HACKER – fällt dieser Begriff, denken viele im Hollywood-Modus: Durchgeknallte Typen in Sonnenbrille und Lederjacke, die im Dunklen sitzen, hektisch eine Tastatur bearbeiten, dabei in den Monitor starren auf dem grüne Zahlen und Buchstaben flackern, und Informationen der höchsten Geheimhaltungsstufe stibitzen oder die Sicherheitssysteme irgendwelcher Banken austricksen. In der Realität ist alles aber ganz anders, da sind die Hacker die guten Jungs – meistens jedenfalls, und auf der SIGINT ganz bestimmt!
Die Fairydust Rakete und die Pesthörnchen-Flaggen kennzeichneten die SIGINT09 schon von Weitem als eine Veranstaltung des Chaos Computer Clubs.
Wahlcomputer, Vorratsdatenspeicherung, Internetsperren … immer mal wieder stolpert man in den Medien über solche Begriffe. Man setzt sich dann selten intensiv oder gar kritisch damit auseinander – wieso auch, die Politiker werden schon wissen was sie da tun. Wir leben in einer hochtechnisierten Gesellschaft, da gibt es jeden Tag viele interessante News in puncto Technologie: neue Spielekonsolen, Mobiltelefone, Kameras, Handys, etc., da können Meldungen zu geplanten oder verabschiedeten Gesetzesänderungen mit technischem Hintergrund vom Unterhaltungsfaktor einfach nicht mithalten. Was aber, wenn die Politiker von der Thematik überfordert sind, weil ihnen das nötige technische Verständnis und dadurch bedingt auch die Weitsicht fehlt, die nötig wäre die Folgen ihrer Entscheidungen zu erfassen? Was wenn die gesetzliche Änderungen unsere Rechte einschränken; auf eine Art und Weise die im ersten Moment nicht drastisch wirkt, die aber den Grundstein für massivere Einschränkungen legt, die unsere demokratische Freiheit gefährden?

Eile wünscht sich eine Gesellschaft in der Blumen anstatt Steine geworfen werden; ein besseres Symbol wie dieses Banksy Tattoo (gestochen von Eternal Delight, Hannover) gibt es dafür nicht.
Es gibt Leute, die die Entschlüsse der Politik kritisch hinterfragen, über den nötigen Sachverstand verfügen, mögliche Denkfehler in diesen Entschlüssen aufzudecken und das Ganze dokumentieren und öffentlich machen. Der Chaos Computer Club, ein Verein von Hackern und Computer-Nerds, hat schon so einige Schwächen in Systemen gefunden, die Politiker als sicher befanden. Da sich in den Reihen des CCCs nicht nur jede Menge Hirnschmalz sondern auch reichlich tätowierte Haut findet, möchte ich euch den Verein und seine Arbeit in dieser Ausgabe vorstellen.

Asteras Binärcode Tattoo hat hat eine Bedeutung. Na, wer kanns lesen? Richtig, da steht Love!
Ich selbst wurde durch die Podcasts »Chaosradio« und »Chaosradio Express« auf den Club aufmerksam, die regelmäßig über aktuelle politische Entscheidungen und über die Projekte des CCCs berichten. Beide stehen auf der Seite http://chaosradio.ccc.de zum Download bereit. Dort entdeckte ich auch in einem Video Beitrag Dr. Sandro Gaycken, einen sichtbar tätowierten Technik-Philosophen, der neben seiner Lehrtätigkeit an der Uni-Stuttgart auch eine beratende Funktion bei der Bundeswehr inne hat. Sandro war begeistert, als ich ihm vorschlug, ihn im TM vorzustellen, das er selbst regelmäßig liest. Wir vereinbarten einen Termin auf der SIGINT09, die vom 22. bis 24. Mai im Kölner Medienpark veranstaltet wurde und als »Konferenz zu den Diskursen im digitalen Zeitalter« die Arbeit des CCCs einem breiten Publikum zuggängig machen sollte. Sandro würde zwei Vorträge halten und ich könnte nicht nur ihn interviewen, sondern auch die Hacker treffen, die ich bereits aus den Podcasts kannte – also ab nach Köln!

Die Vorlage zu diesem Blackwork Piece hat sich Dr. Sandro Gaycken selbst gebastelt. Der Scherenschnitt ist die Silhouette seiner Tochter.
Als ich im Medienpark ankam, sah ich schon von weitem die Pesthörnchen-Flaggen (das CCC Community Logo) und die Fairydust (die CCC Veranstaltungs Rakete). Ich wurde von Hunger geplagt, musste aber feststellen, das Hacker (die sich selbst als Nerds oder Geeks bezeichnen) unter Verpflegung lediglich Kaffe und Süßigkeiten verstehen. Da gleich der erste Vortrag anstand, entschied ich mich – entgegen meiner Gewohnheiten – gleich zwei Kaffee zu mir zu nehmen um meinen Magen zu besänftigen. Ein grober Fehler und der Beginn eines üblen Koffein-Flashs, aber dazu später mehr … Der erste (schwer) tätowierte Hacker, dem ich über den Weg lief, war Dodger, der die Engel (freiwillige Helfer) koordinierte. Komplett in schwarz gekleidet stellte er zwei düstere Horror Sleeves zur Schau, die so gar nicht zu seiner freundlichen Art und der Aufopferung passen wollten, mit der er seiner ehrenamtlichen Aufgabe nachging.
Den vollständigen Artikel und alle Bilder findet ihr in der August Ausgabe 09 …
http://sigint.ccc.de
http://www.ccc.de/
http://chaosradio.ccc.de/