Yamaha XVS 650 Drag Star


Manchmal fallen einem die Dinge einfach in den Schoß, ohne dass man sich auf eine langwierige Suche begeben muss. Über einen Bekannten erfährt Michael von PcP-Bikes, dass eine Fahrschule eine kaum benutzte Yamaha XVS 650 zum Verkauf anbietet. Im Originalzustand, mit gerade einmal spärlichen 1100 Kilometern auf der Uhr. Wer da nicht zuschlägt, muss von allen guten Geistern verlassen sein, zumal das kultige Cruiserchen eine hervorragende Basis für Umbauten bietet. Starrrahmen-optik, V2-Motor, Kardanantrieb, gepaart mit zuverlässiger Serientechnik.

Klar, dass sich Michael nicht zweimal bitten lässt. Der Pfälzer macht sich auf den Weg zu besagter Fahrschule und ist erst einmal überrascht, denn die Yamaha war keineswegs als Fahrschulfahrzeug im Einsatz. Vielmehr präsentiert sie sich so gut wie unbenutzt, wurde kaum bewegt und hat in ihrem langen Leben kaum Asphalt und schon gar nicht Regen oder sonstige Wetterauswüchse gesehen. Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass mit dem Cruiser wohl ein Führerschein bezahlt wurde und das Teil seitdem einsam herumstand. Der Gesamtzustand ist top, lediglich die Reifen haben ihr Haltbarkeitsdatum überschritten. Sie springt auch sofort an, schnurrt wie eine Nähmaschine und tritt umgehend die Reise in Michaels Werkstatt an. Die Transformation vom Cruiser zum Chopper steht bevor, denn der Customizer kann den Serienzustand kaum ertragen. Über seine Facebook-Seite startet er einen Aufruf, in welche Richtung der Aufbau gehen soll. Vom Cafe Racer bis hin zum Chopper kann sich Michael alles vorstellen, doch schnell kristallisiert sich heraus, dass es wohl Letzterer werden wird. Die Follower haben den richtigen Riecher.





Also wird die Yamaha von Lenker, Heckschutzblech und Frontfender befreit, die schwülstigen Struts abgesäbelt und Tank sowie weitere Kleinteile in Rente geschickt. Michael hat klare Vorstellungen, wie sein Chopper auszusehen hat. Sportster-Tank, Ape, Solositz und ein mitschwingender Heckfender. Oldschool rules! Den Tank muss er abändern, der Anschluss für die Benzinleitungen passt nicht und wird in den Tunnel verlegt. Kein Hexenwerk zwar, aber ein wenig aufwendig. Beim Heckfender greift er ins Zubehörregal, nimmt bewusst ein schmaleres Blech, das für eine 160er-Reifenbreite vorgesehen ist. »Ich wollte, dass der Reifen nicht komplett an den Seiten abgedeckt ist. Mir gefällt die Optik so besser.« Die Elektrik bleibt serienmäßig. Selbst beim Tacho findet er ein Instrument, das die originale Welle aufnehmen kann. Auf ein Rücklicht wird zugunsten der cleanen Optik verzichtet. Eine 3-in-1-Blinker-Rück-Bremslicht-Kombination erfüllt alle Anforderungen. Zum Schluss wandert noch das Kennzeichen an die Seite, bevor es zum Lacker geht. »Silber war mein Wunsch«, so Michael. »Das Candyrot war die Idee von Art of Colour.« Probleme bereitet der Umbau so gut wie keine. Er frisst lediglich Zeit. Drei Monate dauern die Arbeiten insgesamt. Da seine Firma PcP-Bikes auch den Kunden gerecht werden muss, schraubt er nach Feierabend meist bis in die späten Abendstunden und am Wochenende.

Nachdem Michael mir seine Umbaustory erzählt hat, will ich wissen, wie sich der Oldschool-Chopper auf Yamahabasis denn nun fährt und fordere den Schlüssel ein …





 

Text: Christian Heim
Bilder: Volker Rost




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08.08.2016
Text: Christian Heim Bilder: Volker Rost
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Stand:13 December 2018 07:20:06