Plymouth Volare


Sausewind

Mitte bis Ende der 70er hatte Chrysler mit dem Plymouth Volare ein Modell im Programm, das schon dem Namen nach schnell sein sollte: Schließlich ist „volare“ italienisch und bedeutet so viel wie „sausen“ oder „eilen“. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass Marc sich gerade diesen Dienstwagen aussuchte

Schwarze Billboards mit unübersehbarer Hubraumangabe an der Flanke, dazu fette Plymouth-Schriftzüge, schreiend grüner Lack, matt lackierte Motorhaube – das klingt ganz stark nach ’cuda von 1971. Ist es aber nicht – jene Sportversion des Barracuda hatte zwei Scheinwerfer mehr und zwei Türen weniger. Außer Frage steht aber, dass Marc sich bei der Gestaltung seines Plymouth Volare des Modeljahres 1977 vom kraftstrotzenden Mopar Coupé inspirieren ließ. Doch von Anfang an – für Marc begann die Volare-Story mit dem Umzug von Hamburg nach Berlin, um im international bekannten White Trash Fast Food, einem Club mit angeschlossenem Restaurant und Bar, einen Job als Eventmanager anzutreten. Mit im Umzugsgepäck war sein aufgemotzter Camaro, den er hier nicht wie gehofft weiterhin auf roter 07-Nummer bewegen konnte. „Nach zwei Wochen hatte die Rennleitung den Wagen konfisziert und mit Startverbot belegt. Dann gab’s eine ellenlange Liste mit den notwendigen Veränderungen für eine reguläre Zulassung. Das war mir aber zu blöd, und so verkaufte ich das Coupé für einen sehr geringen Preis,“ kommentiert Marc den nervigen Unterschied zwischen preußischer Gründlichkeit und hanseatischem Großmut.


"Auf Originalität lege ich so nicht viel Wert. Wenn es keinen stört, dass Tuner Karren umbauen, warum nicht dann auch ich!"


Originalität? Muss nicht!
BVG-Dauerkunde gedachte Marc allerdings nicht zu werden und schaffte sich daher nach kurzer Zeit den Plymouth Volare für kleines Geld an. Die damals no
ch metallicrot lackierte Limousine musste nicht erst aus den USA importiert werden, sondern ließ sich in Bayern aufgabeln. In diesem Zustand sollte der seit 1975 gebaute Nachfolger des millionenfach bewährten Plymouth Valiant aber nicht bleiben. „Auf Originalität lege ich so nicht viel Wert. Wenn es keinen stört, dass Tuner Karren umbauen, warum nicht dann auch ich?“ Reparaturen und Instandsetzungen gab es beim Volare ohnehin so einige. Da die Hupe keinen Ton mehr von sich gab, pflanzte Marc seinem Daily Driver kurzerhand zwei Beep-Beep-Fanfaren aus dem Roadrunner ein. Als 77er Modell wartete die Limousine zudem mit genau der Schwäche auf, die dem Volare wie dem Schwestermodell Dodge Aspen rasch einen miserablen Ruf verschaffte: Im Gegensatz zu dem als grundsolide geschätzten Vorgänger Valiant war der Volare extrem rostanfällig, was kräftig dazu beitrug, die Chrysler Corporation Ende der 70er Jahre in tiefrote Zahlen zu reißen. Der vielerorts anzutreffende Gilb brachte auch Marc dazu, etliche frische Bleche einzuschweißen. „Da kämpfst du ständig gegen den Rost an,“ erinnert er sich, „was nach vollendeter Braterei dann auch ein Hauptgrund für die neue Lackierung war.“ …

… weiter geht’s in Motor Maniacs 02/12



Text: Arild Eichbaum
Bilder: Morris Morawiec




10.02.2012
Text: Arild Eichbaum Bilder: Morris Morawiec
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