereits zu Beginn Differenzen zwischen den Vorstellungen gegeben hat. Curb wollte mich ausschließlich als Enkel der Country-Legende Hank Williams vermarkten, mir war das einfach zu eindimensional, bei aller Leidenschaft für Country. Hätte ich mich nicht aus dem Schatten meiner Familie heraus gekämpft – deren Einflüsse ich, wie schon gesagt, sehr schätze –, wäre ich entweder ein armseliger Cowboy-Klon geworden oder ein One-Hit-Wonder, wäre ausgebrannt und selbstmordgefährdet, weil alle von mir immer nur eine Art von Song hören wollen ...

Shelton Hank Williams der Dritte ist der Enkel des Country-Kings Hank WilliamsDYNAMITE: Dann war es also die Idee des Labels, als dein Albumdebüt das Projekt „Three Hanks: Men With Broken Hearts“ (1996) einzuspielen? (Anm. d. Red.: Das Album ist Hanks erste Platte, dort interpretieren er und sein Vater Hank Jr. Songs von Hank Williams Senior, wobei alle drei Sänger zusammengemischt worden sind.)
Hank3: Genau, hier sollte ganz exakt die traditionelle Country-Hillbilly-Schiene bedient werden, wobei die Arbeit am Album an sich sehr spannend war und viel Spaß gemacht hat. Die Titel meines Großvaters, zu dessen Gesangsspuren wir dann hinzugemischt wurden, sind ja wirklich großartig. Also gegen die Musik kann man hier überhaupt nichts einwenden.


Zensierte Lyrics


DYNAMITE: Aber beispielsweise die Fotos von dir, die im Booklet abgedruckt worden sind, lassen dich, Entschuldigung, schon wie einen Karnevals-Cowboy aussehen …
Hank3: Ja, absolut zutreffend, shit, und genau das meine ich: Das Label wollte einen Hank-Klon generieren, aber der bin ich nicht, bei allem Respekt. Und dann wurden die Spannungen, auch wegen der selbstironischen, zynischen und zum Teil sehr provokativen Lyrics, immer deutlicher. Ein Beispiel gefällig, dann zieh dir mal die Songs „Trashville“, „The Grand Ole Opry (Ain’t So Grand)“ oder meinen Klassiker „Dick In Dixie“ rein:

Das komplette Interview könnt ihr in der aktuellen DYNAMITE #78 nachlesen …

Text: Emmerich Thürmer
Bilder: Tara Israel, Courtesy of Hank3 Records, Jeff Mackie


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DYNAMITE 27.07.2012
Text: Emmerich Thürmer Bilder: Tara Israel, Courtesy of Hank3 Records, Jeff Mackie
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musik country

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Stand:08 December 2019 18:45:55 Warning: fopen(cache/d0f3a328915c2d6bba53047bbde5e2db.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 163 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 164 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 165