Schrauberglück: Altblech-Recycling Teil 2


Altblech-Recycling

oder: Wie Robert seinen Pontiac auf Vordermann bringt Teil 2

Robert hat sich einen alten Pontiac Catalina, Baujahr 1965, gekauft. Dessen Außenhaut allerdings erinnert an vielen Stellen eher an einen löchrigen Käse als eine Karosserie. Egal. Robert will‘s wissen und macht sich an die Blecharbeit. Allerdings hat er so etwas vorher noch nie gemacht …

Das Blech ist inzwischen geformt und an sich fertig zum Einschweißen. Robert entfernt mit der Drahtbürste und mit Schmirgelpapier letzte Anhaftungen und auch der Bereich an der Karosserie, an der das Blech schließlich angeschweißt werden soll, wird gründlich gereinigt. „Wichtig war es an der Stelle, vor allem den Unterbodenschutz zu beseitigen, damit sich keine derartigen Reste in die spätere Schweißnaht setzen“, sagt der Hobby-Bastler. Schließlich befestigt er das Blech provisorisch mit Tape in der optimalen Position und punktet es mit einigen Schweißpunkten an. „Ich habe ein ganz normales Schutzgasschweißgerät benutzt, wie es in vielen Werkstätten herumsteht“, so Robert. Zu empfehlen ist Schweiß-Neulingen, sich die Handgriffe mit dem Gerät von einem erfahrenen Schrauber zeigen zu lassen und das Punktieren und saubere Ziehen von Schweißnähten an Probeblechen zu üben.


Zum Verzinnen braucht man einen Spachtel aus Holz. Sieben Euro im Baumarkt. Aber ein Pfannenwender aus dem Supermarkt tut´s auch. Kostet 1,50


„Schweißnähte entstehen bei der Karosseriearbeit allerdings gar nicht“, sagt der Pontiac-Fahrer. „Es ist wichtig, dass man tatsächlich nur mit Punkten arbeitet. Beim Durchschweißen entlang der Naht würde das Blech sonst zu heiß. Es könnten eingebrannte Löcher entstehen.“ Geschweißt werden sollte außerdem in größtmöglichem Abstand zueinander, damit sich die Hitze verteilt. Heißt: Erst ein Punkt ganz links, dann einer rechts, dann wieder links und wieder rechts und so weiter, bis letztlich die ganze Naht verpunktet ist und die Abstände zwischen den Punkten etwa einen Zentimeter betragen.

Danach geht es an das Verzinnen, was oft als Königsdisziplin verstanden wird. „Ist allerdings gar nicht so schwer“, sagt Robert, der sich ein Set mit Zinnpaste und Zinnstab gekauft hat. Zunächst wird die beiliegende Zinnpaste entsprechend der Gebrauchsanweisung mit dem Pinsel großflächig um die Naht aufgetragen und mit einem Gasbrenner erhitzt.  Auch dabei gilt: Vorsicht vor Überhitzung des Bleches. Bei diesem Arbeitsschritt entwickelt sich ein schwarzer Film, der bei noch heißem Blech abwischbar ist und dadurch einfach entfernt werden kann. Er sollte auch abgewischt werden: Überreste des Films könnten womöglich nachher wieder Rost auslösen. Ziel dieses Arbeitsschritts ist nicht das saubere Verschließen der Naht sondern das Vorbereiten der Oberfläche für die eigentliche Verzinnung …

… weiter geht’s in Motor Maniacs 2/10



Text: Boris Glatthaar
Bilder: Boris Glatthaar / Robert Georgi




11.02.2010
Text: Boris Glatthaar Bilder: Boris Glatthaar / Robert Georgi
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