62er Dodge Custom 880


62er Dodge Custom 880„V8 oder gar kein Auto!“

In den frühen 60er Jahren wuchsen in den USA die Begehrlichkeiten nach einem erschwinglichen Full Size Car. Die Chrysler Corporation reagierte kurzfristig – und warf recht schnell, innerhalb der Marke Dodge, ein entsprechendes Fahrzeug auf den Markt, den Custom 880. Biggi ist 27 Jahre und fährt mit Stolz eines der ersten Exemplare, einen 62er

Ein Problem gleich zu Beginn unseres Shootings: Biggis Dodge machte irgendwie Zicken und verweigerte eine ordnungsgemäße Ausführung des Startvorgangs. Kurzes Zucken, aber sonst passierte nichts. Doch die junge Frau machte nicht lang rum: Haube auf und ab in den Motorraum. Egal ob dabei das hübsche Kleidchen oder die Fingernägel Schaden n62er Dodge Custom 880ehmen könnten. Die Kiste muss laufen. Entweder die Benzinzufuhr oder der Vergaser.

Wir reichten brav Werkzeug und warfen auch mal einen wichtigen Blick unter die Haube und gaben unsere fachmännische Meinung dazu. Die aber nicht wirklich notwendig war, denn nach fünf Minuten war der Fehler gefunden und der 880er schnurrte wieder. Selbst ist die Frau, und in dieser schlägt für zwei Dinge ein Herz: für ihren Freund und ihr Auto. Ein Dodge Custom 880.

Das gute Stück ist Baujahr 1962 und damit die erste Generation der Dodge Customs. Der 880er wurde nur bis zum Jahr 1965 gebaut. Er lief bei der Firma Dodge als ein oberes Mittelklasse-Modell und sollte als erschwingliches Full Size Car am Markt positioniert werden. Die Zeiten waren schwierig und Dodge musste seinen Platz am Markt finden. Gegen alle Trends wurden sowohl bei Dodge als auch bei  Plymouth die Full-Size-Modelle am Begin der 60er Jahre verkleinert bzw. ganz aus dem Programm genommen. Was sich mehr als deutlich auf die Verkaufszahlen auswirkte. Der Absatz brach ein und Dodge musste reagieren.


Für zwei Dinge in ihrem Leben schlägt ihr Herz. Ihren Freund und ihr Auto. Ein Dodge Custom 880

62er Dodge Custom 880 Aufwertung 
Daher sollte der Custom 880 die neue Position des Spitzenmodells einnehmen. Als Basis diente ein Chrysler Newport des aktuellen Baujahres, der aber durch eine andere Frontpartie seinen eigenen Touch bekam. Aber eigentlich war es nur ein Chrysler
Newport mit einer Front vom Polara. Wobei der Custom nie die Verkaufszahlen des Newport erreichte und immer unter 35.000 Einheiten pro Jahr zurückblieb. Im Jahr 1962 bestand die Modellpalette aus einer zwei- und einer viertürigen Limousine, dazu zwei unterschiedliche Kombi-Modelle, einem Cabrio und natürlich einem Hardtop-Coupé. Wobei die Kombis sich relativ schlecht verkauften.

Elwood Engel  zeichnete für die größten Designänderungen am 880er verantwortlich, die mit dem Custom 880 ab 1963 Einzug hielten. So  wurde der Innenraum erheblich aufgewertet. Auch außen bekam der Wagen ein paar Zierleisten mehr. Auch wurde auf den beiden Frontkotflügeln jeweils ein Dodge-Delta-Zeichen angebracht. Neben der optischen Verschönerung, dienten diese Teile auch zur Orientierungshilfe für den Fahrer. Den die Ausmaße des Customs sind stattlich.
 

Im Herbst des Jahres 1965 wurde die Produktion des 880er eingestellt. Nachdem ab dem Jahr 1964 die Verkaufszahlen rückläufig waren, musste Dodge reagieren. Abgelöst wurde er durch den Dodge Monaco. Welcher deutlich erfolgreicher war als sein Vorgänger. Die Motorausstattung war bei allen Varianten identisch. V8 – was sonst. Biggis 880er hat einen 361 CUI V8 mit gepflegten 195 KW. Die größte Motorenvariante war ein 6,3 Liter Motor mit 227 kW. Das Dreiganggetriebe gab es als Manuelles oder eben als automatische Version. So war der 880er für seine zugelassenen sechs Personen mit reichlich Leistung ausgestattet.  Später kam noch eine Four-Speed-Version dazu.

Für die Verzögerung sorgen beim Dodge sowohl vorne als auch hinten Trommelbremsen. Zu damaliger Zeit noch Standard und bei vorausschauender Fahrweise auch heute noch alltagstauglich. Denn viel mehr als 170 Kilometer in der Stunde bringt der Gute sowieso nicht auf die Straße. Auch in der Schweiz ist der Bußgeld-Katalog nicht ohne. Technisch ist Biggis Liebling einwandfrei in Schuss. Es gab zwischendurch mal einen neuen Kühler. Aber ansonsten ist der Wagen im Originalzustand. Auch die Lackierung hat Madame so übernommen und sie mag es, dass man dem Wagen sein Alter ansieht.

Die Beziehung zwischen den beiden gestaltete sich am Anfang etwas schwierig. Gekauft hat sie den Wagen in Deutschland, doch gleich bei der Überführung auf eigener Achse streikte er, und zwar so richtig. Die erste Fuhre musste Biggi daher abbrechen. Aber die Frau weiß, was sie will und so klappte der zweite Anlauf in die Schweiz dann doch noch. Seit diesem Zeitpunkt sind die Beiden unzertrennlich. Da hat ihr Freund wohl keinen einfachen Stand.

Zurück zum Shooting: Nachdem er wieder einsatzbereit war, machten wir uns direkt auf zum nächsten Kieswerk, um Biggi und ihren Dodge abzulichten. Das Ganze ging auch gänzlich ohne Probleme vonstatten: Die Sonne lachte, Biggi machte sowieso eine gute Figur und der Dodge zeigte sich von seiner besten Seite. Alles in allem eine runde Sache. Biggi, ihr Dodge und die klaren Ansagen. Da soll mal noch einer sagen, Motor-Manie wäre nur etwas für Männer. 

 



Text: Ben Grna
Bilder: Ben Grna




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19.10.2012
Text: Ben Grna Bilder: Ben Grna
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