Weineck-Cobra


Weineck-CobraZwischen Demut und Exzess

Wenige Fahrzeuge faszinieren so wie die Cobra. Der britische Übersportwagen aus den 60ern, von Carroll Shelby berühmt gemacht, ist allein wegen des Karosseriedesigns ein Erlebnis. Das moderne Roadster-Pendant aus dem Hause Weineck Power bringt eine ähnliche Linie mit – und dazu noch einige PS mehr …

Die ultimative Fahrmaschine. Nicht mehr. Und nicht weniger“. So wirbt die Firma Weineck für ihre ganz speziellen Cobras. Vorbild für dieses faszinierende Fahrzeug ist die Shelby Cobra von 1965. Die wiederum baut auf dem  AC Ace, einem britischen Sportwagen mit einer schon damals eher mittelalterlichen Sechszylinder-Maschine auf. Bis 1961 der texanische Rennfahrer Carroll Shelby dem britischen Sportwagenhersteller ein Angebot machte, das AC nicht ablehnen konnte: Den AC Ace mit einem großen Achtzylinder auszustatten und so ein leichtes, schnelles und vor allem wettbewerbsfähiges Auto zu kreieren. AC war begeistert, und schon im Februar 1962 cruisten die ersten Exemplare mit 4,3-Liter-Ford-V8 über die amerikanischen Highways und die Rennstrecken.
Weineck-Cobra
Drei Jahre später entstand dann der legendäre Typ 427. Eine Cobra mit riesiger Sieben-Liter-Maschine, einer Leistung von 425 PS und einem Drehmoment von über 640 Nm. Mit diesem Motor war die Cobra dann der absolute Roadster, da konnten andere muskulöse Sportwagen kaum mithalten. Der Kombination von starkem Motor und Leichtbauweise hatten sie nicht viel entgegenzusetzen. Aber wie heißt es doch so schön? Es gibt immer einen, der mehr drauf hat –  in diesem Falle ist das die „Weineck Cobra“. Kenner erzittern, wenn sie den Namen nur hören, denn die Weineck Cobra gehört nicht nur zu den stärksten Roadstern im Cobra-Design. Sie ist auch einer der stärksten Straßenwagen überhaupt.

 Übersportwagen 
Seit 1975 baut die Firma Weineck Power aus Bad Gandersheim bereits einzigartige Motoren, inzwischen in der zweiten Generation. Anfang 2000 hatte der Motorenbauer und Firmenchef Claus Weineck die Idee, die Leistung seiner Motoren einmal auf der Straße zu demonstrieren – die Geburt der Weineck Cobra.  Denn welches Fahrzeug würde sich für dieses Vorhaben besser eignen als der Übersportwagen von damals? Zumal man ja schon auf einige Erfahrungen mit der Cobra zurückgreifen konnte: Bereits vor der Jahrtausendwende hatte Weineck Power eigenen Angaben zufolge Everett-Morrison-Cobras aufgebaut, modifiziert und veredelt.

Aber einen derart leistungsstarken Motor „einfach“ in das Chassis einer alten Cobra einbauen – damit ist es für eine „echte“ Weineck Cobra natürlich nicht getan. Das Fahrzeug musste von Weineck quasi noch einmal neu entwickelt werden, um die Leistung auf die Straße zu bringen. Achsen, Aufhängung, Bremsen, Rahmen, alles musste verändert, modifiziert oder verstärkt werden. Der Body ist hochmodern nachgebaut. Bis die Weineck Cobra endlich die erste Ausfahrt machen konnte, vergingen über zwei Jahre intensiver harter Arbeit. Das Ergebnis ist ein Fahrzeug ohne wirkliche Konkurrenz. Der besondere Reiz nämlich ist, dass man nicht in einem hochmodernen, futuristisch und aerodynamisch gestylten Supersportwagen sitzt, sondern in einem Fahrzeug, das seinem Vorbild von 1965 genau nachempfunden ist.

Weineck-Cobra  Brachialer Leichtbau 
Man muss sich das mal vorstellen: Bis zu 15 Litern Hubraum (sogar 16 Liter wären möglich) in einem Auto. Leistungen von bis zu 1800 PS, und zwar ohne Turbolader oder Kompressor – aus einem Vergasermotor. Da bewahrheitet sich wieder die alte Stammtischweisheit: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen – außer durch noch mehr Hubraum. Bei dem hier zur Verfügung stehenden Drehmoment werden sogar Lokomotiven neidisch. Und dank konsequenter Leichtbauweise wiegen die Weineck Cobras keine 1000 Kilo. Auf Wunsch kann der Body aus Kohlefaser oder sogar aus Sichtkohlefaser gefertigt werden.


Der absolute Roadster. Da können andere Sportwagen kaum mithalten


 

 

Das Resultat kann man nur schwer beschreiben: Von null auf hundert in 2,3 Sekunden – das können nicht mal Supersportwagen wie der Nissan GTR oder der Pagani Zonda, aber ein Auto aus den 60ern? Von null auf zweihundert in 5,4 Sekunden – da wird es schon schwieriger, einen straßenzugelassenen Gegner zu finden. Vielleicht die Suzuki Hayabusa, aber die hat auch nur zwei Räder. Von null auf dreihundert in zirka 12 Sekunden – da halten sogar Düsenjäger nicht mehr mit! Und diese Werte erreicht schon die „kleine“ Cobra mit 10,2 Litern Hubraum …

Aber diese Superlative erreicht man nicht allein durch einen großen Motor mit hoher Leistungsfähigkeit. Die Weineck Cobra wird in monatelanger Handarbeit aus den hochwertigsten Materialien gefertigt: Rahmen aus armdicken Stahlrohren, dazu Titanpleuel, Titanventile, spezielle Achsen, Kardanwelle aus Kohlefaser, explosionssichere Kupplungsglocke, Bremsanlage von Porsche, Fahrwerk aus Aluminium und Titan – das sind nur einige Beispiele für die aufwendige Technik, die verbaut ist. Die Kraftübertragung erfolgt durch ein gradverzahntes Schaltgetriebe mit vier Gängen. Im Innenraum warten klassische Smith-
Instrumente, Holz, Aluminium und feinstes Conolly-Leder auf den Fahrer.

 Einsteigermodell mit 600 PS
Jede Weineck Cobra wird ganz individuell nach den Kundenwünschen gefertigt.
Das „Einsteigermodell“ hat bereits einen Motor mit sechs Litern Hubraum und 600 PS. Die Felgen sind übrigens keine originalen „Halibrand“-Felgen, sondern werden von Weineck Power im gleichen Design speziell angefertigt. Das hohe Drehmoment macht es notwendig: die immense Kraft könnte sonst den Felgenstern verbiegen und zum Brechen bringen. Und trotz all dieser modernen Technik: Weineck Cobra zu fahren, das ist Purismus. Keine elektronischen Helferlein, keine komplizierte Sicherheitstechnik, nur infernalischer Sound und brachialer Schub. Ein Ritt auf der Kanonenkugel. Dennoch hat die moderne Cobra etwas von Understatement: Auch wenn schon das Original nie ein schwaches Fahrzeug gewesen ist – wer würde erwarten, dass er vor einem der stärksten Straßenautos der Welt steht?   
 

Weineck Power
Am Till 2
37581 Bad Gandersheim
Tel.: 0 53 82 . 5 81 58
Geschäftsführung: Nicole Weineck-Keßler
Werkstattleitung: Christian Weineck
www.weineck-power.de


Text: Iskender Isikci
Bilder: Volker Rost




17.08.2012
Text: Iskender Isikci Bilder: Volker Rost
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