Corvette C3


67er Corvette C3Bottle Car

Als die Corvette C3 1967 erschien, fühlte sich mancher beim Betrachten der Seitenlinie an die Flaschenform einer bekannten Brause-Marke erinnert. Spötter ätzten sogar, hier habe das Auge über den Nutzen gesiegt – zu ausgeprägt die Designspielereien. Allen Kritikern zum Trotz entwickelte sich das Modell zu einem Bestseller

Als 1967 die dritte Ausgabe der Corvette erschien, war sie ein Rückgriff auf eine eigentlich schon bekannte Formensprache. Denn einiges vom Aussehen des Sportwagens hatte man schon bei der New York Auto Show zwei Jahre zuvor gesehen: An dem Studienfahrzeug Mako Shark II, das bei seiner Präsentation zwar nicht fahren konnte, aber für rund drei Millionen Dollar Entwicklungskosten verdammt gut aussah.
 


Die Corvette Nummer 3 ist etwas länger und ein bisschen niedriger als ihre Vorgängerin. Dadurch wirkte sie noch „eleganter und  männlicher“, meinten einige Kritiker


67er Corvette C3Nun also hatten sich die Fahrzeug-Designer Larry Shinoda und David Holls an diesem Entwurf orientiert, um die 1953 erstmals erschienene und 1962 bisher einmal generalüberholte Corvette ins neue Kleid zu schneidern. Vor allem die extrem geschwungenen Kotflügel übernahmen die Entwickler, ebenso wie die elegante Taille. Zusätzlich fiel die neue Corvette fast 20 Zentimeter länger und fünf Zentimeter niedriger als ihr Vorgängermodell aus – im Zusammenspiel sorgten all diese Merkmale dafür, dass die dritte Generation des Wagens noch schnittiger und sportlicher, aber auch massiger wirkte. Und damit die Notwendigkeiten, die die Verkehrssicherheit diktierten, die Eleganz nicht störten, verpassten die GM-Konstrukteure dem Zweisitzer ein Paar Scheinwerfer, das sich bei Nichtgebrauch bis zur annähernden Unsichtbarkeit in die spitze Schnauze zurückzogen. Sobald die pneumatisch betriebenen Lichtspender lautlos in der Haube versenkt waren, wiesen nur noch Spalte im Fiberglas der Karosserie auf sie hin.
 

67er Corvette C3T-Top für einen freien Blick nach oben

Eine weitere Besonderheit des Fahrzeuges war das Dach. Das nämlich war in zwei Teilen herausnehmbar, so dass lediglich in der Mitte ein schmaler Steg blieb. Bei den Kunden kam dieses Gimmik besonders gut an, schon bald hatte sich der Begriff „T-Top“ im Zusammenhang mit der Corvette eingebürgert. Außerdem ließ sich in den ersten Jahren der C3-Produktion die Heckscheibe herausnehmen, bis General Motors diese Lösung Ende der 70er zugunsten eines Fastback-Hecks mit gewölbter Scheibe noch in der dritten Corvette-Generation aufgab.

Zu viel Ästhetik, zu wenig Funktion?
Das Echo auf die Präsentation der C3 war durchaus geteilt: Während die einen Kritiker der Ansicht waren, Shinoda und Holls hätten mit ihr einen sehr potent und markant wirkenden Sportwagen geschaffen, rümpften die anderen die Nase. GM habe bei diesem Fahrzeug viel zu viel auf visuelle Effekthascherei gegeben und dabei völlig vergessen, dass das Ergebnis auch vernünftig fahr- und benutzbar sein müsse. Tatsächlich waren Kleinigkeiten wie der bei Winterwetter versagende hintere Scheibenwischer nicht optimal. Und auch bei wesentlichen Bauteilen stimmte längst nicht alles: Die Kühlung bekamen die Ingenieure erst kurz vor Serienbeginn in den Griff. Und das Fahrwerk war nicht sonderlich gut auf hohe Geschwindigkeiten und sportliches Kurvennehmen ausgelegt, sondern eher für die Fahrweise gemütlich tuckernder Rentner geeignet, und passte damit nicht wirklich zu den engen Ledersitzen, dem neuen Turbo-Hydra-Matic-Automatikgetriebe mit drei Gängen und der deutlich überdurchschnittlichen Motorisierung. So waren neben dem 5,3-Liter-Small-Block aus den Vorläufermodellen nun auch Big Blocks mit sieben Litern und mehr zu haben – und die schafften es durchaus, den Wagen so zu beschleunigen, dass er nicht enttäuschte. Bei GM bewies man damit, aus Fehlern der Vergangenheit lernen zu können: Bei Einführung der ersten Corvette 1953 hatte man im Unternehmen heftige Kritik dafür eingesteckt, mit viel zu unsportlichen Motoren ein Auto präsentiert zu haben, das nicht hielt, was es äußerlich versprach. Zumindest in dieser Hinsicht konnte man den Konstrukteuren diesmal jedenfalls keinen Vorwurf machen.

Erfolgreicher Dauerbrenner
Im Gegenteil: Vom männlichen Erscheinungsbild der C3 ebenso überzeugt wie von ihrer Potenz, zogen viele Händler selbstständig in den Reklamefeldzug für das neue Auto. So soll ein Verkäufer aus Florida die neue Corvette zu vergünstigten Konditionen an die Astronauten Charles Conrad, Dick Gordon und Alan Bean ausgegeben haben, damit diese  werbewirksam darin herumfuhren. Von dem derart motorisierten Auftreten der angesagten Apollo-Crew versprach man sich offenbar eine Zugwirkung. Und tatsächlich knüpften die Verkäufe der in den ersten Jahren noch mit „Stingray“-Schriftzug versehenen C3 an den hohen Absatz der Vorläufermodelle an: Als im Herbst 1982 das letzte Fahrzeug der dritten Corvette-Generation vom Band lief, waren ihm mehr als eine halbe Million Exemplare vorausgegangen.


