Softail Project - Harley-Davidson FXST Softail


Harley-Davidson FXST Softail von Bike ProjectÜber die letzten Jahre hat sich Udo Kohse den Ruf erarbeitet, einer der besten Customizer Deutschlands zu sein. Ob außergewöhnliches Showbike oder pure Fahrmaschine, der Hesse ist vielfältig. Hier glänzt er mit einem Softail-Bobber

Mitte der 80er-Jahre begann der 16-jährige Udo Kohse seine Lehre zum Flugzeugmechaniker und begriff dabei schnell, wie wichtig gewissenhafte Arbeit ist. Das konnte er zuvor nur zum Teil antesten. Zum Beispiel mit dem Apehanger, den er als Kind an sein Rennrad bastelte oder mit der Kreidler Flory, die er als 14 Jahre alter Jungspund zerlegte, lackierte und modifizierte. Nun also die Lehre, zwei Jahre später das erste richtige Motorrad, eine Enduro. Wieder zerlegen, lackieren, umbauen und … verkaufen. Der Grundstein für die erste eigene Harley war gelegt, was anderes sollte dem Nauheimer Chopperfan ab da nicht mehr ins Haus kommen. Eine Basis für die eigene Firma war die Shovel außerdem. Denn ab da strömten Freunde und Bekannte in die Doppelgarage, um ihre Harleys aufmotzen zu lassen. Die erste Drehbank stand seinerzeit in Udos Wohnzimmer, weil in der Werkstatt einfach nicht genug Platz war.
Harley-Davidson FXST Softail von Bike Project
Zu derselben Zeit, als Udo also Zukunftspläne schmiedete und seinen Weg bereitete, gelang Harley-Davidson der wohl größte Wurf in der mittlerweile 110-jährigen Firmengeschichte. Mit dem wirtschaftlichen Rücken zur Wand präsentiert die Company 1983 den Evo-Motor. Vaughn V. Beals, technischer Leiter bei Harley, drängte auf das Aggregat, das nach siebenjähriger Entwicklungszeit die Karten neu mischt. Ein luftgekühlter Big Twin im Retro-Stil mit unvergleichlichem V2-Sound, die Fans jubelten. Und die Company legte nach: Dem evolutionären Motor folgte ein revolutionäres Fahrwerk. Willie G. Davidson hatte die Szene genau beobachtet, und er wusste: Der wahre Purist fährt nicht erst seit Easy Rider am liebsten Starrrahmen. Der Softail-Rahmen mit Dreiecksschwinge in starrer Optik sollte ab 1984 den Wendepunkt in der Firmengeschichte markieren, Harleys Verkaufszahlen steigern und ein zuversichtliches Wirtschaften möglich machen. Bis heute sind die Softail-Modelle die meistumgebauten Motorräder aller Zeiten.
Harley-Davidson FXST Softail von Bike Project
 

Um den Kreis zum Nauheimer Udo Kohse zu schließen: Er setzt schon lange und immer wieder auf die Softails. Neben wunderbaren Eigenbauten, die von technischer Handwerkskunst zeugen, baut er Harleys Dauerbrenner oft und gerne um. Motor und Antriebsstrang beließ er zwar in der Technik serienmäßig, mattierte den V2 aber komplett. Am Rahmen veränderte der Hesse nichts, für den adäquaten Bobber ist eine Springergabel aber Pflicht. Der selbstgefertigte Lenker thront ausladend auf den Risern, lässt sich aber ultrabequem fahren. »Chillbar ist der richtige Name dafür«, grinst Udo. Die Armaturen von Kustom Tech versah Udo mit eigenen Minitastern, saubere Optik allenthalben. Der Blinkerhalter am Frontend wurde mitsamt eigens gedengeltem Lampenhalter integriert, den Scheinwerfer baute er auf Tachoaufnahme um. Der Tank entstand aus dem original Spritgefäß, wurde zerschnitten und umgeformt. Später Harley-Davidson FXST Softail von Bike Projectein Boden angefertigt und das Ganze zusammengeschweißt. Rahmenabdeckblech und Sitzbank sind ebenso Handarbeit, wie das Heckteil mit Rücklicht und Fenderstruts oder das seitliche Kennzeichen. Den finalen Look geben die massiven Big Spoke-Felgen, vorne und hinten in gleicher Größe mit Retro-Pneus. Wuchtig, aber gut fahrbar, wie uns Udo auf der Straße beweist. Volle Kraft voraus!



Text: Katharina Klimpke
Bilder: Volker Rost




21.06.2013
Text: Katharina Klimpke Bilder: Volker Rost
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