Gold Fink - Ein Model A im Goldrausch


Gold FinkDer gut erhaltene Ford Model A wurde in England zum Hot Rod im klassischen Stil umgebaut. Timo Le Mans holte ihn nach Deutschland und gab ihm den Namen Goldfink. Und er legt Wert auf die Feststellung, dass es sich hier nicht um eine Trailer-Queen handelt …

Timo fährt alle seine Autos und Motorräder, schließlich ist er hauptberuflich Streetfighter. Das sind die Irren, die mit ihren Moppeds bei über 200 Sachen auf der Autobahn die auf der linken Spur fahrenden Autos noch auf der Grasnabe überholen. Mit Vorliebe auf dem Hinterrad … Timo lebt noch und ist, nachdem er schon mit 17 Jahren sein erstes Mopped umgebaut und danach diverse US-Cars besessen hat, vor ein paar Jahren zu den Hot Rods gekommen. Der Goldfink war sein erster, 2010 hat er ihn auf der Insel entdeckt.

„Welche Insel?“, würde ein echter Engländer jetzt fragen, denn die sind der Meinung, dass sie der Mittelpunkt sind und alles andere „der Rest der Welt“ ist. Ich liebe dieses Land! Trotz des hohen Stellenwerts der eigenen Tradition befasst man sich da aber auch durchaus mit amerikanischer Hot-Rod-Tradition. So kam es, dass Bob Booth im Land der Queen ein sehr gut erhaltenes Model A in einen Hot Rod verwandelte, der genauso gut in den frühen Sechzigerjahren in den USA hätte entstanden sein können.
Gold Fink
Stilgeschichte

Obwohl es beim Hotrodding und Customizing eigentlich darum ging, die eigene Kreativität auszuleben, bildeten sich doch sehr schnell Stile und auch lokal unterschiedliche Stilrichtungen. Der Goldfink ist ein ungechoppter Hiboy (korrekt geschrieben Highboy); ein Hiboy ist ein Rod ohne Kotflügel und Trittbretter, bei dem die Karosse auf dem Rahmen sitzt, so wie Henry das vorgesehen hatte. Ein Loboy (korrekt Lowboy) ist dagegen „gechannelt“, das heißt die Karosse ist über den Rahmen gestülpt, was natürlich ein ziemlicher Aufwand ist, weil dazu der komplette Wagenboden rausgetrennt und nach oben versetzt wieder eingeschweißt werden muss.

Geschmackssache

Gold FinkWenn ich ganz ehrlich bin, finde ich ungechannelte und vor allem ungechoppte Hot Rods bei Modellen der späten Zwanziger- und frühen Dreißigerjahre nicht so richtig schön – sieht irgendwie etwas hochbeinig aus. Aber Bob sieht das ganz anders, genau wie Timo. Der findet das gerade gut und das war auch einer der Hauptgründe für den Kauf. Und damit ist er nicht mal alleine. Während ungechoppte Rods (wenn auch meist gechannelt und mit Kotflügeln) schon in den Fünfzigern an der Ostküste, die sich stilistisch in manchem vom „Mekka“ Kalifornien unterschied, „in“ waren, ist das vor einiger Zeit im Zuge der „Retro-Welle“ irgendwie wieder in Mode gekommen.

Vermutlich weil in den alten Tagen, an die man sich ja anlehnt, die Mehrzahl der Rods eher nicht gechoppt war. Das lag vor allem daran, dass ein Chop für die vielen Kids, die ihre Rods in der elterlichen Garage selbst bauten, einfach zu schwierig war; und das Auto in einen Rod Shop zum Choppen zu bringen, war für die meisten zu teuer. Ungechoppt oder nicht, der Goldfink sieht jedenfalls nicht aus, als hätte ihn ein Junge in der Garage zusammengebaut, sondern als käme er aus einem der zahlreichen Rod Shops der damaligen Zeit.

 

Alles ist nicht nur perfekt und sauber verarbeitet, es wurden auch fast nur zeitgenössische Teile bzw. Reproduktionen verwendet. Apropos Reproduktion: Die vorderen Bremsen sind nicht die üblichen in Trommeln versteckten Scheibenbremsen, sondern „the real MyCoy“: original 58er-Buick-Trommelbremsen. Auch der Chevy-Smallblock ist zeitgemäß, der kam ja schon 1955 raus und verdrängte ganz schnell den Ford Flathead als Hot-Rod-Motor Nr. 1, wenngleich es den Hubraum von 350 cui erst ab 1967 gab. Aber das sieht man von außen nicht, vor allem, wenn der Motor so hübsch angezogen ist wie hier, mit nostalgischen „gefinnten“ Edelbrock-Ventildeckeln nebst passender Spinne mit zwei Vierfachvergasern. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass er nicht den üblichen modernen E-Lüfter hat, sondern einen stilistisch passenden mechanischen. Genauso „period perfect“ wie die „Radir Wheels“, die es schon seit 1961 gibt.

Kauf und Verkauf

Timo hatte schon einige Zeit im In- und Ausland nach einem qualitativ hochwertigen Rod gesucht, als er das Model A im Internet entdeckte. Der Flug nach London ergab, dass der Wagen in echt genauso gut aussah wie auf den Bildern und damit war der Kauf perfekt. Inzwischen hat er übrigens seinen Goldfink zugunsten eines 34er Ford verkauft, den er aber eventuell wieder zugunsten eines 40/41er Willys verkaufen will ...
 

www.power-fighters.de


Text: Andy Hajenski
Bilder: Dirk ?The Pixeleye? Behlau




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04.10.2013
Text: Andy Hajenski Bilder: Dirk ?The Pixeleye? Behlau
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