Zeitzeugen erinnern bei der Bremen Classic Motorshow an Rennsporthistorie


Die Autos hatten Flügel, die Teamchefs schräge Ideen und die Fahrer Flausen im Kopf: Motorsport war in den 70ern und 80ern meist unbeschwert, aber gefährlich. Die Schau "Rennen und Rallyes – die wilden Jahre" auf der Bremen Classic Motorshow bringt von Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. Februar 2013, in der Messe Bremen Rennwagen und Zeitzeugen zusammen.

Walter Röhrl 1977 in einem Schnitzer-BMW 2002 Turbo auf dem Norisring Mal war es Senf auf der Türklinke. Ein andermal entdeckte einer der Rennfahrer einen Fisch im Helm, der dritte fand seine Hotelzimmereinrichtung nach dem Training auf dem Flur vor. "Auf der Strecke waren wir Konkurrenten, aber abseits davon haben wir nur Blödsinn gemacht“, sagt einer, der fast immer dabei war: Hans-Joachim Stuck, heute Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB).Der legendäre Rennfahrer genoss den Motorsport der 70er-Jahre als junger Wilder – und gewann 1972 auch gleich die erste Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM), Vorläuferin der heutigen DTM, auf einem 300 PS starken Ford Capri RS 2600.

"Toll, dass wir Stuck für die Eröffnung der Messe gewinnen konnten", freut sich darum Messe-Projektleiter, Frank Ruge. "Und den passenden Wagen zeigen wir auch." Neben dem Capri ist in der Messe Bremen der originale Lancia Beta Montecarlo Turbo zu sehen, mit dem Hans Heyer die DRM 1980 gewann. Insgesamt wollen die Bremer rund zehn Geschosse auf vier Rädern präsentieren, die an die Rundkurs-Rennserie und die fast zeitgleich gestarteten Rallye-Weltmeisterschaften erinnern.

Anfangs starteten hauptsächlich Ford und BMW auf den Rundkursen, dann kamen Porsche, Lancia und Opel hinzu, gelegentlich wurden NSU und Fiat gesichtet. Als sich Mitte der 80er-Jahre das DRM-Ende ankündigte, waren die Boliden der Gruppe C zugelassen – zum Beispiel der BMW M1 mit knapp 1.000 PS. Unvergessen ist auch die Fahrerhorde: neben Rekordmeister Heyer auch die drei zweifachen Meister Dieter Glemser, Klaus Ludwig und Bob Wollek oder Charaktere wie Harald Ertl, Stefan Bellof, Jochen Mass und Waltraud Stöhr-Odenthal.

Die Teams waren ebenso legendär: Ford, Joest, Brun, Zakowski, Schneider, um nur einige zu nennen. Und natürlich: Schnitzer. „Früher hat man viel mehr machen können am Auto“, erinnert sich Herbert Schnitzer, der nicht nur 1978 die DRM mit Harald Ertl und einem selbst entwickelten BMW-Turbo-Motor gewann, sondern eben mit Bruno Spengler am Steuer 2012 die Deutsche Tourenwagen Masters einstrich. Der Ur-Bayer kommt wie Stuck nach Bremen, um dem Publikum als Zeitzeuge zu berichten, und bringt seinen BMW 2002 mit, der 1977 startete.

Die Bremen Classic Motorshow zeigt einen Opel Ascona 400 wie den, mit dem der Rallye-Weltmeister von 1980 und 1982, Walter Röhrl, siegte. Zu sehen ist unter anderem auch ein Lancia Stratos, dominierend Mitte der 70er. 1982 wurden dann die Gruppe-B-Boliden mit Allradantrieb und über 500 PS zugelassen, für die zum Beispiel der Audi quattro S1 in der Schau steht.

Die Messehallen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 15 Euro. Mehr Infos 
gibt es hier.


Text: I. Zimmermann
Bilder: © BMW Group Archiv




04.12.2012
Text: I. Zimmermann Bilder: © BMW Group Archiv
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