BUILD DA FUKKER




Unser kultiger Wettbewerb für Garagenschrauber ist in vollem Gange. Der Volks-Build-Off hat sich fest in der Szene etabliert, und wie schon in den vergangenen Jahren scheuen unsere drei Finalteams keinen Aufwand, um Ende Oktober ihre fertigen Maschinen aller Welt zu präsentieren. Drei Teams aus Deutschland waren Anfang Juni an den Start gekommen, um in fünf Monaten und mit möglichst geringem finanziellen Aufwand amtliche Bikes zu bauen. Da sind die drei Jungs aus der Nähe von Ulm, die einer Suzuki DL 1000 zu einer Zweitkarriere als verkleideter Racer verhelfen wollen, da wäre zum anderen der Einzelkämpfer aus München, der mit Akribie und Erfahrung eine brutale BMW K 75 bauen will, und last not least unsere Familienbande aus dem Emsland, wo Vater und Sohn sich eine Yamaha XJ 550 dazu auserkoren haben, als schwarz-goldener Cafe Racer zu enden.
Alle drei Teams liegen – soviel sei verraten – gut in der Zeit. Selbstverständlich gibt es aber auch hier die Probleme eines jeden Schraubers. Beim einen ist die erste Lackschicht nicht wie gewünscht asugefallen, beim anderen fressen Detailarbeiten Zeit und Nerven, die Dritten sind sich nicht ganz einig gewesen, wo die Reise überhaupt hingehen soll. Auch das gehört zum Thema »Build da Fukker«, wir wollen ja gerade zeigen, dass jeder Aufbau seinen Problemstellen hat und nicht immer alles auf Anhieb klappt. Trotzdem, und davon sind wir fest überzeugt, werden am Ende drei wunderbare Custombikes vor uns stehen, die wir euch ausführlich in Ausgabe 01-16 unseres Magazines vorstellen werden. Denn auch das lehrt uns dieser Wettbewerb, den wir bereits zum vierten Mal durchführen: Am Ende wird alles gut.



Trotz unverändertem Support für die Dorfbrauerei, steht der Fukker schon ganz gut auf den Suzuki-Rädern. Die Linie ist klar erkennbar: Tief wird es und sportlich

Team Staufen-Edel
Es kriselte ein bisschen im Team Staufen-Edel, aus dem gestarteten Dreigestirn ist ein Zweierteam geworden. Wir finden das gar nicht schlimm, es beweist lediglich, dass Fukkerbuilder auch nur Menschen sind. Und solange die drei noch gut zusammen ein Bier der Hausmarke trinken können, ist sowieso alles im grünen Bereich. Nach Ramons Ausscheiden bleiben Uwe und Ralf also übrig, ihren Plan vom flachen Racer pünktlich zum 31. Oktober fertigzustellen.
Nichts geändert hat sich an der Basis, auf der die Jungs ihren Fukker bauen wollen. Wir erinnern uns, die Fragmente der Suzuki DL 1000 V-Strom sind dazu auserkoren, wieder zu einem echten Motorrad zu werden. Das Rolling Chassis ist mittlerweile tiefergelegt, das Rahmenheck geschweißt und die Auspuffanlage aus Edelstahl fertig. Dazu haben sich die Jungs für die Räder und die Gabel aus einer Suzuki TL 1000. Trotzdem mussten Hülsen für die Hinterachse neu gefertigt werden, »und auch der Umbau der Gabelbrücken war nicht so einfach«, erzählt Uwe. Zudem fand erst das zweite Federbein die Anerkennung der Selbstschrauber, das erste flog wieder zurück auf die Resterampe, von der es gekommen war. Als nächstes ist geplant, einen Sitzhöcker aus Kirschholz zu fertigen, sowie die Tankverkleidung aus Aluminium und die Frontverkleidung aus Kupferblech. Zumindest die Arbeiten an der unteren Aluverkleidung haben bereits begonnen. Trotzdem, die Zeit rennt und Team Staufen-Edel hat noch ganz schön Arbeit vor der Brust.




