Das TätowierMagazin recherchierte in Wien, der Millionenstadt, der Kunst durch die Adern rauscht: Studios, Street Art, Shopping –
so wird dein Wien-Trip unvergesslich!
Politische Paste-Ups in Wien
Street Art:
In der Burggasse im 7. Bezirk droht Gefahr aus dem All! Ein hellblauer Space-Invader in grober Auflösung hat sich in drei Metern Höhe an eine Hausfassade gehaftet, in Stellung gebracht. Teilnahmslos starrt er herab auf Galeriebesucher und Fußgänger Richtung Museumsquartier. Wir vermuten, die pixelige Gamer-Ikone wurde vom französischen Street-Artist »Invader« an die Wand gekachelt – vom Auge des Gesetzes unbemerkt. In Form von Stickern, Graffitis, Paste-Ups oder Installationen verändern Künstler unaufgefordert und oft illegal das Stadtbild Wiens, aus Protest und der Kunst willen.
Hier ist mutige Street Art aus Stein, Papier oder Farbe allgegenwärtig. Sogar das englische Szene-Aushängeschild »Banksy«, bemalte in Wien einige Fassaden. Manche seiner Werke werden – scheinbar professionell – wieder entfernt. Zumindest lässt das die saubere Herausarbeitung aus den Wänden vermuten. Vorbei sind die Zeiten, als Street Art überstrichen oder mühselig mit Reinigungsmitteln entfernt wurde. Von der Straße geht es in die Galerien des Kunstmarktes. Graffiti paradox! Mittlerweile bedient sich auch die Industrie der Street Art für Werbezwecke, was der anti-kommerziellen, weltweit aktiven Szene zuwider ist.
Wenn Tätowierer Foerdl seine Flash ausstellt, platzt die Galerie aus allen Nähten.
Inoperable Gallery:
50 Ausstellungen in fünf Jahren, so die Bilanz der »Inoperable Gallery«, einer Galerie, in der nicht nur Tätowierer zur Vernissage bei Leberkäs und Bier laden. Andere Kreative stellen hier ebenso Skulpturen und Malereien aus. Zuletzt »operierte« Installationskünstler ROA dort. Außerdem publiziert »Inoperable« den Urban Guide Vienna; einen Reiseführer durch die urbanen Landschaften Wiens, den jeder Anhänger von Untergrundkultur und moderner Kunst bei sich tragen sollte. Im Teamwork mit Toyshop »Sixxa«, schmeißt Inoperable Blockpartys. Teilweise ist es abends so voll, dass sich die Masse draußen vor der Tür drängelt und auf dem Gehweg in der Dunkelheit bei Ottakringer-Bier aus orangenen Halbliter-Dosen weiter feiert.
Den vollständigen Artikel und alle Bilder findet ihr in der September-Ausgabe 2011 …