Johnny Cash Tribut-Musical


Jeder kennt seine Lieder, unzähligen Musikern diente er als Vorbild, im Februar wäre er 80 Jahre alt geworden: Johnny Cash ist eine Ikone, ein Idol. Als „Man in Black“ wurde er zur lebenden Legende, erlebte Höhen und Tiefen und mit June Carter die ganz große Liebe. Nach der erfolgreichen Inszenierung des Stücks „Hello I’m Johnny Cash“ startet das Musical jetzt zur großen Deutschland-Tour. Gut 30 seiner schönsten Titel bilden die Grundlage für eine Show, die mit dem deutschen Countrymusiker Gunter Gabriel als Johnny Cash und der mehrfach ausgezeichneten Künstlerin Helen Schneider als June Carter ihre Idealbesetzung fand. Über die Nähe zum Idol Cash, die Umsetzung der Lebensgeschichte auf der Bühne und die magische Anziehungskraft eines nie vergessenen Musikers sprach das DYNAMITE mit Helen Schneider und Regisseur Volker Kühn.

DYNAMITE: Warum tourt das Musical erst jetzt?
Volker Kühn: Das hat technische und vor allem organisatorische Gründe. Als wir Ende August 2010 mit „Hello I’m Johnny Cash“ im Berliner Renaissance-Theater Premiere hatten und sich bereits bei der ersten Vorstellung ein Riesenerfolg mit Standing Ovations abzeichnete, gab es bereits die ersten Theater, die das Stück in dieser Besetzung nachspielen wollten. Da lag es natürlich nahe, das Cash-Stück auch in anderen Städten zu spielen, vor allem in Hamburg, wo Cash-Darsteller Gunter Gabriel zuhause ist und sein Publikum hat. Erst nachdem sich diese Produktion auch außerhalb Berlins als Erfolg erwies, wurde überlegt, sie auf Tour zu schicken, wie das nun mit Gastspielen in Bremen, Osnabrück, Regensburg, Kiel, Mainz, Essen, Bielefeld, Ludwigshafen, Stuttgart, Lüneburg, Köln und anderswo geschieht.

DYNAMITE: Eine logische Konsequenz.
Volker Kühn: Bevor es dazu kommen konnte, mussten zunächst einmal die bereits abgeschlossenen Verträge eingehalten und erfüllt werden. Eine deutschlandweite Tournee läst sich zudem nicht aus dem Boden stampfen. Der Satz „Gut Ding will Weile haben“ hat ja auch und gerade im Business des Musikentertainments seine Berechtigung. Was so viel heißt wie: Was perfekt rüberkommen soll, muss wenigstens gut bis sehr gut vorbereitet sein. Erfolge fallen nun mal nicht vom Himmel.

Ein ausgeschöpftes Thema?

DYNAMITE: Es gibt Johnny Cash Best-of-Alben, Spielfilme und Reportagen, Biografien – haben wir mittlerweile nicht schon alles über Johnny Cash gehört, gesehen und gelesen? Warum jetzt noch ein Bühnenstück?
Volker Kühn: Es geht ja nicht darum, alles über Johnny Cash zu erfahren. Schon gar nicht auf der Theaterbühne. Da zählt nur eine spannende Geschichte mit all ihren Ups und Downs, wie sie die Johnny Cash Story parat hält. Wenn das dann auch noch eine Geschichte ist, die voller Erfolge und Niederlagen, voller Konflikte ist, bei der Tragik und Komik so dicht beieinanderliegen wie in der Biografie von Johnny Cash, dann schreit das geradezu danach, diesen Stoff auf die Bühne zu bringen. Die Musik mit ihrem unverwechselbaren Sound, die über viele Jahrzehnte ihr Publikum gefunden hat, tut ein Übriges.

DYNAMITE: Wer hat die Besetzung ausgewählt? Wer hat sich für Gunter Gabriel als Johnny Cash und Helen Schneider als June Carter entschieden?
Volker Kühn: Theater ist Teamarbeit, das ist ähnlich wie beim Film. Was bei der Arbeit für die Leinwand oder das Fernseh-Event das Zusammenspiel zwischen Regie, Kamera, Drehbuchautor und Producer ist, entspricht etwa der intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und dem Theaterleiter bei einer Bühnenproduktion. Die Besetzung einer Rolle ist da ebenso wichtig wie das Stück, um das es geht. Wenn dann noch das Publikum mitspielt und ins Theater strömt, hat man gewonnen.

DYNAMITE: Inwiefern entsprechen die beiden Hauptdarsteller Ihrer Idealbesetzung?
Volker Kühn: Inwiefern? Total! Gunter Gabriel und Helen Schneider sind ein Traum-Team. Schon allein deshalb, weil sie aus verschiedenen Musikrichtungen kommen und sich im Zusammenspiel geradezu ideal ergänzen.

DYNAMITE: Helen, Ihre Biografie ist beachtlich, Ihre Stimme einzigartig. Dennoch würden Sie mir auf der Suche nach der Besetzung der June Carter nicht sofort einfallen. Mussten Sie ein Casting absolvieren oder wurden Sie direkt angefragt?
Helen Schneider: Horst Filohn, Intendant des Renaissance-Theaters und Co-Autor von „Hello I’m Johnny Cash“, fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, June Carter zu spielen. Ich habe lange überlegt und schließlich „ja“ gesagt. Als Mensch fasziniert mich June Carter. Außerdem hatte ich bislang nie wirklich Country-Musik gesungen. Es war eine neue Herausforderung für mich.

Identifikation mit der Rolle

DYNAMITE: Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Helen Schneider: Ich habe viele Videos und Filmausschnitte von June geschaut und viel über sie gelesen.

DYNAMITE: Können Sie sich mit June Carter identifizieren?
Helen Schneider: Vielleicht am wichtigsten für mich: Sie hat sich dafür entschieden, ein Leben mit einem zum Teil sehr schwierigen Mann zu führen – und das über 35 Jahre lang. Ich habe eine ähnliche Wahl getroffen, für mehr als 40 Jahre. June Carter übte ihren Beruf mit Leidenschaft aus und war eine begnadete und disziplinierte Künstlerin. Das versuche ich auch.

Das komplette Interview könnt ihr in der aktuellen DYNAMITE 02/12 nachlesen ...

Text: Britta Stobbe
Bilder: Iko Freese (drama-berlin.de)


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DYNAMITE 27.01.2012
Text: Britta Stobbe Bilder: Iko Freese (drama-berlin.de)
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musik country

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