Ulfs Fukker-Projekt auf BMW-Basis ist sehr anspruchsvoll und verlangt viel Detailarbeit. Trotzdem ist der Münchner immer noch überzeugt, den Aufbau in den vorgegebenen fünf Monaten zu schaffen

Team Dragstarr
Schwenk nach München, wo Einzelstarter Ulf mitten im Aufbau seines Fukkers steckt. 42 Meter Rohmaterial liegen bei ihm in der Werkstatt, »ich wusste doch nicht genau was passt und Mindestabnahme waren jeweils sechs Meter«, zuckt Ulf mit den Schultern. Die Wahl der Räder für seine BMW K 75 ist getroffen, das Bike wird vorn wie hinten auf 17-Zöllern aus der Ducati Multistrada stehen. Die hintere Sechs-Zoll-Felge nimmt somit locker den freigefahrenen 200er Slick auf. Die skizzierte Zentralverschraubung konnte Ulf über einen Adapter an ein R1200C Hinterachsgetriebe erfolgreich umsetzten. Der Anschluss an das Getriebe ist über eine angepasste, um 92mm gekürzte, Cruiser-Stahlschwinge,erfolgt. Die dazu passende Kardanwelle aus der R1100R ist kollisionsfrei montiert. Dem Fünfgang-Seriengetriebe will Ulf eine hydraulische Kupplungsbetätigung verpassen, die Teile dafür sind schon angefertigt. Klingt alles sehr geschmeidig, doch auch Ulf musste hart kämpfen.
»Die exotischen Feingewindeaufnahmen für die Duoleverlagerung haben zeitraubende Aktionen an der Drehbank gefordert«, ächzt der Ingenieur. Trotzdem muss noch eine provisorische Rahmenlehre angefertigt werden. Damit soll das Vorderrad zum Hinterrad in Spur gebracht und ein Anpassen des Rahmenoberzugs ermöglicht werden. Und auch der Motor aus dem Spenderfahrzeug zickt. »Ich muss wohl die Wasserpumpe noch tauschen«, erklärt Ulf. Dass er viele Fukker-Nachtschichten fahren muss, macht die Sache nicht besser, schließlich sollen Job und Familie nicht zu sehr leiden. Wir grüßen daher Ulfs Frau ganz herzlich, »halte durch, es ist bald überstanden!«



Eine edlere Farbwahl kann es kaum geben, der Cafe Racer von Andreas und Michael bekommt eine John Player Special-Lackierung in Schwarz und Gold

Team Familienbande
Alles im Lack beim Team Familienbande, der Aufbau der Yamaha XJ 550 geht zügig voran, auch wenn Vater Andreas durchaus ein paar Kämpfe auszufechten hatte. Immer wieder zog es den alten Burner beim Aufbau Richtung Streetfighter. Klar irgendwo, der Mann ist ein Urgestein der Fighterszene. Sohn Michael schwimmt da auf einer anderen Welle, er hatte von Beginn an einen Cafe Racer im Kopf. Das nahezu fertig vor uns stehende Fahrwerk zeigt, dass der alte Hase sich schließlich hat überzeugen lassen, die Yamaha glänzt mit astreiner Cafe Racer-Linie. »Wichtig war uns außerdem, dass das Bike wirklich eine komplette 80er-Jahre-Linie fährt. Wir haben daher auch nur Teile aus dieser Epoche für den Aufbau verwendet«, erklärt Andreas. Um 30 Kilo hatten die Jungs das Bike außerdem zunächst erleichtert. Soviel Gewicht brachten die abgeschaubten Teile auf die Waage. »Zehn Kilo kommen am Ende aber durch die Umbaumaßnahmen wieder drauf«, erzählt Andreas. Fahrwerk und Räder sind weitesgehend fertig, Elektrik- und Lackierarbeiten stehen noch aus. Wie von vornherein, geplant wird das Bike im John-Player-Special-Look auftrumpfen. Schwarz und Gold sind also die gewählten Farben, Airbrushs wird Andreas selbst aufbringen. Übrigens, mit einem anvisiertem Budget von um die dreieeinhalbtausend Euro waren Andreas und Michael gestartet, »diesen Preis werden wir unterbieten können, aktuell sind wir bei etwa 2000 Euro Kosten«, freut sich der Junior. Allein dafür haben die beiden schon allen Respekt verdient.

 

Text: Katharina Weber
Bilder: Benjamin Grna / Fotodesign Oltmanns




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02.11.2015
Text: Katharina Weber Bilder: Benjamin Grna / Fotodesign Oltmanns
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Stand:19 January 2019 21:35:32