American Coffee - eine von fünf Sportys aus dem großen Sportster Special


Auch in den Vereinigten Staaten sind Cafe Racer gerade sehr angesagtAuch in den Vereinigten Staaten sind Cafe Racer gerade sehr angesagt. Wir fanden ein interessantes Exemplar im Sunshine-State Florida, in der Nähe von Tampa

Der Bikebuilder Greg Hageman stammt eigentlich aus dem Mittleren Westen. Aufgewachsen auf einer Farm im tiefsten Iowa, lernte er frühzeitig den Umgang mit Werkzeug. Zu seinen prägendsten Kindheitserinnerungen zählen die Besuche mit dem Vater beim örtlichen Zweiradhändler sowie das Erlebnis, als ihn seine große Schwester zum ersten Mal auf ein Motorrad gesetzt hat. Seitdem ist er vom Virus befallen. So war der Weg zum Motorradmechaniker bereits seit früher Jugend vorgezeichnet.

Nach seiner Ausbildung ging der begeisterte Schrauber dann irgendwann nach Tampa, wo er über zehn Jahre für den örtlichen Harley-Dealer arbeitete. Dort absolvierte er sämtliche Aus- und Weiterbildun­gen, die von der Company angeboten wurden, so dass sich Greg nun als Master-Level-Five-Techniker bezeichnen darf. Er arbeitete gerne an Harleys, doch seine heimliche Liebe gehörte weiterhin den japanischen Bikes, die ihn seinerzeit im Showroom des heimischen Motorradhändlers so nachhaltig beeindruckt hatten.
Es gibt keine einzige Stelle an dem 
Bike, die nicht blitzsauber gebaut ist
Privat schraubte er deshalb in seiner Freizeit immer wieder an alten Yamaha XS 650, Honda CX 500 und ähnlichen Klassikern und das mit unglaublicher Konsequenz und hoher Detailgenauigkeit. Wir von DREAM-MACHINES haben schon eine ganze Menge Custombikes in Amerika gesehen, aber nur ganz selten waren die so blitzsauber in allen Details ausgeführt wie die von Greg Hageman. Bei seinen Bikes herrscht auch Ordnung an Stellen, die nicht gleich ins Auge fallen. Dabei geht der Mann aus Iowa, dessen Eltern deutschstämmig sind, meist nach dem gleichen Prinzip vor: Er kauft gebrauchte Bikes zu günstigen Kursen und gestaltet sie dann nach eigenen Wünschen oder den Vorgaben seiner Kunden um. Für einige Modelle hat er spezielle Umbaukits und Parts entwickelt.
 
 

Über dem gekürzten Heckrahmen sitzt ein selbst gefertigter Höcker aus AluWenn sich die Gelegenheit ergibt, baut Greg aber auch einfach mal etwas, was sich in seinem Kopf manifestiert hat. So hatte er schon lange den Wunsch, eine Sportster in einen Cafe Racer zu verwandeln. Mit dem Ankauf einer Sportster 883 von 2004 ergab sich mal wieder solch eine Möglichkeit. Sein Ziel war, ein fahrbares Bike mit dezenten Formen und im Stil der AMF-Ära auf die Räder zu stellen. Beginnen wir also gleich bei diesen. Es handelt sich um extra angefertigte Räder, bestehend aus speziell hergestellten 18-zölligen Alufelgen von Buchanan’s, die Greg mit Stahlspeichen und neuen Naben komplettierte. Die Firma in Kalifornien fabriziert die Felgen auf Wunsch in besonderen Maßen. Greg hat darauf moderne Bridgestone-Reifen aufgezogen und folgt nicht dem Trend nach schmalen Old-School-Reifen. Seine Bikes sollen ordentlich fahrbar sein und vernünftig um die Kurve gehen.

Gewährleistet werden soll das auch durch einen potenten Motor. Daher bekam der 883er eine Hubraumerweiterung auf 1200 Kubikzentimeter. Im Zuge der Maßnahme wurden gerippte Motor- und Zylinderkopfdeckel von EMD sowie Wiseco-Kolben verbaut. Am angepassten Vergaser sitzt ein Retro-Luftfilter, für ein paar weitere PS soll die 2-in-1-Anlage von Freedom Performance sorgen. Der ursprüngliche Chrom der Schalldämpfer wurde mit Scotchbrite „satiniert“. Durch einstellbare, progressive Federn in der mit einem Stabilisator versehenen Telegabel und Hagon-Federbeine im Heck kommt das Bike ein paar Zoll tiefer Richtung Boden, ohne seine Kurventauglichkeit zu verlieren. Auch der tiefer gesetzte Tank hilft, die Linie flach zu halten. Gesteuert wird mit Clip-on-Stummeln von Tarozzi, an denen Lenkerendenblinker von motogadget ihren Platz fanden. Auch die Taster stammen von den Berlinern. Den sportlichen Look unterstreicht die kleine Verkleidung, eine Eigenentwicklung, in der ein Scheinwerfer mit LED-Ring sitzt.

Über dem gekürzten Heckrahmen sitzt ein selbst gefertigter Höcker aus Alu. Zurückverlegte Fußrasten von Chainsikle sorgen für eine sportliche Sitzposition. So entstand ein Bike, das zwei Welten vereint. Man fühlt sich damit sowohl auf der Rennstrecke als auch im normalen Straßenverkehr wohl und wirkt nie deplatziert. Ziel erreicht.


Text: Jens Müller
Bilder: Dr. Heinrich Christmann




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23.07.2016
Text: Jens Müller Bilder: Dr. Heinrich Christmann
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