Nitrolympx


Auf dem Dragstrip am Hockenheimring schied der
Dragster des Gremium MC ausgerechnet kurz vorm Finale aus


Hockenheim ist eine nordbadische Kleinstadt mit einer berühmten Rennstrecke. Jährlich werden dort die „Nitrolympx“ ausgerichtet. Dann geht der Lärm der Dragster-Motoren durch Mark und Bein und lässt eure Hosen flattern.
Die Viertelmeile heißt dann „Rico-Anthes-Quartermile“. Auf ihr tragen die Top-Teams der europäischen Dragster-Szene materialmordende Schlachten um Tausendstel-Sekunden aus. Manch eine Maschine übersteht die brutale Beschleunigung nicht und haucht auf dem gummiverklebten Asphalt ihr Leben aus.
Dabei ist vom Rennen selbst nicht viel zu sehen, da die Kombattanten in weniger als fünf Sekunden aus dem Blick der Zuschauer verschwunden sind. Allein der Lärm, den die V8-, Jet- oder Twin-Motoren beim Starten verursachen, dröhnt dann im Schädel nach. Manch einer kippt aus den Latschen und bleibt mit einem Kreislaufkollaps liegen, wenn die Schockwellen der Monstermotoren ungefiltert auf seinen Körper prallen. Nitrolympx, das heißt vor allem Fühlen.
 
Nitrolympx

Sprit für tausend Euro

Der Aufwand dieser Motorsportart ist unglaublich. Die Spritkosten für einen einzigen Lauf können schnell in die Tausende gehen. So teuer ist die Nitromethan-Suppe, die den Hightech-Motoren auf den 400 Metern Rennstrecke eingespritzt wird. Nach wenigen Sekunden ist der Spuk vorbei, dann rasen die sogenannten Top Fueler mit knapp unter 500 km/h durch die Lichtschranke.
Bei den Motorrädern schaffen die Schnellsten der Super Twin Top Fuels immerhin knapp 350 km/h. In weniger als einer Sekunde haben sie die 100-km/h-Marke geknackt. Das entspricht Beschleunigungskräften von bis zu 5 g. Die Beschleunigung der 1000 PS starken Zweiräder ist so gewaltig, dass ein „Wheelie-Bar“ genanntes Gestänge den Überschlag beim Start verhindert.
Rohe Kräfte zerren an den Antriebssträngen. Dann zerbröseln Getriebe, lösen sich Kupplungen in Rauch auf oder Motoren gehen hoch und kübeln ihre Eingeweide samt Öl auf den Drag-Strip. Das verursacht gelegentlich längere Zwangsunterbrechungen.

Dragster des Gremium MC

Der Gremium-Dragster scheidet aus

Eine Enttäuschung musste Publikumsliebling Christian Jäger einstecken. Er fährt den Dragster vom Black-Seven-Racing-Team des Gremium MC. Der Vizeeuropameister von 2012 startete in der Königsklasse, den Super Twin Top Fuels. Während des gesamten Wochenendes ließ Jäger der starken Konkurrenz in sämtlichen Qualifikationsläufen keine Chance und holte das Maximum aus der Black-Seven-Rennmaschine.
Am Finalsonntag im Rennen folgte urplötzlich der Tiefschlag. Im Kampf um wichtige Punkte zur FIA- und FIM-Europameisterschaft versagte ausgerechnet das Material. Christian Jäger musste sich durch einen technischen Defekt geschlagen geben. Mit einer Zeit von über 17 Sekunden rollte er durch die Lichtschranke. Damit brauchte er mehr als das Doppelte der üblichen Zeit, die bei
6,6 sec. liegt
Sein Konkurrent Roman Sixta aus der Tschechischen Republik schaffte es danach bis ins Finale und unterlag erst dort dem späteren Nitrolympx-Sieger Samu Kemppainen aus Finnland. Dieser hat nun im Titelkampf die Nase vorn.

Dragster des Gremium MC

Zuversicht trotz Niederlage

Aber das Black-Seven-Racing-Team blieb trotz der Niederlage zuversichtlich. Es wird in den verbleibenden Rennen wieder alles geben, um den Europameister-Titel endlich einzufahren. Unmittelbar vor den Finalläufen auf dem Santa Pod Raceway in Großbritannien ging diese BIKERS NEWS in den Druck.
Die Nitrolympx feiern 2015 übrigens ihre dreißigste Auflage. Vom 7. bis zum 9. August 2015 könnt auch ihr spüren, welche Faszination vom Drag-Racing ausgeht.

7. - 9. August 2015: Nitrolympx auf dem Hockenheimring, www.nitrolympx.de

Text: Christian Heim




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03.12.2014
Text: Christian Heim
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Stand:17 December 2018 18:59:55