Yamaha SR 400-Design


Von der Vergangenheit inspiriert, für die Zukunft gebaut: CUSTOMBIKE beleuchtet Yamahas neue Designphilosophie und die Einbeziehung der Umbauszene am Beispiel der SR400

Neben Harley-Davidson und neuerdings auch BMW zählt Yamaha zu den wenigen Motorradherstellern, die die Faszination des Customizings erkannt haben und ihre Produkte entsprechend vermarkten. Was zunächst lediglich nach reinen Marketing-Maßnahmen klingen mag, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als handfester Vorteil für das bastelwütige Volk. So ist etwa die XV950 danach entwickelt worden, dass sie sich ohne größere Schwierigkeiten umgestalten lässt: keine Wasserkühlung, keine wuchernde Elektronik, keine Verkleidungen. Dazu kommen Rohrlenker sowie Rundscheinwerfer. Und der Benzintank sieht nicht nur aus wie ein Tank, sondern befindet sich exakt an jener Stelle, an der wir ihn erwarten. Mit derartigen Maßnahmen gestaltet sich ein Umbau vergleichsweise einfach, es müssen weder unzählige Kabelstränge und Steuergeräte versteckt werden noch spezielle Gabelbrücken oder Wasserkühler entwickelt werden, um dem Bike eine individuelle Note zu verpassen. Ganz nebenbei ist so ein Motorrad simpler aufgebaut als ein hochtechnisiertes High-Tech-Gerät und damit bereits als Serienmotorrad viel näher an der ursprünglichen Idee.



In die gleiche Kerbe schlägt die soeben ins deutsche Verkaufsprogramm aufgenommene Yamaha SR400. Im Wesentlichen basiert das Einzylindermodell auf der SR500, die ab 1978 die Motorradwelt begeisterte. Sie ist kein Retrobike mit filigraner Technik und dezent klassischem Auftritt, sondern eine echte Überlebende aus einer längst vergangenen Zeit. Mit viel Charakter und natürlich ohne elektrischen Starter. Den größten Unterschied zwischen dem 500er Motor und dem neuen Single stellt die Benzineinspritzung dar. Sie hilft, die gültigen Schadstoff-Grenzwerte zu unterschreiten und verbessert das Startverhalten per Kickerpedal. Und weil Motorräder in den Siebzigern nun einmal anders aufgebaut waren als in der technikverliebten Neuzeit, bietet auch die SR eine perfekte Basis zum Umbauen. Mit dem konventionellen Zwei-Federbein-Rahmen und dem fahrtwindgekühlten Einzylindermotor mit seiner starken mechanischen Präsenz lassen sich problemlos Cafe Racer-, Bobber- oder Scrambler-Projekte verwirklichen.



Design-Projekte im Auftrag von Yamaha
Bereits häufiger hat Yamaha in den vergangenen Jahren namhaften Tunern Motorräder zur Verfügung gestellt, um diese zu Custombikes umzugestalten. Spezialisten wie Roland Sands, Marcus Walz, Ludovic Lazareth oder Deus Ex Machina machten sich so über VMAX, TMAX-Roller oder XJR1300 her. Mit dem jüngsten Design-Projekt ruft Yamaha nun zwei Customizer auf den Plan, die mit frischen Ideen außergewöhnliche Lösungen realisieren sollten. Sowohl die Wrenchmonkees aus Dänemark als auch ein namenloser japanischer Customizer, der aus unerfindlichen Gründen nicht genannt werden will, gestalteten die aktuelle SR400 nach ihren Vorstellungen um und schufen so Ideen für private Garagenschrauber.



Boogie Single Racer
Die SR400 B.S.R ist das erste Modell aus der neuen »Yamaha Sport Heritage«-Abteilung, das von einem japanischen Customizer bearbeitet wurde. Und damit kehrt das Projekt zu seinen Wurzeln zurück. Denn es war die japanische Custombike-Szene, die Yamaha zum »Weniger ist mehr« inspiriert hat. Der Erbauer der B.S.R scheut das Rampenlicht und baut in seinem Shop in der Innenstadt von Tokio stattdessen weiter an Umbauprojekten auf Basis der SR. Inspirieren lässt er sich dabei von Strandrennen am Meer. Schlichte, fließende Formen kennzeichnen daher auch die minimalistische B.S.R. Typisch für Umbauten aus Japan ist zudem eine ausgesprochene Liebe zum Detail. So erinnert die Tropfenform des handgedengelten Benzintanks zwar an den Originaltank der SR, aber das reduzierte Volumen passt besser zum Gesamtbild und lenkt den Blick auf den luftgekühlten Einzylindermotor. Klassische Details wie die Ceriani-Telegabel und die Hochschulter-Felgen vervollständigen das Bild eines sportlichen Sandbahn-Renners.



GibbonSlap
Der zweite Umbau auf Basis der SR400 stammt von den dänischen Umbauspezialisten Wrenchmonkees. »GibbonSlap« nennen die Kopenhagener ihre rustikale Kreation, die insbesondere für den Einsatz in der Innenstadt entwickelt wurde. Zum robusten Auftritt tragen Stollenreifen im Scrambler-Stil ebenso bei wie ein ausgeklügelter Gepäckträger mit handgefertigten Taschen und die polierten Radabdeckungen aus Aluminium. Dazu kommen viele Teile des deutschen SR- und XT-Zubehörprofis KEDO, etwa ein Einzelsitz oder der Schalldämpfer aus Titan im Megaphon-Design. Gefinished mit einer mattschwarzen Lackierung präsentiert sich die nach einem geknöpften Seglermantel benannte 400er als eigenständig gestyltes Stadtfahrzeug.

Bleibt zu hoffen, dass Yamaha den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht und uns schon bald auch andere Hersteller mit tauglichem Material für die schönsten Stunden in der heimischen Garage versorgen.

Info
www.wrenchmonkees.com
www.kedo.com
www.yamaha-motor.eu
 

Text: Dirk Mangartz
Bilder: Yamaha




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24.02.2014
Text: Dirk Mangartz Bilder: Yamaha
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