Schrauberglück: Restauration Bulli Camper Teil 2


Altblech-Recycling

oder: Olli und Emil: Die Komplettrestauration eines Westfalia-Campers Teil 2

Mit Elan ans Eingemachte: Olli hat jetzt also den Wunsch-Bulli vor der Tür stehen. Auf dem Hänger zwar, aber der Anfang ist gemacht. Mit 500 Öcken und ein bisschen Mühe müsste die Kiste doch in einer starken Woche wieder rennen, oder? Nun, ganz so einfach ist es nicht. Denn der Kater kommt immer erst im Morgengrauen …

Auf den Bildern sah das ja alles noch richtig gut aus“, erinnert sich Olli an die wilde Ebay-Aktion. Gekauft hatte er den Bus letzten Endes – wenn auch nach reiflicher Überlegung – spontan in einer heißen Viertelstunde. Und auch der Transport heim ins Ländle bot noch keinen Anlass zur Sorge. „Ehrlich gesagt war ich dann nur noch kaputt, als ich mit dem Hänger mitten in der Nacht vor der Bude parkte. Ich hab den VW nicht mal mehr abgeladen, sondern einfach auf dem Tieflader stehen lassen. Und basta.“

Dass kein sonderliches Risiko für einen nächtlichen Diebstahl bestand, wurde am nächsten Tag deutlich: „Dellen und zentnerweise Spachtelmasse grinsten mich fröhlich an. Und auch die Zweitlackierung war nun erkennbar – immerhin hatte man dabei kein einziges Fenster rausgebaut, sondern munter übern Gummi lackiert“, äzt Olli über die „Nagelprobe“. An manchen Ecken waren Lack und Spachtelgebirge so rissig, dass man mit dem Fingernagel ganze Platten abknabbeln konnte. Als Olli seinen Bus sah, graute der Morgen? Nein: Als Olli seinen Bus sah, graute DEM Morgen! Und Olli graute es auch …


Olli wusste, auf was er sich einließ – und trotzdem hatte er zwischenzeitlich den Blues. Aber auch das gehört dazu, wenn man es richtig machen will. Und schließlich geht’s auch wieder aufwärts! „Aufstecken ist keine Option für mich.“ 


„Spätestens jetzt war klar, dass mit halber Hose nix zu machen war“, blickt er zurück auf die Erkundung der braunen Pest, die sich an den unmöglichsten Stellen eingenistet hatte. Dass dabei meist Kleinigkeiten reichten, um dem Gammel ein offenes Scheunentor zu bieten, nervte besonders. „Alleine wegen der Heckklappe könnte ich in allen Regenbogenfarben kotzen“, versichert Olli hingebungsvoll. „Oben war die Gummidichtung leicht beschädigt, unten stand das Wasser drin. Suuuuper! Also war die schon mal ein Fall für den Schrotti – wie so manches andere Detail.“

Inzwischen nämlich war die Demontage in vollem Gange: Olli nahm den Bus auseinander. Aber so richtig. Innenausstattung, Motor, Getriebe und alles, was ein Scharnier hatte oder angeschraubt war, durfte auf Reisen gehen. Was blieb, war die reine Rohkarosse, aus praktischen Gründen zunächst noch lenkbar auf den Achsen.

„Bei der Gelegenheit hab ich auch gleich die Glaswolle entsorgt, die serienmäßig als Isolierung des Campers verbaut worden war“, erklärt Olli, der zwar gelernter Bademeister ist, aber dennoch was gegen Seenbildung im Auto hat. „Die Glaswolle wirkt im Laufe der Zeit wie ein Schwamm: Kondenswasser, Dreck und vielleicht noch Streusalz, das sich irgendwie den Weg in die Hohlräume sucht, vereinen sich zu einer gaaaanz tollen Melange des Gammels. So was hat die Welt noch nicht gesehen!“ Auch Olli war überrascht über den Rotz, der ihm bei der Demontage so entgegenkam. Später wird er die Glaswolle deshalb durch ein wesentlich besseres Material namens Armaflex ersetzten. Aber das ziiiiiiiiieht sich noch …

… weiter geht’s in Motor Maniacs 2/11


Text: Heiko P. Wacker
Bilder: Olli




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11.02.2011
Text: Heiko P. Wacker Bilder: Olli
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Stand:05 December 2019 17:06:02 Warning: fopen(cache/d022419f221525cbde57fab18bc31bd5.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 163 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 164 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/rockandroad.de/httpdocs/index.php on line 165