Ford Ranchero


Für Gottesdienst und Schweinemarkt

Der Ford Ranchero ist Blech gewordenes Testosteron. Vorne ein bulliger Sternenkreuzer, hinten die rustikale Pritsche – das hierzulande seltene Coupé Utility macht mächtig Eindruck. Erstaunlich: Das Fahrzeugkonzept ist 80 Jahre alt. Die Idee dafür stammt von einer australischen Farmerin
 

Mach Platz, Mann, oder ich nehme dich auf die Hörner!, brüllt
der Ranchero, wenn er durch die Soester Börde bollert. Der türkisblaue Bulle ist Blech gewordenes Testosteron. Es muss an der maskulinen Erscheinung liegen: Der Fünf-Liter-V8 macht sich schon aus Entfernung bemerkbar. Die 5,20 Meter Gesamtlänge sind in Amerika nur Mid-Size, aber, hey, Deutschland ist nicht Texas! Die gewaltige, chromblitzende Front erinnert entfernt an den 1968er Dodge Charger. Der glitzernde Metallic-Lack weckt die Sehnsucht nach einem kühlen Bergsee. Das weiße Vinyldach, elegant wie ein Sommerhut, passt vorzüglich zur weißen Ledercouch im Inneren. Und dann die markanten Stierschädel, an der B-Säule, auf der getönten Heckscheibe: Kantig, grimmig, muh!

 Highways Liebling 
Der Ford Ranchero wird von 1957 bis Ende 1979 produziert. In diesen 22 Jahren laufen fast 510.000 Exemplare vom Band. Kein seltenes Auto also, doch wirklich beliebt ist das Coupé Utility nur in Ländern mit langen Geraden und großen, offenen Feldern: Nordamerika. Australien. Argentinien. Südafrika.


Jedermanns Liebling: Der Ranchero vereint die Eleganz eines Coupés mit der Variabilität einer offnen Ladefläche

Anders sieht es in Europa aus: Die schmalen Landstraßen Skandinaviens, die schnellen Autobahnen Deutschlands und die engen Serpentinen der Alpen sind nicht das natürliche Habitat der Sternenkreuzer. Vergleichsweise selten werden sie hier gefahren. Entsprechend groß ist das Interesse, wenn ein Ranchero hier auftaucht. Mit dem Handy fotografiert werden? Klar, ständig. An der Tankstelle angesprochen werden? Immer. Eindeutig: Nichts für Schüchterne. Wer den Ranchero steuert, sollte Eier in der Hose haben. Und sich nicht darüber aufregen, ständig nach dem Spritverbrauch gefragt zu werden.

Seltsamerweise wird der Ranchero von jedermann geliebt: Von Kindern und Großeltern, von Spießern und Freaks. Liegt das: An dem kantigen Kontrast zum allgegenwärtigen, weichgeformten Vertreterkombi? An der ungewöhnlichen Fahrzeugform? Vielleicht ist es einfach nur: Die Erinnerung an eine gute, alte Zeit.

… weiter geht’s in Motor Maniacs 04/12


Text: David Zwadlo
Bilder: David Zwadlo




15.06.2012
Text: David Zwadlo Bilder: David Zwadlo
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