Edsel Ranger Sedan


Der unbekannte Große

Ende der 50er boomte der Automarkt in den Staaten – und Hersteller Ford hatte plötzlich ein riesiges Problem: Er konnte keine Mittelklasse anbieten. Schnell wurde die Marke Edsel kreiert, unter der nur drei Jahre lang gebaut wurde und die heute recht unbekannt ist. Einen der seltenen Wagen fährt Nic aus Bayern: einen 59er Ranger Sedan
 

Die ganze Geschichte begann schon verkorkst: Damit, dass die Familie den Namen ihres verstorbenen Gründersohnes für die neue Marke an sich nicht hergeben wollte. Doch die Manager  entschieden gegen den Willen der Fords und nannten die neue Marke Edsel – nach dem 1943 verblichenen einzigen Sohn Henrys und dem Vater Henrys II.  Denn eigentlich beabsichtigte die Unternehmensführung Großes, und da erschien ihnen der Name Edsel offenbar gerade richtig. Keiner ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass das ambitionierte Projekt nur wenige Jahre später in einem wirtschaftlichen Desaster enden und von oberster Stelle in der Company gestoppt werden würde.


Das Publikum spottete: Ein Grill wie eine Vagina

  Ein neuer Wind weht bei Ford 
1945, da sein Vater Edsel zwei Jahre zuvor das Zeitliche gesegnet hatte, hatte Henry Ford II. im Alter von nur 28 Jahren die Geschäfte von seinem Großvater übernommen. Der kam, so heißt es, mit über 80 Jahren in der rasant wachsenden Automobilindustrie nicht mehr klar, die er einst mit der Fließbandfertigung maßgeblich aus der Taufe gehoben hatte. Er soll das Unternehmen zuletzt wie einen kleinen Einzelhandel geführt haben. Unter Henry II. bemerkten die Manager der Company während des Auto-Booms Anfang der 50er Jahre, dass sie zwischen ihren Marken Ford und Mercury einerseits und der Premium-Marke Lincoln andererseits keine vernünftige Zwischenmarke im Portfolio hatten, mit denen sie upgrade-willige Kunden, die nicht flüssig genug für die Edelmarke Lincoln waren, an den Konzern binden konnten. Dem Konkurrenten General Motors gelang das schon lange, dort hatte man für jeden Geldbeutel eine Marke parat.

1955 zeigte Designer Roy A. Brown Jr. seinen Auftragsentwurf eines neuen Autos innerhalb der Company. Und die Entscheider waren begeistert: Das Auto gefiel ihnen auf Anhieb und es wurde entschieden, in Serie zu gehen. Doch die nächsten Monate dienten vor allem der absichtlichen Geheimniskrämerei und Indiskretion: Um die Spannung zu steigern und dem Kunden einzureden, es sei etwas Großartiges zu erwarten, soll man gezielt wesentliche Details aus der Entwicklung habe durchsickern lassen, damit die Medien mit Exklusivstorys bereits vor dem Erscheinen der neuen Marke für sie warben. Außerdem entschied man, die Edsel-Wagen nicht über die Ford, Mercury- oder Lincoln-Händler zu verkaufen, sondern über spezielle Edsel-Partner. Das sollte der Marke mehr Gewicht verleihen. Allein der Aufbau des Vertriebsnetzes verschlang Unsummen, doch ohnehin beabsichtigte Ford, die für damalige Verhältnisse unverschämt hohe Summe von mehr als 15 Millionen Dollar ins Marketing für das neue Auto zu stecken. Sogar in eine Sendung auf CBS kaufte sich das Unternehmen ein: Größen wie Frank Sinatra, Louis Armstrong und Bing Crosby traten in der „Edsel Show“ auf. Und als es Ende 1957 dann endlich so weit  war, hatten die Erwartungen des Publikums ihren Zenit erreicht: In Massen strömten sie zu den Verkaufspartnern …

… weiter geht’s in Motor Maniacs 03/12


Text: Ferfried von Gluggenau
Bilder: Volker Rost




13.04.2012
Text: Ferfried von Gluggenau Bilder: Volker Rost
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