Chevrolet Apache


Chevy ApacheIndianer auf Rädern

„Einen Ami? Wollte ich nicht mehr“, sagt Markus. Tatsächlich hatte ihm ein dubioser Autohändler die Lust auf US-Cars ordentlich verdorben. Doch Markus wollte sich die Freude schließlich nicht nehmen lassen – und schaffte sich einen 1959er Chevy Apache an – heute ist er froh darüber.
 

Mein Vater war autobegeistert, aber Ambitionen, sich ein besonderes Fahrzeug anzuschaffen, die hatte er nicht“, erzählt Markus, Automechaniker und immer schon mit dem Wunsch, ein besonders schönes Auto zu fahren. Doch durch das Zutun eines dubiosen Händlers wäre seine Leidenschaft fast beendet worden. „Ich habe vor 24 Jahren einen Jeep CJ 17 gekauft, der nach den Worten des Verkäufers fast neu gewesen sein sollte.“ Knapp ein Jahr lang glaubte Markus ihm, dann traten immer neue Probleme auf, die so heftig wurden, dass die Freude am Offroader fast vollständig verging. Damit hätte beinahe auch die Faszination und Anziehungskraft von amerikanischen Fahrzeugen im Allgemeinen für Markus ein jähes Ende gefunden, wodurch der folgend beschriebene Apache wohl nie in seine Hände gelangt wäre.

 Auto im Matsch gefunden  Chevy Apache
In der Storyline eines Liebesfilms hätten die Zuschauer nun einen heftigen Streit, eine wunderbare Wendung und ein berauschendes Happy-End erwartet – doch die Realität zeigte sich weniger freundlich und Markus schrieb ein neues Kapitel über Hinterhältigkeit in sein noch nicht prall gefülltes Lebensbuch. Konfrontiert mit den Problemen des Jeeps, die durch den verbauten Motor verursacht waren, versprach man ihm den Einbau eines neuen Motors, der allen Anforderungen entsprechen würde. Doch neu war nur die Lackierung des anschließend verbauten Aggregates, und die später recherchierte Laufleistung von 300.000 Kilometern entsprach der eines anstrengenden Autolebens. „Der Typ wurde später wegen Betruges verurteilt. Gerecht. Ich wollte weg von amerikanischen Fahrzeugen, wollte etwas was fährt und kaufte mir klassisch einen VW. Das Ding funktionierte wenigstens“, macht Markus seine damalige EnttChevy Apacheäuschung deutlich. Und doch zog es ihn gedanklich immer wieder zu Fahrzeugen aus US-amerikanischer Produktion. Markus fuhr seinen VW weiter, bis zu jenem Tag, an dem er auf dem Weg durch seine Heimat ein Fahrzeug auf einer Anhöhe erblickte – tief im Matsch versinkend, nicht mehr bewegt oder gepflegt, seinem Schicksal überlassen, und doch im Eigentum eines älteren Herren. Nachdem Markus immer und immer wieder an jenem Ort vorbeigefahren war, immer wieder grübelnd, um welches Fahrzeug es sich handeln könnte, entschloss er sich, sein Glück zu wagen und den Kauf des Fahrzeuges anzubieten. Seine Offerten aber wurden abgelehnt und Markus musste ohne den im Matsch verrottenden Schatz abziehen. Eines war nun aber klar – es handelte sich um einen aus der ersten Serie stammenden Chevrolet Step-Side-Pick-up.
 
 

Ein Apache aus dem Jahre 1959. Einer der letzten Apaches vor dem Modellwechsel


Dieser im Jahre 1954 gebaute Ableger der damaligen Chevrolet Pick-ups wurde mit verschiedenen Motoren angeboten und bildete für viele Farmer und Bauern die Grundlage ihrer Mobilität. Die sogenannte „Task Force Serie“ begründete als Nachfolger der „Advance Design Trucks“ von 1951 bis 1959 die Pick-up-Serie des Hauses Chevrolet. Ausgerüstet mit 12-Volt-Elektrik und einem ersten V8-Motor, waren die Fahrzeuge auf dem kommerziellen Markt gut ausgestattet und bestätigten durch hohe Verkaufszahlen die Erwartungen der Chevrolet-Führung. Die Erfolge wurden auch durch die Verfügbarkeit eines Allradantriebes verstärkt, wodurch die Fahrzeuge auf schlechten Pisten eingesetzt werden konnten. Gekennzeichnet durch ein „K“ waren diese Versionen ab 1957 erhältlich und vergrößerten die Modellvielfalt innerhalb der Chevrolet-Modelle.

  Bis zu 400 PS – dank Lachgas 
Eben jener Pick-up infizierte Markus mit dem US-Virus und spornte ihn an, immer neue Fahrzeuge zu besitzen. Nicht nur privates Interesse wurde erneut geweckt, und auf die Erkenntnis, dass mit US-Fahrzeugen finanzielle Erfolge zu erzielen sind, folgte der Aufbau eines kleinen Unternehmens im Laufe der folgenden Jahre. Nicht der große Profit stand im Vordergrund, eher das Hobby und die Möglichkeit, eigene Fahrzeuge durch Verkäufe zu finanzieren.
Dadurch fand Markus zum hier abgebildeten Fahrzeug, das dank Lachgaseinspritzung bis zu 400 Pferdestärken auf die getriebenen Hinterräder bringen kann und aufgrund einer Straßenzulassung offiziell in Deutschland bewegt werden darf. Ein Apache aus dem Jahre 1959, einer der letzten Apaches vor dem Modellwechsel im Jahre 1960 und der Nachfolger des Pick-ups aus dem Matsch. Das Fahrzeug hat es in sich: Perfekt erhalten, bewegte der ursprüngliche Besitzer den Pick-up in Arizona und pflegte es in besonderer Art und Weise. Kein Fahrzeug also, das durch miese Mechaniker an der Grenze zu Mexiko mit billigem Lack geduscht und überteuert weiterverhökert werden konnte. Ganz im Gegenteil: Das Fahrzeug wurde professionell instand gehalten und brillierte mit hervorragender Technik. Vieles blieb original, manches wurde ausgetauscht. Beispielsweise wurden die originalen Sitze in Laufe der Zeit demontiert und gegen Polster aus einem Chevy S10 getauscht.



Text: Martin Zink
Bilder: Martin Zink




17.08.2012
Text: Martin Zink Bilder: Martin Zink
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