Hank Cash


Sie nennen sich „Deutschlands lässigste Countrykapelle“ und sind über die Szenegrenzen hinaus bekannt. Hank Cash will keine Showband sein, sondern echten Country so interpretieren, wie er ihnen gefällt, ohne dabei die Großen einer vergangenen Ära zu vergessen. An einem schönen Samstagnachmittag haben wir uns mit Jens „Johnny“ Erle, Thomas Schmucker aka Jay B. „The Killer“ Strike und dem Neuzugang Swen Poth alias Steve News zu einer entspannten Grillparty im Garten des Sängers getroffen. Unter dem Geschrei der Musikerkinder, dem bierwahnsinnigen Familienhund und den Kommentaren der Musikerfrauen gaben uns die drei ein humorvolles Interview, bei dem wir unter anderem lernten, dass Thomas das größte Ding in der Band hat – den Bass natürlich!


Dynamite: Für alle Nichtwissenden: Wer seid ihr?
Johnny: Grundsätzlich fing es damit an, dass Stephen Nündel und ich vor Langeweile strotzend ohne Bands durch die Gegend liefen und wieder eine Band gründen wollten. Er wollte eine Rock’n’Roll-Band auf die Zwölf à la Rose Tattoo, woraufhin wir einen Proberaum angemietet und dann festgestellt haben, dass wir eigentlich am besten Johnny Cash können, weil auch meine Stimme so in die Richtung geht. Wir dachten „das klingt ja cool“ und haben inseriert, dass wir einen Slapbassisten suchen. Auf das Inserat meldete sich Mr. Jay B. Strike und erklärte „Ich höre seit meinem zehnten Lebensjahr Country und spiele Bass“. Er hat dann vorgespielt und war sofort unser Mann. Von da an existierte Hank Cash vier Jahre in dieser Besetzung.
Killer: Eigentlich wollten die Jungs ja noch einen Schlagzeuger, aber das konnte ich ihnen glücklicherweise ausreden, weil ein Schlagzeug nicht zu dieser Musik passt.

DYNAMITE!: Nun sitzen wir hier aber mit Swen Poth aka Steve News und nicht Herrn Nündel – wie kam das?
Steve: (lacht) Ich weiß auch nicht. Wie kam das eigentlich?
Killer: Herr Nündel musste uns aus beruflichen Gründen verlassen, da er die steigende Zahl der Gigs nicht mehr mit seiner künftigen Karriere vereinbaren konnte. Somit musste schnellstmöglich ein neuer Gitarrist her, was gar nicht so einfach war. Wir haben alle Online-Kanäle sowie Mundpropaganda genutzt und eines schönen Tages meldete sich Herr Poth über Wer-kennt-wen und meinte ganz einfach „Johnny Cash? Ich mach’s!“. Wir hatten noch zwei andere zur Auswahl, aber Swen war uns einfach am sympathischsten und ist dazu noch Berufsmusiker.

DYNAMITE!: Woher kommst du denn – musikalisch gesehen?
Steve: Ach so, ich muss jetzt antworten!? Ich habe mich vor vielen Jahren mal entschieden, Musik zu machen und zu studieren, was ich auch durchgezogen habe. Ich konnte mich aber nie entscheiden, weil ich alle Arten von Musik interessant finde und somit mache ich alles. Als ich zu Hank Cash kam, hatte ich damit noch nix zu tun, fand es aber sehr interessant. Vor allem die Tatsache, dass man bei dieser Musik mit relativ wenig Mitteln viel ausdrücken kann! Die Gitarre ist so ein bisschen minimalistisch einzusetzen. Eigentlich sehr einfach, aber total schwer, das mit dem richtigen Feeling rüberzubringen. Das ist schon eine Herausforderung, die ich gerne annehme und die Spaß macht.
Johnny: Da muss man ja auch sagen, dass ein unvoreingenommener Gitarrist für diese Musik fast schon besser ist, da er diese 50er-Jahre-Cash-Sachen etwas unbedarfter versucht eins zu eins umzusetzen und sie genrefremd oftmals besser spielt. Die Original-Soli und der Bumchacka-Sound werden direkt übernommen.

DYNAMITE!: Steve, Angst vorm oder Vorfreude auf den ersten Gig mit Hank Cash?
Steve: Angst sowieso keine – im Gegenteil, ich freu mich drauf! Ist für mich ’ne tolle Sache, denn gerade zu dritt ist die Musik wirklich pur und das ist schön. Bei anderen Sachen muss man mit so viel Technik kämpfen. Zu dritt weiß man einfach, dass das, was man spielt, beim Publikum genauso ankommt und man alles selbst in der Hand hat.
Johnny: Genauso kann es aber auch in die Hose gehen. Man ist sich selbst und dem Publikum extrem ausgeliefert, das ist das Erschreckende und das Schöne und vor allem auch das Erfolgsrezept. Das ist schon sehr pur, aber das ist, was mir gefällt: Wir sind einander ausgeliefert und keiner kann sich hinter irgendwas verstecken.

Das komplette Interview findest du in der DYNAMITE 5/10.


Text: Jessica Hierschbiel
Bilder: Dirk 'The Pixeleye' Behlau


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DYNAMITE 30.07.2010
Text: Jessica Hierschbiel Bilder: Dirk 'The Pixeleye' Behlau
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musik country

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