Text: Boris Glatthaar
Bilder: Volker Rost




Leserbriefe 02/2013


Die Insel ElbaBriefverkehr

Hallo Boris und Team, herzliche Urlaubsgrüße von der wunderschönen Insel Elba. Diesmal hat Emil die Fahrt super geschafft und war der Star auf dem Platz, Insel! Gruß Olli … und Emil

Hi Olli, hi Emil,
die Karte war wohl etwas länger unterwegs … Grüße zurück vom MM-Team

Kein Mag für Plastik-Kisten
Hi Motor Maniacs!
Eure Zeitschrift lese ich gern und bin seit der ersten Ausgabe dabei. Groß war die Freude als der Bericht über den 1969er Buick GS350 rauskam. Ich fahre selber seit Jahren so einen Wagen. Allerdings: Werkseitig waren in den 350er Maschinen (zumindest seit 1968) Rochester Q-Jet 750 drin. Trotzdem ist es schön im Heft was anderes vorzufinden als den zehntausendsten Mustang oder Charger. Nix gegen Ford oder Mopars. Was ich an eurem Heft weniger gut finde, sind Berichte über Gumball und ähnliche Themen. Ein paar reiche Möchtegerns machen mit ihren superteuren Prollkisten einen auf Rennenfahrender-Outlaw. Vorne auf’m Heft steht Old-/Youngtimer, Customcars, Style. Irgendwie passt da was nicht zusammen. Für Plaste-Kisten gibts genug andere Magazine, oder?
Gruß aus München,
René

Hi René,
danke für den Hinweis. Und was Geschichten wie Gumball angeht: So etwas machen wir hin und wieder, um auch mal über den Tellerrand hinaus zublicken. Wir haben uns themenmäßig bewusst keine Fußfesseln angelegt, um auch mal „fremde“ Terrains betreten zu können. Das macht die Sache spannend. Außerdem berichten wir gern über Dinge, die polarisieren und die man kontrovers diskutieren kann. Das macht die Sache noch spannender. Von daher freuen wir uns über deine Meinung und dass du Gumball prollig findest – ich denke, da bist du nicht der
einzige … Es grüßt: das MM-Team


Seit letztens im ABo
Hallo,
ich möchte mich mal zu dem Bericht über mich und meinen 1946er Chevy-Truck in der letzten Ausgabe melden. Toll – mir fehlen fast die Worte! Sehr gut geschrieben. Besonders gefällt mir die ganze Vorgeschichte von Ralph Steel und die Historie vom Chevy-Truck. Ich bin der Meinung, das hat der David wirklich gut gemacht. Man ist immer sehr gespannt, wenn so etwas „rauskommt“, wie es wohl geworden ist. Weiter so! Habe übrigens seit dem Bericht in der MM das Abo und muss sagen, es ist wirklich ein sehr gelungenes Magazin. Grüße vom Thomas (via Facebook)

Lesen und Cruisen
Hallo Motor-Maniacs,
erst mal ein Riesen Lob für euer Magazin. Es ist das erste und einzige Zeitungs-Abo, das ich in meinem Leben abgeschlossen habe. Ich bin nun schon seit fast 2 Jahren begeistert von jeder neuen Ausgabe. Jetzt aber genug Honig ums Maul geschmiert. ;) Ich habe diese Woche die brandneue Cruiser-Community 29cruisers.de ins Leben gerufen. Da der Erfolg stark von der Anzahl der Mitglieder abhängt, würde ich mich riesig freuen, wenn die Community in der Motor-Manics kurz oder lang erwähnt würde. Die Leser der MM sind genau die Leute, die ich auf dem nächsten Cruise sehen möchte. Gruß, Tobias

Hi Tobias,
klar, machen wir gern. Wir freuen uns, wenn du auf Deinem Portal auch unsere Webseite erwähnst: www.rocknroad.de. Es grüßt: das MM-Team

Muss das sein?
Hi Leute,
hab etwas verspätet die Ausgabe 06/2012 mit dem Plymouth-Hot-Rod inhaliert. Ich finde es zwar sehr gut, dass das Auto gerettet worden ist. Und ich finde auch gut, dass der neue Besitzer einige Dinge wieder umgebaut hat, wie die große Scheibe im Dach, die meiner Meinung nach gar nicht dahin gehörte. Ich frage mich aber, warum er nicht gleich auch noch andere Dinge in den Ursprungszustand zurückversetzt hat? Und warum hat überhaupt der Vorbesitzer so viel daran verändern müssen, wenn der Wagen doch eigentlich nur einen Wasserschaden hatte und man ihn bestimmt auch originalgetreu wieder aufbauen konnte? Gruß Martin

Hi Martin, Rainer und Baumi haben sich bestimmt etwas dabei gedacht, als sie den Wagen so gestalteten. Wir sind sicher, einer der Gründe war: Sie wollten es so. Unser Vorschlag: Rette selbst einen Oldtimer – nach deinem Geschmack. Es grüßt: das MM-Team



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15.02.2013
Text: Boris Glatthaar Bilder: Volker Rost
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