Dirty Donny


Dirty Donny

Muscle Cars haben seinen Stil ebenso geprägt wie die trashigen Sci-Fi-Streifen der 70er. Er zeichnete schon für Vans und für Metallica. Und seinen 69er Plymouth Satellite hat er eigenhändig restauriert. Der Typ hat’s halt drauf.

Donny Gillies wuchs auf, wie viele Jungs seiner Zeit: Mitte der 70er ins beschauliche Kanada hineingeboren, wollte er nichts wissen vom gutbürgerlichen Leben in der Hauptstadt Ottawa. Was ihm wie seinen Kumpels gefiel, war eine Mischung aus Street Culture, Erlebnis und Individualität: Donny begann zu skaten, hörte Punk und Metal – und zeichnete.
Die Plattencover seiner favorisierten Bands hatten es ihm angetan. Diese unkonventionelle Kunst, die auf manche Eltern provokant, bedrohlich, wahnsinnig oder abscheulich gewirkt haben mag, und die für Jungs wie Donny den Spirit urbaner Abenteuer und die Sehnsucht nach einem anderen Leben einfach nur pointiert wiedergab, hatten es in sich. Er begann, selbst in dem Stil zu zeichnen. Er schaute hin, malte ähnlich, skizzierte und verbesserte. Er war jung und wie besessen. Bald zierten seine Werke die Alben und Poster von Undergroundbands.


Skateboards, Punk und Autos – Donnys Biotop ist die Straße. Hier findet der Künstler Inspiration, wenn Science-Fiction-Trash und 70er-Jahre-Cartoons nicht ausreichen


69er Plymouth SatelliteDonny entwickelte sich weiter. Zusätzlich inspiriert von seltsam anmutenden Spielzeugen aus der Vergangenheit, grafisch aufregend gestalteten Flipperautomaten, den Saturday Morning Cartoons der 70er Jahre, zahlreichen Comic-Büchern und ersten animierten Zeichentrickserien wie der in den 90ern auf Fox Family kurzzeitig ausgestrahlten Sendung „Weird Oh’s“ vermischte er als junger Erwachsener verschiedene Stilelemente zu seinem eigenen Style. Und mit der Zeit wuchs in ihm eine weitere Leidenschaft, die die Kunst des aufstrebenden Zeichners maßgeblich beeinflusste: Autos.

Ein Auto als Spielzeug muss sein!
Erst waren es Auto- und Motorradmagazine, dann Muscle Cars. Er zeichnete sie, verzierte sie, kaufte sich selbst welche. „Zurzeit fahre ich unter anderem einen 1969er Plymouth Satellite, den ich selbst restauriert habe“, sagt Donny, der  inzwischen in San Francisco  lebt und arbeitet. Im „Golden State“, in den es so viele lässige Typen nicht nur, aber auch aus der Customszene veschlägt. „Ich liebe dieses Auto. Aber als Daily Driver fahre ich einen 1973er Dodge Van. Es macht so viel Spaß und ich will eben ein Spielzeug haben. Demnächst werde ich es noch mit ein paar Paintings versehen.“

 

Dirty DonnyAufträge Von Metallica und Vans
Der heute 38-Jährige ist aber nicht mehr allein auf Spaß aus, sondern auch aufs Brotverdienen. Und das klappt gut, hat er sich unter dem Künstlernamen „Dirty Donny“ längst ein ausgesprochenes Renommee eingefahren, das ihn von seiner Arbeit gut leben lässt. Unter seinen Kunden fanden sich schon Szenegrößen wie der Schuh- und Klamottenhersteller Vans, der Gitarren-Riese Fender, der Plektron-Produzent Dunlop, die Skater-Ausrüster Volcom und Powell-Peralta und die Modellauto-Schmiede AMT. Sogar zu Flipper-automaten von Stern steuerte Donny schon Zeichnungen bei. Und auch Bands nehmen nach wie vor die Künste des Künstlers in Anspruch, wenngleich es sich inzwischen weniger um lokale Undergroundcombos handelt als vielmehr um Metallica, Mastodon, The Hellacopters und andere Gruppen internationalen Kalibers.
 
Ein Künstler aber wäre langweilig, würde er sich nicht ständig fortentwickeln. Und so hat die Muse „Dirty Donny“ offenbar erneut geküsst. „In den letzten Jahren haben mich die Science-Fiction-Streifen der 70er Jahre sehr angesprochen“, sagt Donny. „Im letzten Frühjahr habe ich in der Copro Gallery in Santa Monica eine Ausstellung zu dem Thema gehabt: Ich habe künstlerisch verzierte Vans mit solchen Motiven gezeigt.“



Text: Boris Glatthaar
Bilder: Dirk Behlau




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09.04.2013
Text: Boris Glatthaar Bilder: Dirk Behlau
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Stand:19 January 2019 21:36:36