Rat Trap


Fords robuste Pickup-Trucks der F-Reihe leisten der amerikanischen Mittelschicht schon seit 1948 treue Dienste. Vor allem die beiden ersten Generationen stehen heute hoch im Kurs. So wie dieser mattschwarze F-100 aus Florida, der seit mehr als 50 Jahren im täglichen Einsatz ist.Quasi unkaputtbar - die Ford F-Reihe

Ich war schon ewig auf der Suche nach einem bezahlbaren F-Modell, erzählt uns Mike am Rande eines Bike-Shootings am Strand von Daytona Beach. "Und dann stand er da, an einer Tanke in Oviedo. Der rote Lack komplett verwittert aber erstaunlich wenig Rost, ein paar kleine Beulen, gerade mal 90.000 Meilen auf der Uhr und … aus erster Hand!", schwärmt Mike.

Der Vorbesitzer des Wagens, ein Farmer aus De Land, transportierte auf der Ladefläche Kohlköpfe zum Großmarkt und fuhr Sonntags mit seiner Frau zur Kirche. Keine Aufgaben, die den Ford über Gebühr strapazierten. Knapp 5.000 Dollar sollte er kosten, für 4.000 ging er schließlich in Mikes Besitz über. Trotz des verwitterten Eindrucks war die Technik des Veteranen in Ordnung. "Ich musste eigentlich nichts machen. Der Wagen wurde regelmäßig gewartet und stand stets in einer trockenen Scheune. Was sollte auch kaputt gehen – es ist ja nichts dran."
Wohl wahr: Massiver Leiterrahmen, stabile Starrachse und ein robuster Ford Straight-Six, der aus 3,5 Litern Hubraum gerade mal 100 Pferdestärken holt. Der OHV-Sechszylinder gilt als unverwüstlich und lässt sich zudem halbwegs wirtschaftlich – das heißt mit weniger als 20 Litern – bewegen.


Gegen die schlichte Eleganz eines alten Lastenesels können die modernen Pickup-Panzer nicht bestehen

Der mintgrüne Bezug soll bald ersetzt werden.
Im Gegensatz zum Flathead-V8, der aus 3,9 Litern Hubraum zwar nicht mehr Leistung als der Straight-Six holt, sich aber niemals unter 20 Litern zufrieden gibt. Dafür hört er sich halt auch um mindestens eine Klasse besser an und zieht wuchtiger los. „Klar hätte ich lieber den V8 gehabt, aber bei dem Preis musste ich einfach zuschlagen.“, rechtfertigt Mike seine bescheidene Wahl.

Da hat er alles richtig gemacht, denn die Preise für halbwegs unverbastelte Exemplare der ersten beiden Generationen haben in den letzten Jahren kräftig angezogen. Für Schmuckstücke bis Baujahr 1956 sind locker 25.000 Dollar zu berappen, alltagstaugliche Daily Runner gibt‘s aber auch für unter 10.000 Bucks. Wobei echte Schnäppchen wie das von Mike kaum mehr zu finden sind.


Mike fährt den F-100 seit knapp zwei Jahren. Mehr als 20.000 pannenfreie Meilen hat der Pickup-Oldie seitdem zurückgelegt und ein Ende ist nicht in Sicht


Da der Ford in den vergangenen 57 Jahren in erster Linie optisch gelitten hatte, entschied sich Mike für eine Low Budget-Restauration. Er ersetzte ein paar poröse Gummis und Schläuche, entfernte das bisschen Rost, wechselte Schmierstoffe und Filter aus und hüllte die Karosserie in ein zeitlos mattschwarzes Gewand. Dazu ein paar Pinstripes auf das originale Patina-Rot von 1953, fertig war sein Lastenesel, mit dem er nun Harley- und Triumph-Brocken stilecht durch die Gegend karrt. Der mintgrüne Kunstleder-Sitzbankbezug soll demnächst durch Leopardenfell ersetzt werden.

"Wenn er’s irgendwann mal nötig haben sollte, werd ich den Ford komplett zerlegen und neu aufbauen. Und dann bekommt er auch den V8 spendiert", sagt Mike am Ende unserer Foto-Session. "Aber verkaufen werde ich ihn niemals!"
Ford F-1 von 1950

Die Ford F-Serie: Seit 1948 baut Ford Pickup der F-Reihe, mittlerweile in der 12. Generation. Die Baureihe gilt als das Rückgrat von Fords Modellpalette, seit vielen Jahren sind die robusten Trucks die meistverkauften Autos in den USA. Was sicherlich auch an der volksnahen Preisgestaltung liegt: Umgerechnet kostet ein 2010er F-150 in Grundausstattung (mit 4,6 Liter V8) wenig mehr als 15.000 Euro.


Text: Carsten Heil
Bilder: Carsten Heil




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24.09.2012
Text: Carsten Heil Bilder: Carsten Heil
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