Daytona Bike Week 2016 - Die Bike Week feierte ihr 75. Jubiläum


Bandanas on tour: Motorradfahrer über 21 sind in Florida von der Helmpflicht befreit Die diesjährige Bike Week feierte so etwas wie ein Jubiläum. Zum 75. Mal trafen sich die Biker in der Küstenstadt, doch wer dachte, das würde sich positiv auf die Besucherzahlen auswirken, der irrte

Die Wirtschaftskrise steckt den Amis offensichtlich immer noch mächtig in den Knochen. Auch ein halbes Jahrzehnt nach dem Immobilien- und Banken-Crash war trotz allerbestem Frühlingswetter besuchermäßig nichts so, wie es einmal war. Viele Leute bleiben weg, und auch kleinere Customizer und Händler, die man zuvor zehn Jahre lang jeden März an den gleichen Stellplätzen antraf, sind abgetaucht.

Unverständlicherweise hat Harley-Davidson sein Engagement während der Bike Week auf ein Minimum zurückgeschrumpft. Andere reiben sich darüber die Hände, denn die entstandene Lücke füllt der Polaris-Konzern mit seinen beiden Marken Indian und Victory dermaßen massiv aus, dass einem die Spucke wegbleibt. Daytona Beach ist mit reichlich Aufwand und sehr geschicktem Marketing-Tamtam inzwischen zu Indian-Town mutiert. Harley lässt sich derzeit ohne Gegenwehr die Butter vom Brot nehmen. Und dies offenbar landesweit, denn es zeichnet sich auch auf den Straßen ab: Zirka jedes zehnte Bike stammt inzwischen von Polaris. Die Leute stimmen an der Ladentheke ab, der einst belächelte Schneemobil-Hersteller ist zu einem sehr ernsthaften Die Boardwalk Show war in diesem Jahr qualitativ und quantitativ so schwach besetzt wie lange nicht mehrKonkurrenten geworden; Harley hat ein echtes Problem.

Doch zurück zur eigentlichen Bike Week. Nach wie vor kolportiert die örtliche Presse und die Chamber of Commerce die ewige halbe Million Besucher. Das ist natürlich grober Unfug, jedoch, klein ist die Bike Week nicht geworden. Nur nicht mehr so unfassbar groß, wie sie vor gut 10 Jahren war. Und wenn es auch „nur“ noch 250000 bis 300000 Biker sind, übertrifft das trotzdem bei Weitem alles, was man in Europa so an Bikertreffen kennt. Insofern könnte man von einem durchaus wohltuenden Gesundschrumpfen sprechen, wenn da nicht gleichzeitig auch die einstmals bedeutendsten Custombike-Shows wegkrachen würden. Die Boardwalk-Show war in diesem Jahr – wohlwollend formuliert – so lala. Und den einst prestigeträchtigsten Contest, die Rat’s Hole Show, kann man komplett vergessen. Es ist schmerzlich, mitanzusehen, was aus diesem ehemaligen Glamour-Event geworden ist. Da passt ins Bild: Harleys Ride Inn Show existiert erst gar nicht mehr.

Selbst bei den Coolsten der Coolen auf dem Parkplatz vor Willys Tropical Tattoo stand in diesem Jahr nicht viel zeigenswertes Old-School-Material herum. Zwei, drei Bikes fanden unser Interesse, und die haben wir uns dann auch für ein Foto-Shooting geschnappt; demnächst in diesem Magazin.


Bier gefällig?Mein Fazit
Es ist unübersehbar – Amerika leckt sich nach wie vor die Wunden. Umso unverständlicher sind die inzwischen wieder absurd hohen Zimmerpreise der Hotels. Und muss man verstehen, wieso eine Gier-Spacke im Außenbereich des Raceways die Stirn hatte, acht Dollar für einen Becher Bier zu verlangen? Na, wenigstens in solchen Maßlosigkeiten sind so manche Amis dann doch schon wieder ganz schön „great“.

Text: Dr. Heinrich Christmann
Bilder: Carsten Heil




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19.07.2016
Text: Dr. Heinrich Christmann Bilder: Carsten Heil
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Stand:13 December 2018 07:46:40