Chrysler Royal


Chrysler RoyalRoyal Rod

„I like the hot in hot rod” ist ein alter Spruch. Dieser 42er Chrysler Royal ist wirklich heiß. Dabei wurde er schon „zurückgerüstet“, um überhaupt eine Straßenzulassung zu bekommen. Herausgekommen ist ein Hot Rod,
der nicht nur optisch, sondern auch technisch nahezu perfekt ist – mit 560 PS und offizieller H-Zulassung


Schon Ende Januar 1942 wurde die komplette Pkw-Produktion in den USA gestoppt, damit man sich auf die Produktion „kriegswichtiger Güter“ konzentrieren konnte. Obwohl die 42er-Chrysler-Modelle schon ab August 1941 gebaut wurden, waren die Stückzahlen angesichts des kurzen Produktionszeitraums noch kleiner als bei einer Luxusmarke ohnehin schon üblich. Nur 479 Stück wurden vom „Chrysler Royal 3-Window Coupe“, dem Dreifenster-Coupé in der Royal-Serie, gebaut. Das Styling der 42er-Modelle war deutlich von dem 41er Show Car Thunderbolt beeinflusst, sie wirkten strömungsgünstiger und irgendwie „flüssiger“ als die Vorgänger, was sicher auch an dem extravaganten, um die Ecke über die Kotflügel gezogenen Grill lag, der sich in den hinteren Kotflügeln fortsetzte, wenngleich das hier gezeigte Auto da nur drei statt der ursprünglich fünf Zierleisten hat. Obwohl Chrysler erst ein paar Jahre zuvor eine große Pleite damit erlebt hatte, wurde auch wieder mit dem Begriff „Airflow“ und der Tatsache, dass die Autos im Windkanal entstanden waren, geworben


Nur auf dem Hänger zu Treffen zu fahren, wurde Dieter auf Dauer zu langweilig, und so begann er die extremsten Umbauten zurückzurüsten


Chrysler RoyalAMERICAN GRAFFITI
Die Geschichte interessierte Dieter aber eher weniger, als er 1993 sein Traumauto bei einem US-Car-Händler in Bayern sah. Noch drei Jahre sollte es dauern, bis er es kaufen konnte und dann noch mal 15 Jahre, bis es endlich so war, wie er es haben wollte. Begonnen hatte alles schon 12 Jahre früher – wie bei so vielen mit dem Film American Graffiti. Aber nicht das 32er Milner Coupe war das Objekt von Dieters Träumen, sondern ein „fat fender hot rod“, der nur kurz im Hintergrund durchs Bild fuhr. So was wollte er auch. „Fat fender“ nennt man die Autos ab Mitte der Dreißigerjahre, wegen ihrer „fetten“, runden Kotflügel, die nicht mehr wie bei den älteren irgendwie außen dranhingen, dass man sie auch einfach weglassen konnte, sondern voll in die Karosserie integriert waren.
 

Chrysler RoyalObwohl der Wagen total custommäßig aussieht, ist die Karosserie bis auf die Louvers, die Zubehör-Sonnenschute und die Verbreiterungen der hinteren Kotflügel eigentlich ganz original, sogar der irre Grill. 1942 war das erste Jahr, in dem man auf außen liegende Trittbretter verzichtet hatte, was nicht nur strömungstechnisch von Vorteil war, sondern auch schon von Hause aus einen gewissen „Custom-Look“ erzeugte. Man muss sich da nur vergegenwärtigen, dass alle wichtigen Custom-Modifikationen ursprünglich mal der Verringerung des Luftwiderstandes bei den Salzseerennen dienten und erst im Laufe der Zeit zum optischen Selbstzweck wurden.

SUICIDE DOORS
Nicht original, wenngleich zunächst nicht zu erkennen, sind auch die „suicide doors“; durch den Umbau öffnen sich die Türen jetzt „rückwärts“. Ein cooler Gag, hinter dem ein gewaltiger Aufwand steckt. Die Türschlösser stammen dabei von einem Mercedes 300 SL Roadster. Das zeigt eines der Grundprobleme bei der ganzen Aktion: Je weiter die Arbeiten vorangingen, desto mehr stieg der Qualitätsanspruch, einfach schon aufgrund der Tatsache, dass Dieter durch die Arbeit sah, was man alles machen konnte. Verstärkt wurde das noch mal dadurch, dass er hauptberuflich im Luftfahrzeugbau arbeitet, wo eine hohe Qualität genau wie die Verwendung von ausgesuchten und teuren Materialien Standard ist. Auf der anderen Seite war das natürlich bei vielen Problemlösungen auch hilfreich.

KANN MAN DAS TÜFFEN?
Viel Hilfe leistete auch Widegren’s Speed Shop, ein echter Speed Shop im amerikanischen Stil, von dem man annehmen würde, dass es so was in Deutschland gar nicht gibt. Was im Endeffekt dabei rauskam, war mehr oder weniger ein reiner Rennwagen. Der bayerische TÜV verweigerte nicht nur die Straßenzulassung, sondern hätte ihn wohl am liebsten nicht mehr vom Hof gelassen. Straßenbetrieb war also erst mal gestrichen. Aber nur auf dem Hänger zu Treffen zu fahren, wurde Dieter auf Dauer auch zu langweilig, und so begann er, die extremsten Umbauten zurückzurüsten. Trotzdem hat der Motor, ein 400er-Chevy-Smallblock (ca. 6,6 Liter), immer noch rund 560 PS. Nach 13 Anläufen war der TÜV endlich zufrieden und erteilte sogar eine H-Zulassung. Jetzt spielt Dieter mit dem Gedanken, den Wagen abzugeben. Kann ich zwar nicht so richtig verstehen, aber vielleicht ist ihm ein Auto, das fertig ist, ja zu langweilig. Interessenten können sich bei der Redaktion melden, wir stellen den Kontakt her.

Text: Andy Hajenski
Bilder: Volker Rost




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12.04.2013
Text: Andy Hajenski Bilder: Volker Rost
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