Buick GS 350


Buick GS 350

Spritzige Mittelklasse

Dass Buick Ende der 60er und Anfang der 70er sportliche Fahrzeuge liefern konnte, zeigen schon schnittige Wildcats und Rivieras. In Gran-Sport-Version gab es aber auch andere Autos, etwa als GS 350. Ein1969er-Modell fährt heute durch Bayern

Einen kurzen Moment nur, nachdem uns die E-Mail von Sergej erreicht hatte, war für uns klar: Sein Buick GS 350 muss ins Heft. Weil er Mittelklasse ist? Sicherlich nicht. Sondern weil er zu einer kurzen, aber knackigen Phase der Buick-Firmengeschichte gehört.

Gran Sport – das war das High-Performance-Option-Package schlechthin, mehr war für die Marke Buick bei General Motors seinerzeit nicht zu kriegen. Als Basis für den Wagen diente den Entscheidern beim GM-Konzern damals der Skylark, das GS-Paket wurde jedoch auch für die Modelle Riviera und Wildcat angeboten. Es war ein ziemlicher Erfolg; denn was verkauft sich besser als eine Bezeichnung, die nichts weniger als „großen Sport“ verspricht?
Der direkte Vorläufer von Sergejs 350er war der Gran Sport 340, der mit einem V8-Motor mit 5,6 Litern ausgestattet war und damit annähernd 260 PS und 495 Nm leistete. Allerdings gab es die Maschine ab 1967 nur in der Coupé-Version des Autos, die sich nicht besonders gut verkaufte. Darum wurde im darauf folgenden Jahr dann der 5,7-Liter-Motor eingebaut – ihn nutzte man bei Buick bis ins Jahr 1975.


Die Kiste stand zum Verkauf herum. Und sie war viel zu teuer. Eigentlich. Aber wo die Liebe hinfällt, da gibt es kein Halten mehr


Sportcoupé statt FamilienkutscheBuick GS 350
Im Jahre 1968 wurden die Gran-Sport-Modelle aus dem normalen Programm ausgegliedert und als eigene Serie weitergeführt beziehungsweise aufgelegt, was wohl als Folge der steigenden Verkaufszahlen zu werten ist und natürlich auch in der etwas anders ausgerichteten Zielgruppe. Ein GS war nun mal keine Familienkutsche. Wer ihn fuhr, zählte sich selbst zur automobilsportlichen  Avantgarde.
Für Sergej war schon immer klar, irgendwann muss ein Ami ins Haus. Aber wie so oft gab es erst einmal wichtigere Aufgaben. Die Familienplanung und die berufliche Laufbahn standen nun einfach etwas weiter oben auf der Liste. Aber ein US-Eisen war fest in die Familienplanung eingebaut. Und wie es so ist, klingelte eines Tages das Telefon. Ein Kollege war am anderen Ende der Leitung mit einem riesigen Problem. Er brauchte unbedingt eine neue Schüssel. Einen Alltagswagen.

Unter Kameraden wird sich geholfen, und so fanden sich Sergej und sein Kumpel ein paar Tage später auf Auto-Shopping-Tour wieder. Ein Audi? BMW? Irgendeinen Daily-Driver würden sie schon finden. Und es war wie immer, wenn man überhaupt nicht sucht, findet man das, was man schon immer wollte. Im Fall von Sergej einen 69er Buick GS 350 in der einzig wahren Farbe.
 

 


Die Kiste stBuick GS 350and auf einem Autohof und war eigentlich viel zu teuer. Aber wo die Liebe nun einmal hinfällt: gesehen und gekauft. Sergejs Madame war natürlich nicht so begeistert. Nach der ersten Ausfahrt war aber auch dieses Problem behoben: Die Dame des Hauses stand auf die Kiste und war gar nicht mehr aus dem Sitz zu bekommen.

Der GS ist Sergejs erste Ami-Schüssel, also durfte die Kennenlernphase auch mit ein paar kleineren Schwierigkeiten ablaufen. Aber die bekam er in den Griff, schließlich arbeitet er als Flugzeugmechaniker bei der Bundeswehr, wartet dort die Triebwerke der Jets. Sergej kennt sich also mit hubraumgroßen und leistungsstarken Aggregaten aus, und so dürfte auch die Weiterentwicklung des GS kein Problem für ihn sein.

Sein Buick leistet aktuell bei einem Hubraum von 5,7 Litern anständige 280 PS bei 4600 U/min, was einem Drehmoment von ungefähr 508 Newtonmeter entspricht. Wobei sich der Kraftstoffverbrauch, wie Sergej betont, noch im Rahmen hält und zumindest für damalige Verhältnisse als normal zu bezeichnen ist. Auf 100 Kilometern schluckt das US-Eisen im noch heute bestehenden Originalzustand gerade einmal 12 Liter Super, was bei einem Kampfgewicht von 1,5 Tonnen auch völlig in Ordnung geht. Und seien wir mal ehrlich: 12 Liter – welcher US-Oldie packt viel weniger?

Ein neuer Vergaser
Getriebetechnisch steckt eine TH350-Dreigang-Maschinerie plus Overdrive unter der Schale des GS; der Klassiker und einfach die beste und passendste Variante zum 5,7 Liter-Motor. Als Vergaser betätigt sich derzeit noch ein Rochester-600/650-Apparat, aber hier wird Sergej wohl zuerst angreifen und die Inhalation und Vermischung vernünftig erhöhen.

Fahrwerkstechnisch liegt die Kiste auf Coil Springs. Auch die Bereifung ist noch Standard und wird wohl 2013 erneuert. Aktuell hat der Gute Weißwandgummis auf den originalen 14-Zoll-Stahl-Sportfelgen Marke Buick.

Dass der Wagen nicht so bleibt wie er ist, steht für Sergej fest. Aber er lässt sich dabei nicht wirklich stressen. Denn optisch ist der GS schon jetzt o ein wunderbarer Hingucker, was vor allem an der Farbe liegt. Schwarz. Einfach zeitlos. Original gab‘s den Wagen übrigens in Weiß oder Gelb.
 

 




Text: Ben Grna
Bilder: Ben Grna




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06.12.2012
Text: Ben Grna Bilder: Ben Grna
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