Suzuki M 1800R - Klangkörper


Satt bollert der V2 im Stand. Dem grollenden, tiefen Bass kann sich niemand entziehen. »Der Klang ist das Beste, das ich je von einer M1800R gehört habe. Dumpfer geht kaum«, freut sich Michel von PCP Bikes, der die Intruder zu einem Musclebike umgebaut hat. Weil der Bikebuilder aus Hochdorf schwer beeindruckt von der Schalldämpferanlage ist, hat er das gesamte Bike der Auspuffschmiede Jekyll&Hyde gewidmet.



Zunächst sorgte Michel für stämmige Bereifung im Heck und verbaute ein 280er-Gummi auf eine 10 x 18-Zoll-Felge. Darüber montierte er ein Heckteil aus dem eigenen Programm, das aus Metall gefertigt und daher auch für den Zweipersonenbetrieb geeignet ist. Die vorderen Rahmenblenden stammen ebenfalls aus eigener Fertigung. Dazu kamen stilbildende Anbauteile wie ein umgestalteter Benzintank, ein seitlicher Kennzeichenträger oder der angeschrägte Scheinwerfer einer Harley-Davidson V-Rod. Den ohnehin kräftigen, bärigen 125-PS-Motor stimmte er mit einem K&N-Luftfilter und einem Powercommander sauber ab.



In ihrer massigen Erscheinung nötigt die M 1800R jedem Betrachter Respekt ab. Genau das ist es, was wir von einem hemdsärmeligen Powercruiser erwarten. Vor allem für Fahrer ab 1,80 Meter Größe stimmt die Sitzposition. Verantwortlich sind die weit vorne verschraubten Fußrasten und der gerade geformte Lenker. Bereits beim Start strahlt der 1,8-Liter-V2 jene Souveränität aus, die der optischen Erscheinung gerecht wird. Bei moderaten Drehzahlen steigt die Tachonadel schnell in Richtung »zu schnell«. Kaum merklich schüttet das Aggregat seine Leistung über das Hinterrad und macht die 320-Kilo-Fuhre damit richtig schnell. Zumindest, solange keine engeren Kurven in Sicht sind. Aufgrund der flach gezogenen Kontur des 280er-Hinterreifens sträubt sich die Intruder gegen flotte Richtungswechsel. »Der 280er musste mittlerweile einem 300er-Avon weichen, da dieser auf der 10 x 18-Zoll-Felge ein wesentlich besseres Fahrverhalten hat, speziell in Kurven«, erzählt uns Michel bereits wenige Tage nach dem Fototermin. Die aus dem Supersport-Regal entnommene Bremsanlage zählt außerdem zum Feinsten, was die Cruiser-Liga zu bieten hat und bietet kaum Anlass für Verbesserungen.



Zurück zum Sound: Normalerweise arbeitet die Klappensteuerung in der J&H-Anlage mit EB-Betriebserlaubnis elektronisch gesteuert und ohne weiteres Zutun des Fahrers. Dieser Automatikmodus öffnet die Klappen in den Schalldämpfern in allen Geschwindigkeitssituationen, die vom Gesetzgeber gestattet werden. In der Praxis verwöhnt die Anlage den Fahrer bis ca. 50 km/h mit fetten Beats, wird dann bis etwa 80 km/h deutlich kleinlauter und holt danach wieder zum vollen Bariton aus. Wer auch im Stadtverkehr die volle Dröhnung braucht, der kann über einen »Soundswitch«, einen kleinen Schalter, manuell eingreifen und die Auspuffklappen dauerhaft auf Durchzug stellen. Das allerdings ist dann nicht erlaubt. Egal ob manuell oder automatisch – der Klang der 2-in-2-Anlage betört jeden Zweizylinderfreund. Ganz offensichtlich war auch ein Kunde von PCP von Sound und Erscheinung der M 1800R schwer angetan, denn er kaufte das Bike kurz nach Fertigstellung. Dazu Michel: »Eigentlich hatte ich das Bike doch für mich persönlich aufgebaut …«

Text: Dirk Mangartz
Bilder: Volker Rost




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01.09.2014
Text: Dirk Mangartz Bilder: Volker Rost
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