Chevrolet Master DeLuxe


Chevrolet Master DeLuxeSpass für zwei

Während bei uns die Absatzzahlen von Autos bis in die 60er-Jahre doch sehr überschaubar blieben, verkaufte man bei Chevrolet schon Ende der 30er fast eine halbe Million Exemplare pro Jahr. Angesichts der Massenproduktion erstaunt, wie elegant die 38er Coupés waren. Um die Linie nicht zu stören, musste die Schwiegermutter allerdings im Kofferraum Platz nehmen …

Zu verdanken haben wir das „schnittige“ Aussehen dem legendären Harley Earl, dem Chef der „Art and Color Section“ des Designbüros von GM. Er war verantwortlich für die „diamond crown speedline“, wie man – ganz im Stil der Zeit – die elegante Karosserielinie, die sich von den Haubenseitenteilen bis in die Türen zog, nannte, und die das Auto schon im Stand schnell aussehen ließ. Auch wenn Earl die Oberaufsicht hatte, war der eigentliche Designer des 37er Chevy übrigens ein junger Mann namens Jules Agramonte, für 1938 wurden dann nur der Grill und die Haubenseitenteile geändert.


Der legendäre Harley Earl war verantwortlich für die „diamond crown speedline“, die elegante
Karosserielinie, die sich von den Haubenseitenteilen bis in die Türen zog und die das Auto schon im Stand schnell aussehen ließ


Chevrolet Master DeLuxeObwohl Ford schon für das 32er-Modell einen V8 eingeführt hatte, vertraute man bei Chevrolet weiter auf den bereits Ende 1928 vorgestellten „stovebolt six“, einen Sechszylinder, der seinen Namen der Tatsache verdankt, dass die Ventildeckel- und andere Schrauben aussehen wie Schrauben an alten amerikanischen Öfen. Für alle, die das schon immer brennend interessiert hat. Während man sich bei Chevy noch bis zum 55er-Modelljahr Zeit ließ mit einem V8, war man Ford dafür achsentechnisch weit voraus, hatten doch die teuren DeLuxe-Modelle schon seit dem 34er-Modelljahr eine nach ihrem Erfinder Dubonnet benannte Einzelradaufhängung vorne. Der starrköpfige alte Henry beharrte dagegen zeitlebens auf der vorderen Starrachse, erst nach seinem Tod bekamen die 49er-Modelle eine Einzelradaufhängung.

DISKRIMINIERUNGEN
Der Chevy hier ist nicht das relativ bekannte und ähnlich aussehende „business coupe“, ein für „Handlungsreisende“ (kennt man das berühmte Buch heute eigentlich noch?) gedachtes Modell, bei dem der Kofferraum bis an die vordere Sitzbank reicht. Rücksitze gab es nicht, genauso wenig wie bei dem nur 2.790-mal (von immerhin 465.156 Exemplaren insgesamt) gebauten und damit ziemlich seltenen „sport coupe“, um das es sich hier handelt. Allerdings dient dabei der Kofferraum weder dem Transport von Musterwaren noch dem von Reisegepäck, sondern dem der Schwiegermutter, die dann buchstäblich im Regen sitzen gelassen wird. Zumindest wird bei uns der aus dem Kofferraum herausklappbare Notsitz gerne als „Schwiegermuttersitz“ bezeichnet. In den USA hat man offensichtlich ein entspannteres Verhältnis zur angeheirateten Verwandtschaft, heißt dort die luftige Mitfahrgelegenheit doch „rumble seat“, also Rumpelsitz. So saßen auch Tick, Trick und Track immer zu dritt hinten im Auto von Onkel Donald, das übrigens in vielen Geschichten erkennbar von einem Ford-Flathead-V8 angetrieben wird.

 

Chevrolet Master DeLuxeDer aufmerksame Leser wird auf den Bildern gesehen haben, dass man bei dem hier vorgestellten Auto „nicht auf der guten Seite sitzt“, wie mein Freund Perry, der viel mit Autos aus England zu tun hat, immer sagt. Es stammt allerdings nicht aus England, sondern aus Südafrika; 1938 war es in Teilen aus den USA gekommen und im Montagewerk in Port Elizabeth zu einem kompletten Auto zusammengesetzt worden. So sparte man den Einfuhrzoll. 2007 kam es dann nach Deutschland, die letzten 40 Jahre davor war es im Besitz einer – zumindest am Ende – alten Dame, die es bis zum Schluss auch noch gefahren hat. Offensichtlich mochte sie das, sagen wir, etwas gewöhnungsbedürftige Quietschgelb …

FRÜHE ERBSCHAFT
Der neue Besitzer ist aber nicht Gregor, wie man eigentlich annehmen würde, sondern dessen achtjähriger Sohn. Ursprünglich hatte Gregor den Chevy wegen seiner Seltenheit für seine recht umfangreiche Autosammlung gekauft. Aber als der damals fünfjährige Filius auf die Frage eines Reporters, wem das Auto gehöre, wie selbstverständlich geantwortet hat „mir!“, hat Gregor es ihm schon zu Lebzeiten vererbt. Cool. Ob der Junge derzeit trotzdem wie die kleinen Ducks hinten sitzen muss?

Text: Andy Hajenski
Bilder: Volker Rost




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23.04.2013
Text: Andy Hajenski Bilder: Volker Rost
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